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    <Identifier>zaud000039</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/zaud000039</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-zaud0000399</IdentifierUrn>
    <ArticleType language="de">Originalarbeit</ArticleType>
    <ArticleType language="en">Research Article</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Verhaltenstherapie bei chronischem Tinnitus &#252;ber eine Smartphone App&#63;</Title>
      <TitleTranslated language="en">Cognitive therapy for chronic tinnitus per smartphone-app&#63;</TitleTranslated>
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          <LastnameHeading>Hesse</LastnameHeading>
          <Firstname>Gerhard</Firstname>
          <Initials>G</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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        <Address language="de">Krankenhaus Bad Arolsen, Gro&#223;e Allee 50, 34454 Bad Arolsen, Deutschland, Tel. &#43;49 5691 800339<Affiliation>Ohr- und H&#246;rinstitut und Tinnitus-Klinik am Krankenhaus Bad Arolsen, Bad Arolsen, Deutschland</Affiliation><Affiliation>Universit&#228;t Witten-Herdecke, Witten, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Address language="en">Bad Arolsen Hospital, Gro&#223;e Allee 50, 34454 Bad Arolsen, Germany, Phone &#43;49 5691 800339<Affiliation>Ear and hearing institute and tinnitus clinic at Bad Arolsen Hospital, Bad Arolsen, Germany</Affiliation><Affiliation>Witten-Herdecke University, Witten, Germany</Affiliation></Address>
        <Email>ghesse&#64;tinnitus-klinik.net</Email>
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          <Lastname>Kastellis</Lastname>
          <LastnameHeading>Kastellis</LastnameHeading>
          <Firstname>Georg</Firstname>
          <Initials>G</Initials>
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          <Affiliation>Ohr- und H&#246;rinstitut und Tinnitus-Klinik am Krankenhaus Bad Arolsen, Bad Arolsen, Deutschland</Affiliation>
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          <Affiliation>Ear and hearing institute and tinnitus clinic at Bad Arolsen Hospital, Bad Arolsen, Germany</Affiliation>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
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    <DatePublished>20240320</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <LanguageTranslation>engl</LanguageTranslation>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>2628-9083</ISSN>
        <Volume>6</Volume>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie - Audiological Acoustics</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Audiol (Audiol Acoust)</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>04</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind seit einigen Jahren verordnungsf&#228;hig. Zur Behandlung des chronischen Tinnitus sind 2 Apps zugelassen. Die App Kalmeda verspricht, &#8222;leitliniengerecht&#8220; eine tinnitusspezifische Verhaltenstherapie zur Bew&#228;ltigung des chronischen Tinnitus anzubieten. Diese &#220;bersicht beschreibt die Anwendung und referiert die von den Entwicklern der App publizierte Studie und deren Ergebnisse, die eine sehr gute Wirksamkeit in der Behandlung des chronischen Tinnitus zu belegen scheinen. Sie berichtet aber auch &#252;ber Schwierigkeiten und Risiken dieser App, wie ein von der App verlangter Zugriff auf Fotos der Teilnehmer und somit auf Datenschutzbedenken oder Schwierigkeiten beim Hochladen und Nutzen der App, und sie referiert sogenannte &#8222;Real-life-Ergebnisse&#8220;, die von einer Krankenkasse in einer aktuellen Befragung erhoben wurden und die bez&#252;glich der Wirksamkeit dieser Anwendung weniger Belege fand. Unabh&#228;ngige Studien sind f&#252;r eine endg&#252;ltige Bewertung dieser Therapieform als digitale Anwendung erforderlich und ihre Ergebnisse bleiben abzuwarten.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Digital health applications (DiGA) have become prescribable in recent years. Two apps have been approved for the treatment of chronic tinnitus. The Kalmeda app promises to offer &#8220;guideline-based&#8221; tinnitus-specific behavioral therapy for managing chronic tinnitus. This review describes the application and reports on the study published by the developers of the app and its results, which appear to demonstrate very good effectiveness in the treatment of chronic tinnitus. However, it also reports the difficulties and risks of this app, such as the app&#8217;s requirement for access to participants&#39; photos and thus data protection concerns or difficulties in uploading and using the app, and it reports on so-called &#8220;real-life results&#8221;, which were collected by a health insurance company in a recent survey and which found less evidence regarding the effectiveness of this application. Independent studies are required for a final evaluation of this form of therapy as a digital application and the results remain to be seen.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock language="de" linked="yes" name="Einf&#252;hrung">
      <MainHeadline>Einf&#252;hrung</MainHeadline><SubHeadline>Behandlung des Tinnitus durch Digitale Gesundheitsanwendungen</SubHeadline><Pgraph>Ende 2019 trat das Digitale-Versorgungs-Gesetz in Kraft, das es &#196;rztinnen und &#196;rzten, Psychologinnen und Psychologen erm&#246;glicht, bestimmte Apps als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zu verordnen. Seit 2020 wurden ca. 80 DiGAs vom Bundesamt f&#252;r Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) des Bundesgesundheitsministeriums in das Versorgungsverzeichnis aufgenommen, 13 sind bislang endg&#252;ltig zu Diagnostik und Therapie haupts&#228;chlich chronischer Erkrankungen zugelassen. F&#252;r die vorl&#228;ufige Zulassung musste ein gewisser Wirksamkeitsnachweis erbracht werden.</Pgraph><Pgraph>Die Verordnungszahlen f&#252;r diese Apps sind bis 2023 kontinuierlich gestiegen, auf ca. 170.000 Freischaltcodes f&#252;r die Ersatzkassen (bis Ende Juni 2023) und 70.000 f&#252;r den BKK Dachverband. &#196;hnliche Zahlen werden f&#252;r die AOKen gemeldet. Allerdings seien die Nutzennachweise aus Sicht der Bundes&#228;rztekammer (B&#196;K) noch nicht ausreichend und vor allem nicht herstellerunabh&#228;ngig &#252;berpr&#252;ft. Zudem bem&#228;ngeln die Krankenkassen eine einseitige Preisfestlegung durch die Hersteller <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Eine allgemeine &#220;bersicht einer M&#252;nchner und N&#252;rnberger Arbeitsgruppe &#252;ber bislang vorhandene digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) f&#252;r die HNO-Heilkunde wurde 2023 ver&#246;ffentlicht <TextLink reference="2"></TextLink>. Identifiziert wurden insgesamt 6 DiGAs, deren Evidenz &#8211; soweit vorhanden &#8211; bez&#252;glich therapeutischer Erfolge bewertet wurde. Zwei dieser DiGAs sind f&#252;r die Therapie bei Tinnitus vorgesehen. Eine App (&#8222;Meine Tinnitus App&#8220;) beinhaltet mehr ein Tinnituscounselling, als Basis f&#252;r weitere therapeutische Interventionen.</Pgraph><Pgraph>Vertrieben wird diese App durch eine Pharmafirma (Schwabe), sie gibt als Therapieziel ein &#8222;Digitales Counselling&#8220; an: Die Tinnitusbelastung soll reduziert, die Lebensqualit&#228;t verbessert werden. Daf&#252;r gibt es mehrere Lektionen, die jeweils 90 Minuten dauern und die im Wesentlichen &#252;ber die Tinnitusentstehung und die Funktion des H&#246;rens und den Aufbau des Ohres informieren. Das gesamte Programm soll &#252;ber 10 Wochen absolviert werden. Zus&#228;tzlich vermittelt die App Techniken zur Entspannung und Videos sowie &#8222;Mini-Games&#8220;. Die App kostet 449 &#8364;, die aber als DiGA von der Kasse &#252;bernommen werden.</Pgraph><Pgraph>Die andere App (Kalmeda) wurde allein auf Grundlage von Herstellerangaben ohne wissenschaftliche Publikationen als DiGA zugelassen. F&#252;r die vorl&#228;ufige Aufnahme in den DiGA-Katalog war eine Probedatensammlung von 67 Teilnehmern und Teilnehmerinnen vorgelegt worden, die eine Verringerung der Tinnitusbelastung anhand des Mini-TF (Kurzform des Tinnitusfragebogens nach Goebel und Hiller <TextLink reference="3"></TextLink>) belegte.</Pgraph><Pgraph>Mittlerweile hat diese DiGA &#8222;Kalmeda&#8220; eine endg&#252;ltige Zulassung als &#8222;Mobile Tinnitus-Therapie auf Rezept&#8220; erhalten und wird seitdem heftig beworben. Der Entwickler der App, der HNO-Arzt Uso Walter, hat seine Firma (&#8222;MyNoise&#8220;) inzwischen an eine Pharmafirma (Pohl Boskamp) verkauft und ist dort nur noch als Berater involviert. Die App kostet f&#252;r 90 Tage 189 &#8364;, sollte insgesamt ein Jahr angewendet werden, bis zu 4 Freischaltcodes (d.h. 756 &#8364;) werden von der GKV &#252;bernommen.</Pgraph><Pgraph>Nach Angaben der vertreibenden Pharmafirma biete die App eine leitlinienkonforme Verhaltenstherapie zur Behandlung des chronischen Tinnitus. Die klinischen Studien h&#228;tten eine &#252;berzeugende Wirksamkeit der App nachgewiesen. Die dazugeh&#246;rige Publikation ist im September 2023 in einem Online Journal (PLOS Digit Health) erfolgt und wurde dort erst im November 2022 eingereicht <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Die App selbst wurde bereits 2018 vorgestellt und kommerziell vertrieben. Die Studie zum Nachweis der Wirksamkeit der App begann im August 2020, der letzte Patient wurde im M&#228;rz 2021 eingeschlossen. Sie soll nach Angaben der Autoren der Studie eine App-gest&#252;tzte kognitive Verhaltenstherapie vermitteln und damit den starken Empfehlungen der Therapierichtlinien der AWMF-Leitlinie &#8222;Chronischer Tinnitus&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink>. Allerdings wird nicht der aktuelle Stand der Leitlinie (Ver&#246;ffentlichung 2021 <TextLink reference="6"></TextLink>), sondern die Vorg&#228;ngerfassung (Ver&#246;ffentlichung 2014) referenziert. Die App vermittelt in 5 Stufen eine Psychoedukation gepaart mit Entspannungs- und Ger&#228;uschanwendungen. &#220;ber eine Anwendungszeit von 3 bis 12 Monaten sollen die Nutzer der App sch&#228;dliche Muster f&#252;r Gedanken und Verhalten erkennen und einsch&#228;tzen sowie ihre Achtsamkeit vergr&#246;&#223;ern und ihre Resilienzeigenschaften verbessern lernen. Zus&#228;tzlich werden nat&#252;rliche Schallsignale als Hintergrundger&#228;usch zur Beruhigung eingesetzt und tinnitusbezogene Informationen vermittelt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="en" linked="yes" name="Introduction">
      <MainHeadline>Introduction</MainHeadline><SubHeadline>Treatment of tinnitus with digital health applications</SubHeadline><Pgraph>At the end of 2019, the Digital Healthcare Act came into force, which enables doctors and psychologists to prescribe certain apps as digital health applications (German abbreviation DiGAs). Since 2020, around 80 DiGAs have been included in the healthcare directory by the Federal Office for Drugs and Medical Devices (German abbreviation BfArM) of the Federal Ministry of Health, and 13 have so far been finally approved (2023) for the diagnosis and treatment of mainly chronic diseases. A certain degree of proof of efficacy had to be provided for provisional approval.</Pgraph><Pgraph>The number of prescriptions for these apps has risen continuously until 2023, to around 170,000 activation codes for the substitute health insurance funds (by the end of June 2023) and 70,000 for the BKK umbrella organization. Similar figures are reported for the locally organized insurance companies (AOKs). However, in the view of the German Medical Association, the proof of benefit is not yet sufficient and, above all, has not been verified independently from the manufacturer. The health insurance funds also criticize one-sided price fixing by the manufacturers <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>A general overview of existing DiGAs for ENT medicine was published in 2023 by a working group from Munich and Nuremberg <TextLink reference="2"></TextLink>. A total of 6 DiGAs were identified and their evidence &#8211; if available &#8211; was evaluated in terms of therapeutic success. Two of these DiGAs are intended for the treatment of tinnitus. One app (&#8222;My Tinnitus App&#8220;) contains a mere tinnitus counseling as a basis for further therapeutic interventions.</Pgraph><Pgraph>This app is marketed by a pharmaceutical company (Schwabe) and states &#8222;digital counseling&#8220; as the goal of the therapy: The aim is to reduce the burden of tinnitus and to improve quality of life. There are several lessons, each lasting 90 minutes, which essentially provide information about the development of tinnitus, the function of hearing and the structure of the ear. The entire program should be completed over 10 weeks. The app also includes relaxation techniques, videos and mini games. The app costs &#8364; 449, but this is covered by the health insurance as DiGA.</Pgraph><Pgraph>The other app (Kalmeda) was approved as a DiGA solely on the basis of manufacturer information without any scientific publications. For the provisional inclusion in the DiGA catalog, a sample data collection of 67 participants was submitted, which demonstrated a reduction in tinnitus stress using the Mini-TF (short form of the tinnitus questionnaire according to Goebel and Hiller <TextLink reference="3"></TextLink>).</Pgraph><Pgraph>In the meantime, this DiGA &#8222;Kalmeda&#8220; has received final approval as a &#8222;mobile tinnitus therapy on prescription&#8220; and has been heavily advertised ever since. The developer of the app, ENT specialist Uso Walter, has since sold his company (&#8222;MyNoise&#8220;) to a pharmaceutical company (Pohl Boskamp) and is now only involved as a consultant. The app costs &#8364; 189 for 90 days, should be used for a total of one year, up to 4 activation codes (i.e. &#8364; 756) are covered by the statutory health insurance.</Pgraph><Pgraph>According to the distributing pharmaceutical company, the app offers guideline-compliant behavioral therapy for the treatment of chronic tinnitus. The clinical studies have demonstrated the app&#39;s convincing effectiveness. The corresponding publication was published in an online journal (PLOS Digit Health) in September 2023 and was only submitted there in November 2022 <TextLink reference="4"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>The app itself was presented and commercially distributed back in 2018. The study to prove the effectiveness of the app began in August 2020 and the last patient was included in March 2021. According to the authors of the study, it is intended to provide app-supported cognitive behavioral therapy and thus comply with the strong recommendations of the therapy guidelines of the AWMF guideline &#8222;Chronic tinnitus&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink>. However, it is not the current version of the guideline (published in 2021 <TextLink reference="6"></TextLink>) that is referenced, but the previous version (published in 2014). The app provides psychoeducation paired with relaxation and sound applications in 5 stages. Over an application period of 3 to 12 months, users of the app should recognize and assess harmful patterns of thought and behaviour, increase their mindfulness and learn to improve their resilience characteristics. In addition, natural sound signals are used as background noise for calming and tinnitus-related information is conveyed.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="de" linked="yes" name="Studie zu Kalmeda">
      <MainHeadline>Studie zu Kalmeda</MainHeadline><Pgraph>F&#252;r die Studie wurden insgesamt 187 Patienten rekrutiert und in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe eingeteilt, die erst nach 3 Monaten die App zu nutzen begann (Wartegruppe). Die Studiengruppe war im Schnitt 48,2 Jahre alt, 51,9&#37; waren m&#228;nnliche und 48,1&#37; weibliche Teilnehmer. 17,1&#37; (16 von 94) der Teilnehmer der Interventionsgruppe und 8,6&#37; (8 von 93) der Kontrollgruppe brachen nach 3 Monaten die Studie aus &#252;berwiegend unbekannten Gr&#252;nden ab, w&#228;hrend 163 Patienten die Studie &#252;ber 9 Monate durchliefen und die entsprechenden Tinnitus-Frageb&#246;gen mindestens einmal ausgef&#252;llt haben. Ausgewertet wurden insgesamt 158 Patienten (76 Interventionsgruppe, 82 Kontrollgruppe), allerdings nur zum Zeitpunkt T1, also 3 Monate nach Beginn. Das Studienprotokoll sah keine Erhebung audiometrischer Daten, wie etwa der Tonh&#246;rschwelle, oder von Tinnitusparametern vor. In der Interventionsgruppe wurde eine Reduktion des mit dem 52 Fragen umfassenden Tinnitusfragebogen <TextLink reference="2"></TextLink> ermittelten Gesamtscores bei 56 Patienten (73,7&#37;) um mehr als 6,65 Punkte beobachtet (minimale klinisch bedeutsame Referenz), w&#228;hrend sich in der Kontrollgruppe nur bei 22&#37; der Patienten eine vergleichbare Reduktion des Tinnitus-Gesamtscores zeigte. In der Interventionsgruppe wurde bei 7,9&#37; der Patienten eine Erh&#246;hung der Tinnitusbelastung, gemessen am Tinnitus-Gesamtscore, beobachtet.</Pgraph><Pgraph>Bei Auswertung der Sekund&#228;r-Outcome-Parameter Depression (PHQ-9 Fragebogen), Stressbelastung (PSQ-20 Fragebogen) und Selbst-Effizienz-Optimismus-Pessimismus (SWOP-K9 Fragebogen) zeigte sich eine signifikante Verringerung des PHQ-9 Summenscores in der Interventionsgruppe, w&#228;hrend in der Kontrollgruppe kein Effekt beobachtet wurde. Ebenso ergab der PSQ-20 Punktwert (Stressfragebogen) eine signifikante Reduktion in der Interventionsgruppe, w&#228;hrend in der Kontrollgruppe kein Effekt erfasst wurde. Nebenwirkungen seien in den ersten 3 Monaten der Studiendauer nicht aufgetreten. Zur Tinnitusbelastung der untersuchten Kohorte ist anzumerken, dass die Grundbelastung im Tinnitus-Gesamtscore im Mittel bei 39,7 Punkten lag, w&#228;hrend der Anteil der Patienten mit dekompensiertem Tinnitus (Grad III oder IV, mindestens 47 Punkte im Tinnitus-Gesamtscore) bei 30,1&#37; lag. Die Autoren folgern, dass die in der Studie eingesetzte App ebenso wie eine konventionelle kognitive Verhaltenstherapie erfolgreich zur Behandlung eingesetzt werden kann. In Bezug auf die Aussagekraft der Studie r&#228;umen die Autoren ein, dass die Studienteilnehmer nur eine m&#228;&#223;ige Tinnitusbelastung angegeben und sie sich bereits f&#252;r psychotherapeutische Therapieans&#228;tze offen gezeigt h&#228;tten. Eine therapeutische Begleitung durch eine Audiologin&#47;Audiologen oder eine Psychotherapeutin&#47;Psychotherapeuten wurde nicht angeboten. Erstaunlich war, dass in der Kontrollgruppe auch keinerlei Placeboeffekte, d.h. keinerlei Verbesserung, in den Frageb&#246;gen erreicht wurde, und dass sich zwar 7,9&#37; verschlechterten, dies aber nicht als Nebenwirkung (&#8222;no adverse effects&#8220;) angesehen wurde (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>, <TextLink reference="4"></TextLink>).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="en" linked="yes" name="Study on Kalmeda">
      <MainHeadline>Study on Kalmeda</MainHeadline><Pgraph>A total of 187 patients were recruited for the study and divided into an intervention group and a control group, which only started using the app after 3 months (waiting group). The average age of the study group was 48.2 years, 51.9&#37; were male and 48.1&#37; were female. 17.1&#37; (16 out of 94) of the participants in the intervention group and 8.6&#37; (8 out of 93) of the control group discontinued the study after 3 months, mainly for unknown reasons, while 163 patients completed the study over 9 months and completed the corresponding tinnitus questionnaires at least once. A total of 158 patients (76 intervention group, 82 control group) were evaluated, but only at T1, i.e. 3 months after the start of the study. The study protocol did not provide for the collection of audiometric data, such as the tone threshold or tinnitus parameters. In the intervention group, a reduction of more than 6.65 points (minimum clinically significant reference) in the total score determined using the 52-question tinnitus questionnaire <TextLink reference="2"></TextLink> was observed in 56 patients (73.7&#37;), while only 22&#37; of patients in the control group showed a comparable reduction in the total tinnitus score. In the intervention group, an increase of tinnitus burden measured by the total tinnitus score was observed in 7.9&#37; of patients.</Pgraph><Pgraph>When evaluating the secondary outcome parameters of depression (PHQ-9 questionnaire), stress (PSQ-20 questionnaire) and self-efficacy-optimism-pessimism (SWOP-K9 questionnaire), there was a significant reduction in the PHQ-9 total score in the intervention group, while no effect was observed in the control group. Similarly, the PSQ-20 score (stress questionnaire) showed a significant reduction in the intervention group, while no effect was recorded in the control group. There were no side effects in the first 3 months of the study. With regard to the tinnitus burden of the cohort studied, it should be noted that the baseline burden in the overall tinnitus score was 39.7 points on average, while the proportion of patients with decompensated tinnitus (grade III or IV, at least 47 points in the overall tinnitus score) was 30.1&#37;. The authors conclude that the app used in the study can be used successfully for treatment in the same way as conventional cognitive behavioral therapy. Commenting on   the significance of the study, the authors concede that the study participants only reported moderate tinnitus and that they were already open to psychotherapeutic treatment approaches. Therapeutic support from an audiologist or psychotherapist was not offered. It was astonishing that no placebo effects, i.e. no improvement, were observed in the control group in the questionnaires and that although 7.9&#37; using the app worsened, this was not regarded as a side effect (&#8222;no adverse effects&#8220;; <TextGroup><PlainText>Figure 1 </PlainText></TextGroup><ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>, <TextLink reference="4"></TextLink>).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="de" linked="yes" name="&#8222;Real-World-Studie&#8220; der BIG-direkt gesund">
      <MainHeadline>&#8222;Real-World-Studie&#8220; der BIG-direkt gesund</MainHeadline><Pgraph>Die Krankenversicherung BIG direkt hat eine sehr ausf&#252;hrliche Patientenbefragung und  -auswertung zu Nutzung und Wirksamkeit der Kalmeda-App vorgestellt <TextLink reference="7"></TextLink>. Angeschrieben wurden 409 Patientinnen und Patienten, die die App verordnet bekommen (Freischaltcode erhalten) haben, 234 antworteten schlie&#223;lich und ein von diesen Patienten ausgef&#252;llter Fragebogen konnte ausgewertet werden. Nur 15,4&#37; durchliefen die Therapie &#252;ber 12 Monate, w&#228;hrend 60,3&#37; bereits nach 3 Monaten abbrachen. Eine gute Wirksamkeit wurde von deutlich weniger als 50&#37; der App-Nutzer angegeben. Eine subjektive Reduktion der Tinnitus-Wahrnehmung gaben lediglich 32,9&#37; der teilnehmenden App-Nutzer an, w&#228;hrend 55,1&#37; keine &#196;nderung empfanden und 12&#37; keine Angaben hierzu machten. Auch konnten nur 35.9&#37; der App-Nutzer gegen&#252;ber dem Tinnitus eine positive Einstellung entwickeln, 52,1&#37; gelang dies nicht (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). Als Hauptgr&#252;nde f&#252;r einen vorzeitigen Abbruch wurden Schwierigkeiten mit der Handhabung der App, Probleme mit dem Datenschutz (geforderter Zugriff auf Fotos), aber auch ein zu langsamer Fortschritt beim Zugriff auf die einzelnen Module genannt (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>, <TextLink reference="8"></TextLink>).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="en" linked="yes" name="&#8220;Real-world study&#8221; by &#8220;BIG-direkt gesund&#8221;">
      <MainHeadline>&#8220;Real-world study&#8221; by &#8220;BIG-direkt gesund&#8221;</MainHeadline><Pgraph>The health insurance company BIG direkt has presented a very detailed patient survey and evaluation of the use and effectiveness of the Kalmeda app <TextLink reference="7"></TextLink>. A total of 409 patients who had been prescribed the app (received an activation code) were contacted. 234 finally responded and a questionnaire completed by these patients was evaluated. Only 15.4&#37; completed the therapy over 12 months, while 60.3&#37; discontinued after just 3 months. Good effectiveness was reported by significantly less than 50&#37; of app users. Only 32.9&#37; of participating app users reported a subjective reduction in tinnitus perception, while 55.1&#37; felt no change and 12&#37; did not provide any information on this. Furthermore, only 35.9&#37; of app users were able to develop a positive attitude towards tinnitus, while 52.1&#37; were unable to do so (Figure 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). The main reasons given for premature termination were difficulties with the handling of the app, problems with data protection (required access to photos), but also too slow progress in accessing the individual modules (Figure 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>, <TextLink reference="8"></TextLink>).</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="de" linked="yes" name="Diskussion">
      <MainHeadline>Diskussion</MainHeadline><Pgraph>In internationalen Tinnitusleitlinien wie auch in der deutschen S3-Leitlinie &#8222;Chronischer Tinnitus&#8220; <TextLink reference="4"></TextLink> wird die kognitive, tinnitusspezifische Verhaltenspsychotherapie (KVT) mit einer starken Empfehlung zur Behandlung vorgeschlagen. Evidenz besteht sowohl f&#252;r direkte psychotherapeutische als auch f&#252;r internetbasierte Interventionen <TextLink reference="9"></TextLink>. W&#228;hrend internetbasierte Tinnitustherapien in der Regel von Audiologen oder auch von Psychologen begleitet und gef&#252;hrt werden, ist die Kalmeda Smart<TextGroup><PlainText>phone</PlainText></TextGroup>-Applikation ein Therapieansatz, der praktisch ohne therapeutische Begleitung stattfindet und allein auf Dokumenten und Ger&#228;uschanwendungen basiert. &#196;u&#223;erst problematisch daran ist, dass Verschlechterungen oder gar Gef&#228;hrdungen nicht erkannt werden und daher auch nicht reagiert werden kann, was in der KVT, auch der internetbasierten, jederzeit m&#246;glich ist. F&#252;r Deutschland sind derartige App-gest&#252;tzte Therapieans&#228;tze auf Grundlage der DiGA-Verordnung eingef&#252;hrt worden, die App zur Tinnitusbehandlung war eine der ersten, die &#252;berhaupt eine vorl&#228;ufige Zulassung erhalten hat. Dies, obwohl damals noch keinerlei Ergebnisse vorlagen. Die im September 2023 mitgeteilten Studiendaten der Kalmeda-App sind mit gro&#223;er Verz&#246;gerung publiziert worden, obwohl die Vertriebsfirma bereits lange zuvor eine Ver&#246;ffentlichung der Daten angek&#252;ndigt hatte.</Pgraph><Pgraph>Die konkreten Studienergebnisse wurden bereits vor zwei Jahren erhoben und vom Hersteller der App in Werbeanzeigen ver&#246;ffentlicht. Die Ver&#246;ffentlichung erfolgte nicht in einem renommierten Journal aus dem HNO-Bereich, sondern in einem online-Journal (PloS Digital Health), das nach eigenem Bekunden haupts&#228;chlich auf Originalit&#228;t und Innovation Wert legt.</Pgraph><Pgraph>Anzunehmen ist, dass fachspezifische Journale mit hoch qualitativem Review eine Ver&#246;ffentlichung des Manuskripts abgelehnt h&#228;tten oder sogar haben, auch weil erhebliche Interessenkonflikte bei allen Autoren nach deren eigenen Angaben bestanden, da sie von den beteiligten Firmen Honorare erhalten haben. Dies ist sicher als ein prinzipiell problematischer &#8222;Bias of funding&#8220; anzusehen.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren der Kalmeda-App-Studie beschreiben den Weg der Rekrutierung der Studienteilnehmer nur fragmentarisch. Die Rolle der beiden HNO-Praxen bei der Durchf&#252;hrung der Studie bleibt unklar. Die Rekrutierung fand wohl &#252;ber das Internet statt. Die vorgestellten Daten und statistischen Berechnungen sind sehr verwirrend und kaum verst&#228;ndlich, w&#228;hrend Aussagen bez&#252;glich m&#246;glicher Effekte als eindeutig konstatiert werden. Dadurch erscheinen ansonsten unvollst&#228;ndige Daten &#252;ber die eingeschlossenen Patientinnen und Patienten komplex berechenbar. Problematisch ist insbesondere, dass audiologische Daten wie beispielsweise die &#252;ber die Auspr&#228;gung des jeweiligen H&#246;rverlustes und die Qualit&#228;t des Ohrger&#228;usches in keiner Weise erfasst worden sind und deshalb auch nicht mit ausgewertet werden konnten. Begleitende oder laufende Therapien wurden gar nicht erfasst, ausgeschlossen soll nur eine Psychotherapie gewesen sein.</Pgraph><Pgraph>Bisher konnten die Autoren der Kalmeda-App-Studie nur Ergebnisse nach einer dreimonatigen Auswertung vorstellen. Es stellt sich die Frage, ob in Anbetracht der hohen Dropout-Rate das Vorhaben der Publikation der Ergebnisse der App-Anwendung nach 9 oder 12 Monaten umgesetzt werden kann.</Pgraph><Pgraph>Erstaunlich ist auch, dass in der Kontrollgruppe gemessen am Tinnitus Gesamtscore &#252;ber den dreimonatigen Wartezeitraum keine Verbesserung und deutlich mehr Verschlechterungen erzielt wurden als in der Behandlungsgruppe, bei welcher in 8&#37; der F&#228;lle eine Verschlechterung der Tinnitusbelastung auftrat. Diese Beobachtung deckt sich nicht mit den Erfahrungen aus vergangenen Studien, bei denen auch ohne Behandlung in der Kontrollgruppe immer eine gewisse Verbesserung der Tinnitusbelastung auftrat.</Pgraph><Pgraph>Die gr&#252;ndliche Erhebung der Krankenversicherung BIG-direkt wirft ein anderes Licht auf die dargestellten Anwendungserfolge der Kalmeda-App. Sowohl die hohe Abbruchrate (60,3&#37;) als auch eine deutlich geringere Effektst&#228;rke lassen Zweifel an den in der Ver&#246;ffentlichung zu &#8222;Kalmeda&#8220; genannten Ergebnissen aufkommen.</Pgraph><Pgraph>Daher wird eine wirklich fundierte Bewertung und dann ggf. eine Empfehlung f&#252;r eine derartige App-vermittelte Tinnitustherapie erst erfolgen k&#246;nnen, wenn wirklich unabh&#228;ngige und valide Studiendaten vorliegen, die vor allem audiometrische Daten und den H&#246;rstatus einbeziehen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="en" linked="yes" name="Discussion">
      <MainHeadline>Discussion</MainHeadline><Pgraph>In international tinnitus guidelines as well as in the German S3 guideline &#8220;Chronic Tinnitus&#8220; <TextLink reference="4"></TextLink>, cognitive, tinnitus-specific behavioral psychotherapy (CBT) is proposed with a strong recommendation for treatment. Evidence exists for both direct psychotherapeutic and internet-based interventions <TextLink reference="9"></TextLink>. While internet-based tinnitus therapies are usually accompanied and guided by audiologists or psychologists, the Kalmeda smartphone application is a therapy approach that takes place practically without therapeutic support and is based solely on documents and sound applications. What is extremely problematic about this is that deterioration or even danger is not recognized and therefore it is not possible to react, which is possible at any time in CBT, including internet-based CBT. In Germany, such app-supported therapy approaches were introduced on the basis of the DiGA regulation, and the app for tinnitus treatment was one of the first to receive provisional approval. This was despite the fact that no results were available at the time. The study data for the Kalmeda app reported in September 2023 were published with a long delay, although the distribution company had already announced publication of the data long beforehand.</Pgraph><Pgraph>The specific study results were collected two years ago and published by the app manufacturer in advertisements. The publication was not in a renowned journal from the ENT field, but in an online journal (PloS Digital Health), which, by its own admission, places particular emphasis on originality and innovation.</Pgraph><Pgraph>It can be assumed that subject-specific journals with high-quality reviews would have or even did refuse to publish the manuscript, partly because all authors stated that they had significant conflicts of interest, as they received fees from the companies involved. This can certainly be seen as a problematic &#8220;bias of funding&#8220; in principle.</Pgraph><Pgraph>The authors of the Kalmeda app study only provide a fragmentary description of how the study participants were recruited. The role of the two ENT practices in conducting the study remains unclear. Recruitment probably took place via the Internet. The data and statistical calculations presented are very confusing and barely comprehensible, while statements regarding possible effects are clearly stated. This makes otherwise incomplete data on the included patients appear complex to calculate. It is particularly problematic that audiological data such as the severity of the respective hearing loss and the quality of the ringing in the ears were not recorded in any way and therefore could not be analyzed. Accompanying or ongoing therapies were not recorded at all; only psychotherapy is said to have been excluded.</Pgraph><Pgraph>So far, the authors of the Kalmeda app study have only been able to present results after a three-month evaluation. In view of the high dropout rate, the question arises as to whether the plan to publish the results of the app usage after 9 or 12 months can be implemented.</Pgraph><Pgraph>It is also astonishing that in the control group, measured by the total tinnitus score over the three-month waiting period, no improvement and significantly more worsening was achieved than in the treatment group, in which a worsening of the tinnitus burden occurred in 8&#37; of cases. This observation is not consistent with the experience from previous studies, in which there was always a certain improvement in the tinnitus burden in the control group, even without treatment.</Pgraph><Pgraph>The thorough survey conducted by the health insurance company BIG-direkt sheds a different light on the success of the Kalmeda app. Both the high drop-out rate (60.3&#37;) and a significantly lower effect size cast doubt on the results mentioned in the publication on &#8220;Kalmeda&#8220;.</Pgraph><Pgraph>Therefore, a truly well-founded evaluation and, if necessary, a recommendation for such app-mediated tinnitus therapy will only be possible when independent and valid study data are available, which primarily include audiometric data and hearing status.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="de" linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autoren erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock language="en" linked="yes" name="Note">
      <MainHeadline>Note</MainHeadline><SubHeadline>Competing interests</SubHeadline><Pgraph>The authors declare that they have no competing interests.</Pgraph></TextBlock>
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        <NoOfTables>0</NoOfTables>
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        <Figure format="png" height="326" width="552">
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          <MediaID language="de">1de</MediaID>
          <MediaID language="en">1en</MediaID>
          <Caption language="de"><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: TQ-Werte vor und 3 Monate nach Benutzung der Kalmeda-App &#8211; signifikante Verbesserung im erfassten Zeitraum &#91;4&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
          <Caption language="en"><Pgraph><Mark1>Figure 1: TQ values before and 3 months after using the Kalmeda app &#8211; significant improvement in the recorded period &#91;4&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="507" width="948">
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          <MediaID language="de">2de</MediaID>
          <MediaID language="en">2en</MediaID>
          <Caption language="de"><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: BIG-Studie: Wirkung der Kalmeda App bei 234 Nutzern in Bezug auf Effekte der App-Anwendung &#91;7&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
          <Caption language="en"><Pgraph><Mark1>Figure 2: BIG study: Effect of the Kalmeda app on 234 users in relation to the effects of the app usage &#91;7&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
        </Figure>
        <Figure format="png" height="395" width="1017">
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          <MediaID language="en">3en</MediaID>
          <Caption language="de"><Pgraph><Mark1>Abbildung 3: BIG-Studie: Abbruchgr&#252;nde bei 177 Teilnehmern der Befragung (von 234), nur 10&#37; brachen wegen einer Verbesserung durch die App-Anwendung ab &#91;8&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
          <Caption language="en"><Pgraph><Mark1>Figure 3: BIG study: Reasons for dropping out among 177 participants in the survey (out of 234), only 10&#37; dropped out because of an improvement through the app usage &#91;8&#93;</Mark1></Pgraph></Caption>
        </Figure>
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