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    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-zaud0000316</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Editorial</ArticleType>
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      <Title language="de">Wer darf sich in Deutschland Audiologe nennen&#63;</Title>
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          <LastnameHeading>Holube</LastnameHeading>
          <Firstname>Inga</Firstname>
          <Initials>I</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Jade Hochschule, Institut f&#252;r H&#246;rtechnik und Audiologie, Ofener Str. 16&#47;19, 26121 Oldenburg, Deutschland, Tel.: &#43;49 441-7708-3723<Affiliation>Institut f&#252;r H&#246;rtechnik und Audiologie, Jade Hochschule, Oldenburg, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>Inga.Holube&#64;jade-hs.de</Email>
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    <DatePublished>20230405</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>2628-9083</ISSN>
        <Volume>5</Volume>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie - Audiological Acoustics</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Audiol (Audiol Acoust)</JournalTitleAbbr>
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      <MainHeadline>Editorial</MainHeadline><Pgraph>Diese Frage stellte ich ChatGPT und bekam zur Antwort: &#8222;In Deutschland darf sich nur eine Person als Audiologe bezeichnen, die einen anerkannten akademischen Abschluss sowie eine entsprechende Zulassung als H&#246;rakustiker vorweisen kann. Diese Zulassung wird von den jeweiligen Landes&#228;rztekammern ausgestellt&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink>. Ich glaube, da ist ChatGPT auf dem Holzweg. Nur die wenigsten Personen d&#252;rften diese Anforderungen erf&#252;llen. </Pgraph><Pgraph>Um sich der Frage, wer ein Audiologie sei, zu n&#228;hern, k&#246;nnte man sich danach fragen, was der Begriff &#8222;Audiologie&#8220; bedeutet. Laut Enzyklop&#228;die Medizingeschichte <TextLink reference="2"></TextLink> setzt er sich aus dem lateinischen <Mark2>audire</Mark2> (h&#246;ren) und dem griechischen <Mark2>logos</Mark2> (Lehre) zusammen. Audiolo<TextGroup><PlainText>gie is</PlainText></TextGroup>t also die Lehre vom H&#246;ren und damit eine wissenschaftliche Disziplin. Weiter wei&#223; die Enzyklop&#228;die zu berichten, dass die Audiologie &#8222;in manchen L&#228;ndern &#8211; nicht in Deutschland &#8211; eine gesch&#252;tzte Berufsbezeichnung mit spez. Berufsausbildung, oft Hochschulstudium mit einem akad. Grad&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink> sei. In Deutschland ist also der Beruf des Audiologen nicht gesetzlich geregelt. Im Prinzip darf sich jeder so nennen.</Pgraph><Pgraph>Als ich vor langer Zeit in der H&#246;rger&#228;teindustrie zu arbeiten begann, wurde ich als neue <Mark2>Audiologin</Mark2> vorgestellt. Zun&#228;chst fremdelte ich mit der Bezeichnung. Ich hatte ja nicht Audiologie studiert, sondern Physik. Auch wenn ich sicherlich etwas vom H&#246;ren verstand, habe ich durch den intensiven Austausch mit meinen damaligen amerikanischen Audiologiekollegen viel dazugelernt. Mit der Zeit gew&#246;hnte ich mich an die Bezeichnung <Mark2>Audiologin</Mark2> und wurde zur Professorin f&#252;r Audiologie an die Jade Hochschule berufen. Aber noch heute m&#246;chte ich nicht von mir behaupten, alle Aspekte der Audiologie abdecken zu k&#246;nnen. Kolleginnen und Kollegen aus der Physik oder der Medizin werden aber vermutlich auch nicht behaupten, in ihrem Fachgebiet allwissend und allk&#246;nnend zu sein.</Pgraph><Pgraph>Man kann sich die Frage stellen, wer sich in Deutschland mit dem &#8222;Teilgebiet der Medizin, auf dem man sich mit den Funktionen und den Erkrankungen des menschlichen Geh&#246;rs befasst&#8220; <TextLink reference="3"></TextLink>, wirklich vollst&#228;ndig auskennt: vermutlich niemand. Laut Enzyklop&#228;die handelt es sich um ein &#8222;multidisziplin&#228;res Arbeitsgebiet&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink>. &#8222;Mit audiologischen Themen befassen sich versch. Berufsgruppen, z.B. aus der Med., Technik, Psychologie, P&#228;dagogik&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink>. Diese Charakterisierung entspricht der Beschreibung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Audiologie (DGA). Laut Programm der 25. Jahrestagung reicht das Spektrum der Wissenschaftsdisziplinen und Berufsgruppen in der Audiologie von der Medizin, den Natur- und Geisteswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und der H&#246;rgesch&#228;digtenp&#228;dagogik bis hin zur H&#246;rger&#228;teakustik und zu medizinisch-technischen Assistenzberufen <TextLink reference="4"></TextLink>. Die DGA lebt laut Ulrich Eysholdt von der &#8222;Interdisziplinarit&#228;t und wertsch&#228;tzenden Kollegialit&#228;t ohne berufspolitische Dominanz&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Keine Disziplin sollte die Audiologie f&#252;r sich vereinnahmen, insbesondere dann nicht, wenn sie nur einen Teilbereich, z.B. den handwerklichen Aufgabenbereich, abdeckt. Ausgebildete H&#246;rakustiker sind und bleiben eine wichtige Berufsgruppe innerhalb der DGA. Sie k&#246;nnen jedoch nur den Status &#8222;au&#223;erordentlicher&#8220; Mitglieder erhalten, da die DGA als wissenschaftliche Fachgesellschaft nur wissenschaftlich t&#228;tige Personen als ordentliche Mitglieder aufnehmen kann. Der Wissenschaftsrat definiert Fachgesellschaften als &#8222;auf der Grundlage von Satzungen auf Dauer angelegte Zusammenschl&#252;sse von Fachwissenschaftlern, die an Hochschulen oder in anderen Bereichen wissenschaftlich t&#228;tig sind&#8220; <TextLink reference="6"></TextLink>. Die Einschr&#228;nkung der ordentlichen Mitglieder der DGA auf wissenschaftlich t&#228;tige Personen ist also notwendig, um als wissenschaftliche Fachgesellschaft anerkannt zu sein und z.B. bei Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (<TextGroup><PlainText>AMWF</PlainText></TextGroup>) mitwirken zu k&#246;nnen. Ein Bachelor Professional als Abschluss der Berufsbildung und ein Bachelorabschluss an einer Hochschule (z.B. Bachelor of Engineering, Bachelor of Science) sind gleichwertig, aber verschiedenartig <TextLink reference="7"></TextLink>. Der Bachelor Professional kann in Deutschland den Zugang zu einer Hochschule erm&#246;glichen <TextLink reference="7"></TextLink>, jedoch nicht den direkten Zugang zu einem Masterstudium oder sogar zur Promotion.</Pgraph><Pgraph>Eine Aufgabe der DGA besteht darin, die Qualifikation ihrer Mitglieder durch Fortbildung und die Verleihung von Zertifikaten zu f&#246;rdern. So wurden mit hohem Aufwand Weiterbildungsordnungen f&#252;r CI-Audiologen und Audiologische CI-Assistenten eingef&#252;hrt, die festgelegten Berufsgruppen den Nachweis ihrer Qualifikation in der Audiologie erm&#246;glichen. Die bei dem jeweiligen Qualifikationsgrad nicht ber&#252;cksichtigten Berufsgruppen leisten ebenfalls wertvolle Arbeit im T&#228;tigkeitsfeld der Audiologie und d&#252;rfen dies nat&#252;rlich auch weiterhin tun, jedoch ohne Zertifikat der DGA.</Pgraph><Pgraph>Wir d&#252;rfen stolz darauf sein, dass wir innerhalb der DGA durch kollegiales Miteinander die Integration von audiologisch-wissenschaftlich interessierten Personen ungeachtet ihrer fachlichen Provenienz aktiv gestalten. Nur gemeinsam sind wir stark &#8211; zum Wohle der Patientinnen und Patienten.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefBookTitle>Zur F&#246;rderung von Wissenschaft und Forschung durch wissenschaftliche Fachgesellschaften</RefBookTitle>
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