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    <IdentifierDoi>10.3205/zaud000086</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-zaud0000863</IdentifierUrn>
    <ArticleType>&#220;bersichtsarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Ger&#228;uschempfindlichkeit bei Kindern und Jugendlichen</Title>
      <TitleTranslated language="en">Hyperacusis in children and adolescents</TitleTranslated>
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      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Rosanowski</Lastname>
          <LastnameHeading>Rosanowski</LastnameHeading>
          <Firstname>Frank</Firstname>
          <Initials>F</Initials>
          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Praxis f&#252;r HNO-Heilkunde, Phoniatrie und P&#228;daudiologie, Kaiserstra&#223;e 35, 90403 N&#252;rnberg, Deutschland<Affiliation>Praxis f&#252;r HNO-Heilkunde, Phoniatrie und P&#228;daudiologie, N&#252;rnberg, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>Frank.Rosanowski&#64;t-online.de</Email>
        <Creatorrole corresponding="yes" presenting="no">author</Creatorrole>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">hyperacusis children and adolescents</Keyword>
      <Keyword language="en">epidemiology</Keyword>
      <Keyword language="en">diagnostics</Keyword>
      <Keyword language="en">therapy</Keyword>
      <Keyword language="de">Hyperakusis Kinder und Jugendliche</Keyword>
      <Keyword language="de">Epidemiologie</Keyword>
      <Keyword language="de">Diagnostik</Keyword>
      <Keyword language="de">Therapie</Keyword>
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      <DatePublished>20260504</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>2628-9083</ISSN>
        <Volume>8</Volume>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie - Audiological Acoustics</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Audiol (Audiol Acoust)</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
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    <ArticleNo>09</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Ger&#228;uschempfindlichkeit bei Kindern und Jugendlichen ist in der Audiologie ein wenig erforschtes und in der klinischen Praxis wenig beachtetes Ph&#228;nomen. Die Terminologie zu diesem St&#246;rungskomplex ist nicht einheitlich, &#220;berlegungen zu m&#246;glichen urs&#228;chlichen oder bedingenden Faktoren und Entstehungsmechanismen sowie zu relevanten komorbiden Erkrankungen sind nicht abgeschlossen, einheitliche Standards zur Diagnostik und Therapie fehlen. Das f&#252;hrt in der &#228;rztlichen Praxis zu einem unsystematischen Umgang mit den betroffenen Patienten und ihren Familien. In der vorliegenden Arbeit werden der aktuelle Wissensstand und ein m&#246;gliches praktisches Vorgehen in der diagnostischen Ann&#228;herung sowie auf der Basis zweier Kasuistiken der m&#246;gliche Einsatz einer apparativen Hilfe als relevante Therapiekomponente beschrieben.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Noise sensitivity in children and adolescents is a sparsely investigated phenomenon, so far it has received only limited attention in clinical audiology. Terminology remains inconsistent; considerations regarding potential causal or contributory factors, underlying mechanisms, and relevant comorbid conditions are incomplete; and there is a lack of standardized diagnostic and therapeutic approaches. So, clinical practice is limited due to an unsystematic handling of affected patients and their families. The present article outlines the current state of knowledge and proposes a pragmatic approach, and &#8211; based on two case reports &#8211; discusses the potential use of hearing aids as a possible component of therapy.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Hintergrund" linked="yes">
      <MainHeadline>Hintergrund</MainHeadline><Pgraph>Ger&#228;uschempfindlichkeit bei Kindern und Jugendlichen ist in der Audiologie ein bisher nur unzureichend beachtetes und erforschtes Ph&#228;nomen. Eine das praktische Vorgehen im Sinne eines Handlungskorridors ordnende Leitlinie gibt es zu dieser St&#246;rung nicht. Konsens besteht, dass das Ph&#228;nomen h&#246;r- und wahrnehmungsbezogene, psychologische und soziale Dimensionen hat, aber insgesamt d&#252;rfte der Umgang mit den Patienten und ihren Familien derzeit weitgehend unsystematisch sein. </Pgraph><Pgraph>Zentrale wissenschaftliche und klinisch-praktische Fragestellungen sind nach Baguley <TextLink reference="5"></TextLink> die Epidemiologie, Mechanismen der Entwicklung einer Ger&#228;uschempfindlichkeit und deren nat&#252;rlicher Verlauf, Risikofaktoren, eine m&#246;glicherweise ver&#228;nderte Schmerzwahrnehmung bei Betroffenen, der Zusammenhang von Hyperakusis und Tinnitus, die Entwicklung von auch als Endpunktparameter einer Behandlung geeigneten Frageb&#246;gen sowie die zentrale Frage nach einer ad&#228;quaten Therapie. Hinzu kommen die auch im internationalen Schrifttum uneinheitliche Definition und Terminologie <TextLink reference="1"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>, <TextLink reference="7"></TextLink>, zu beachtende Besonderheiten der Audiometrie bei diesen Patienten <TextLink reference="1"></TextLink> sowie ein individuell zu konzipierendes, auch interdisziplin&#228;res Vorgehen bei relevant h&#228;ufigen Komorbidit&#228;ten, siehe dazu z.B. <TextLink reference="4"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>, <TextLink reference="15"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>In dieser Arbeit werden der aktuelle Wissensstand zu den skizzierten offenen Fragen erl&#228;utert, ein m&#246;gliches Vorgehen in der diagnostischen Ann&#228;herung sowie auf der Basis zweier Kasuistiken &#8211; mit dem audiologischen Fokus &#8211; der m&#246;gliche Einsatz einer apparativen Hilfe als m&#246;gliche Therapiekomponente beschrieben.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Definition" linked="yes">
      <MainHeadline>Definition</MainHeadline><Pgraph>Der wohl h&#228;ufigste gebrauchte Begriff f&#252;r <TextGroup><PlainText>Ger&#228;</PlainText></TextGroup>uschem<TextGroup><PlainText>pfindlich</PlainText></TextGroup>keit ist &#8222;Hyperakusis&#8220;. Er wird verstanden als eine Empfindlichkeit, bei der Ger&#228;usche bereits bei Schalldruckpegel, die f&#252;r die meisten Menschen unproblematisch sind, als unbehaglich und &#252;berm&#228;&#223;ig laut empfunden werden. Im Hinblick auf Kinder und Jugendliche pr&#228;zisieren Aazh et al. <TextLink reference="1"></TextLink> die Grenzwerte der Schalldruckpegel folgenderma&#223;en: Eine &#8222;Hyperakusis&#8220; liegt dann vor, wenn der Mittelwert der Unbehaglichkeitsschwelle bei 250 Hz bis 8 kHz bei &#8804;77 dB HL liegt, als &#8222;schwere Hyperakusis&#8220; wird ein Mittelwert von &#8804;30 dB HL festgelegt. </Pgraph><Pgraph>Bahramian <TextLink reference="6"></TextLink> bezeichnet als Hyperakusis die Intoleranz gegen&#252;ber Alltagsger&#228;uschen, die als zu laut oder unangenehm empfunden werden und zu Distress, reduzierter Bef&#228;higung zur Teilnahme an allt&#228;glichen Aktivit&#228;ten einschlie&#223;lich des Sprachverstehens im Ger&#228;usch f&#252;hren, ber&#252;cksichtigt also m&#246;gliche psychosoziale Folgen einer Ger&#228;uschempfindlichkeit und weitere h&#246;rbezogene Auff&#228;lligkeiten.</Pgraph><Pgraph>Barros Coelho et al. <TextLink reference="7"></TextLink> schlagen f&#252;r Kinder und Jugendliche angesichts der Begriffsvielfalt &#8222;hyperacusis, sound annoyance, loudness hypersensitivity&#8220; folgende Definition f&#252;r die Hyperakusis vor: Hyperakusis meint eine herabgesetzte Unbehaglichkeitsschwelle, verbunden mit &#8222;abnormal annoyance to sounds&#8220;. Ihr audiometrisches Kriterium f&#252;r &#8222;loudness hypersensitivity&#8220; ist eine Unbehaglichkeitsschwelle unterhalb der 5. Perzentile; &#8222;abnormal <TextGroup><PlainText>annoyance</PlainText></TextGroup> to sounds&#8220; wird definiert durch die bejahende Antwort auf &#8222;Are you bothered by any kind of sounds or noise&#63;&#8220;</Pgraph><Pgraph>Die umfassendere Definition der Hyperakusis d&#252;rfte der Komplexit&#228;t der St&#246;rung mit h&#246;r- und <TextGroup><PlainText>wahrnehmung</PlainText></TextGroup>sb<TextGroup><PlainText>ezogen</PlainText></TextGroup>en, psychologischen und sozialen Dimensionen am ehesten gerecht werden, zumal sie holistisch das diagnostische Vorgehen leitet und auch die Qualit&#228;t einer wie auch immer gearteten Intervention beurteilen l&#228;sst.</Pgraph><Pgraph>Zusammenfassend gilt f&#252;r die Definition der Ger&#228;uschempfindlichkeit Folgendes: </Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Hyperakusis ist nicht nur ein Oberbegriff f&#252;r unterschiedliche Formen der Ger&#228;uschempfindlichkeit, sondern auch die Beschreibung der Wahrnehmung und Beurteilung unterschiedlicher Ger&#228;usche als unangenehm laut, als bedrohlich oder schmerzhaft, und zwar unabh&#228;ngig vom Kontext ihres Auftretens und ihrer konkreten Bedeutung. </ListItem><ListItem level="1">Abgegrenzt werden muss die Misophonie: Dabei handelt es sich um eine unnormal heftige Reaktion auf ein Ger&#228;usch mit einem spezifischen Klangmuster und&#47;oder einer besonderen Bedeutung f&#252;r den Betroffenen. Bei der Phonophobie wird die Ger&#228;uschempfindlichkeit mit einer besonderen emotionalen Reaktion verkn&#252;pft, zumeist mit der Angst vor Ger&#228;uschen im Allgemeinen oder vor einem speziellen Ger&#228;usch, ggf. mit einem die Lebensf&#252;hrung beeintr&#228;chtigenden R&#252;ckzugsverhalten. </ListItem><ListItem level="1">Als Recruitment bezeichnet man den gesteigerten Lautheitszuwachs oder Lautheitsausgleich bei Patienten mit einer Fehlfunktion der &#228;u&#223;eren Haarzellen beim Vorliegen einer Innenohrschwerh&#246;rigkeit. </ListItem><ListItem level="1">Die aktuelle Fassung der Krankheitsklassifikation ICD der Weltgesundheitsorganisation WHO nennt unter der Ordnungsnummer H93.- den Oberbegriff &#8222;Sonstige Krankheiten des Ohres, anderenorts nicht klassifiziert&#8220; und unter H93.2 zusammenfassend sowohl &#8222;Diplakusis&#8220;, &#8222;Hyperakusis&#8220;, &#8222;Recruitment &#91;Lautheitsausgleich&#93;&#8220; und eine &#8222;Zeitweilige H&#246;rschwellenverschiebung&#8220;. In der klinischen Dokumentation muss also im Einzelfall die Ger&#228;uschempfindlichkeit entsprechend konkretisiert werden.</ListItem><ListItem level="1">Die Begriffsvielfalt der Definitionen bedingt Probleme bei epidemiologischen Erhebungen und bei der Absch&#228;tzung der Auftretenswahrscheinlichkeit, bei der Benennung m&#246;glicher Ursachen und Bedingungen, aber nat&#252;rlich auch in der Diagnostik und Therapie.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Epidemiologie" linked="yes">
      <MainHeadline>Epidemiologie</MainHeadline><Pgraph>Aazh <TextLink reference="1"></TextLink> fand in einem Kollektiv von n&#61;62 vier bis <TextGroup><PlainText>18 Jahre</PlainText></TextGroup> alter Patienten im ambulanten Setting einer audiologischen Spezialeinrichtung bei 85&#37; eine H<TextGroup><PlainText>ype</PlainText></TextGroup>ra<TextGroup><PlainText>kus</PlainText></TextGroup>is, bei 17&#37; eine schwere Hyperakusis. </Pgraph><Pgraph>Jacquemin <TextLink reference="14"></TextLink> beschreibt nach einer Fragebogenerhebung an 415 Kindern (R&#252;ckl&#228;ufer 97,3&#37;) im Alter von neun bis zw&#246;lf Jahren eine manchmal auftretende Hy<TextGroup><PlainText>pe</PlainText></TextGroup>ra<TextGroup><PlainText>kus</PlainText></TextGroup>is bei 37,3&#37;, eine permanente Hyperakusis bei 3,3&#37;; weibliche Probanden waren dort h&#228;ufiger betroffen als m&#228;nnliche. Ein permanenter Tinnitus wurde von 10,5&#37; angegeben.</Pgraph><Pgraph><TextGroup><PlainText>Auch die Daten von Nemholt </PlainText><TextLink reference="21"></TextLink><PlainText> beruhen auf einer Frag</PlainText></TextGroup>eb<TextGroup><PlainText>ogenerheb</PlainText></TextGroup>ung in Schulen (n&#61;501 Kinder&#47;Jugendliche): 14,6&#37; hatten eine Hyperakusis, davon waren 72,6&#37; besorgt (&#8222;bothered&#8220;); eine Hyperakusis wurde 4,73 mal h&#228;ufiger von Probanden mit einem Tinnitus angegeben. Strukturiert erfragt wurden auch die Reaktionen auf und die Folgen einer Hyperakusis: Sie f&#252;hrte zu Vermeidungsverhalten (Orte, Aktivit&#228;ten), l&#228;rminduzierten Ohrenschmerzen und zur Besorgnis, Ger&#228;usche k&#246;nnten das Geh&#246;r sch&#228;digen.</Pgraph><Pgraph>Methodisch besonders hochwertig ist der systematische Review von Nemholt Rosing <TextLink reference="20"></TextLink>: Danach liegt die Pr&#228;valenz der Hyperakusis in der jungen Altersgruppe zwischen sechs und 41,9&#37;. Die erheblichen Schwankungen wurden durch unterschiedliche Studiendesigns und -populationen sowie durch abweichende Definitionen und eine ung&#252;nstige Begriffsvielfalt erkl&#228;rt. Gefordert wurde eine gr&#246;&#223;ere Standardisierung nicht nur der Studien, sondern auch des klinischen Vorgehens, eine Schlussfo<TextGroup><PlainText>lger</PlainText></TextGroup>ung, die auch von Potgieter <TextLink reference="22"></TextLink> geteilt wird.</Pgraph><Pgraph>Nemholt Rosing et al. <TextLink reference="19"></TextLink> fanden bei Kindern und Jugendlichen in einer 5-Jahres-Studie in D&#228;nemark die H<TextGroup><PlainText>yp</PlainText></TextGroup>era<TextGroup><PlainText>kus</PlainText></TextGroup>is als Hauptbeschwerde bei 12,8&#37;, Hyperakusis gemeinsam mit einem Tinnitus bei 15,7&#37;. Nach der Erhebung werden betroffene Kinder und Jugendliche in D&#228;nemark im Wesentlichen in prim&#228;r f&#252;r die Versorgung von Erwachsenen ausgewiesenen Einrichtungen untersucht und behandelt. Aber: Die Autoren schlie&#223;en vor dem Hintergrund einer nicht erwarteten geringen Fallzahl, dass in D&#228;nemark Kinder und Jugendliche mit einer Hyperakusis entweder von Haus&#228;rzten oder gar nicht &#228;rztlich betreut werden und mahnen daher eine bessere Standardisierung auch des Zuweisungsmodus an.</Pgraph><Pgraph>Insgesamt kann zur Epidemiologie Folgendes festgehalten werden:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Die Pr&#228;valenz der Hyperakusis bei Kindern und Jugendlichen liegt zwischen sechs und 42&#37;. Die Streuung ist durch unterschiedliche Studiendesigns, -populationen und Definitionen erkl&#228;rt. Zu fordern ist eine gr&#246;&#223;ere Standardisierung des klinischen Vorgehens sowie in weiteren Studien auch die Einbindung nicht spezialisierter Zentren, um die Versorgungsrealit&#228;t gerade in Fl&#228;chenstaaten besser abzubilden.</ListItem><ListItem level="1">Die Beobachtung, dass bei Erwachsenen einer jahrelang bestehenden Hyperakusis langsam ein Tinnitus folgt, und dass das &#252;beraktive H&#246;rsystem quasi die Wahrnehmung eines Tinnitus erm&#246;glicht, kann nach der aktuellen Datenlage nicht auf Kinder und Jugendliche &#252;bertragen werden. </ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Hyperakusis und weitere Gesundheitsprobleme" linked="yes">
      <MainHeadline>Hyperakusis und weitere Gesundheitsprobleme</MainHeadline><Pgraph>Unterschieden werden v.a. h&#246;rbezogene und sonstige gesundheitliche Auff&#228;lligkeiten, weiterhin in Einzelf&#228;llen dokumentierte soziale Aspekte.</Pgraph><Pgraph>Jahn <TextLink reference="15"></TextLink> analysiert ein Kollektiv von 329 Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 17 Jahren, untersucht wegen &#8222;audiologischer Fragestellungen&#8220; in einem Zentrum f&#252;r Kommunikationsst&#246;rungen. Bei 18&#37; lag eine Hyperakusis vor, davon waren 58&#37; m&#228;nnlich und 42&#37; weiblich; das Auftreten war nicht altersabh&#228;ngig. Bei Kindern mit einer Hyperakusis lag weniger (&#33;) h&#228;ufig (22&#37;) eine bilaterale Innenohrschwerh&#246;rigkeit vor gegen&#252;ber 40&#37; bei Kindern ohne Hyperakusis, sonstige Schwerh&#246;r<TextGroup><PlainText>igkeitsty</PlainText></TextGroup>pen waren gleich h&#228;ufig bei Kindern mit und ohne Hyperakusis. Die Hyperakusis wurde h&#228;ufiger beobachtet bei Kindern mit Sprachentwicklungsproblemen, Erziehungs-, Verhaltens- und Schulauff&#228;lligkeiten. </Pgraph><Pgraph>In der Studie von Myne <TextLink reference="18"></TextLink> wurden insgesamt 61 Kinder mit einer Hyperakusis in einem Zentrum f&#252;r Kinderaudiologie untersucht, davon 33&#37; im Alter von drei bis vier Jahren. 48&#37; hatten Mittelohrerkrankungen, am h&#228;ufigsten Paukenerg&#252;sse; bei 23&#37; lagen sowohl eine Mittelohrst&#246;rung als auch unterschiedliche Entwicklungsst&#246;rungen vor. Im Gesamtkollektiv wurden bei 46&#37; der Kinder Entwicklungsst&#246;rungen gesehen, am h&#228;ufigsten aus dem Autismus-Spektrum-Formenkreis (13&#37;).</Pgraph><Pgraph>Wegen des Bezugs zum Komplex &#8222;H&#246;rwahrnehmung&#8220; wird hier verwiesen auf die an Erwachsenen mit einer Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsst&#246;rung (AVWS) durchgef&#252;hrten Studie von Spyridakou <TextLink reference="25"></TextLink>: Beim Vorliegen einer AVWS fielen die Ergebnisse der auf die Hyperakusis zielenden Fragebogenerhebungen schlechter aus als im Kontrollkollektiv, weiterhin war bei den AVWS-Patienten das Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch ausweislich der Patientenangabe und audiometrischer Ergebnisse schlechter als bei den Kontrollen. In der Studiengruppe war die Suppression der Transitorisch Evozierten Otoakustischen Emissionen TEOAE durch ein gegenseitiges Ger&#228;usch auff&#228;llig. Eine abschlie&#223;end differenzierende Zuordnung des Ph&#228;nomens Hyperakusis zum klinisch breiten Spektrum von Kindern mit einer AVWS ist derzeit nicht m&#246;glich.</Pgraph><Pgraph>Bahramian et al. <TextLink reference="6"></TextLink> untersuchten den Effekt eines Trainings des Sprachverstehens im St&#246;rger&#228;usch auch auf die Auspr&#228;gung einer Hyperakusis, signifikante Verbesserungen wurden berichtet. </Pgraph><Pgraph>In einem ambulanten Kollektiv von 412 Kindern (Durchschnittsalter 7 Jahre, 76&#37; m&#228;nnlich) mit einer Hyperakusis einer audiologischen Spezialeinrichtung wurden im Durchschnitt 6 (1 bis 20) definierte Ger&#228;usche genannt, die eine Symptomatik ausl&#246;sten. Bei 60&#37; der Patienten lag eine spezifische psychiatrische Komorbidit&#228;t vor (Autismus, ADHS, andere) <TextLink reference="4"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Bas <TextLink reference="8"></TextLink> untersuchte ein Kollektiv von Kindern mit einer Hochbegabung (&#8222;gifted children&#8220;), i.e. mit einem IQ&#8805;120 (47 Kinder, Alter sieben bis zw&#246;lf Jahre): Eine Hyperakusis wurde bei 61,7&#37; der m&#228;nnlichen und bei 37,5&#37; der weiblichen Probanden festgestellt; je h&#246;her der IQ war, desto ausgepr&#228;gter wurde die Hyperakusis empfunden; es bestand ein negativer signifikanter Zusammenhang mit der gemessenen Lebensqualit&#228;t.</Pgraph><Pgraph>In der Population von Hall <TextLink reference="13"></TextLink> trat eine Hyperakusis bei 3,7&#37; der befragten und untersuchten n&#61;7.097 elfj&#228;hrigen Kinder auf. &#8222;Risikofaktoren&#8220; waren das m&#228;nnliche Geschlecht und eine h&#246;here Bildung der Mutter, weiterhin Krankenhausaufenthalte innerhalb der ersten 4 Lebenswochen (ohne weitere Angabe).</Pgraph><Pgraph><TextGroup><PlainText>Den Zusammenhang einer Hyperakusis mit dem Spr</PlainText></TextGroup>achentwicklungsstand untersuchte Ralli <TextLink reference="23"></TextLink> bei 109 Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren: Das Auftreten einer Hyperakusis war h&#228;ufiger bei Kindern mit einem schlechteren Sprachentwicklungsstand. </Pgraph><Pgraph>Auch jenseits der hier besprochenen Altersgruppe sind die Ergebnisse von Williams <TextLink reference="26"></TextLink> zur Hyperakusis bei einem Autismus bedeutsam. In der Meta-Analyse wurde die Hyperakusis bei Autismus &#252;ber die Lebensspanne hinweg in wechselnder Auspr&#228;gung gefunden (Interview, Frageb&#246;gen, Verhaltensbeobachtung, Audiometrie), das Symptom sollte bei diesen Patienten also regelm&#228;&#223;ig erfasst und bewertet werden. </Pgraph><Pgraph>F&#252;r den Zusammenhang von Hyperakusis und anderen Gesundheitsproblemen gilt Folgendes:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Bei Kindern und Jugendlichen mit St&#246;rungen aus dem Autismus-Spektrum, beim Vorliegen eines ADHS, bei St&#246;rungen der Sprachentwicklung sowie bei komplexen Entwicklungs- und Lernst&#246;rungen kommt eine H<TextGroup><PlainText>ype</PlainText></TextGroup>ra<TextGroup><PlainText>kusi</PlainText></TextGroup>s geh&#228;uft vor. Das Vorliegen solcher St&#246;rungen sollte in der klinischen Praxis auch durch den Audiologen beachtet werden.</ListItem><ListItem level="1">Es fehlen belastbare Angaben zu komorbiden oder urs&#228;chlichen emotionalen St&#246;rungen beim Vorliegen einer Hyperakusis und daraus erwachsenden Handlungsempfehlungen auch f&#252;r die audiologische Praxis. Die Messung der Lebensqualit&#228;t k&#246;nnte dabei ein &#8222;Einstiegskriterium&#8220; sein.</ListItem><ListItem level="1">Zu w&#252;nschen sind weitergehende Daten zur m&#246;glichen Bedeutung einer Hyperakusis bei der Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsst&#246;rung AVWS sowie zu deren Relevanz im Kindergarten- oder Schulalltag. </ListItem><ListItem level="1">Ein Kind oder Jugendlicher mit einer Hyperakusis muss nicht nur audiologisch eingesch&#228;tzt werden. Die Diagnostik sollte einem ganzheitlichen Ansatz folgen, um einer h&#228;ufig anzutreffenden komplexen Problematik umfassend gerecht werden zu k&#246;nnen bzw. diese auszuschlie&#223;en.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Gest&#246;rte olivo-cochle&#228;re Funktion als m&#246;gliche Ursache einer Hyperakusis" linked="yes">
      <MainHeadline>Gest&#246;rte olivo-cochle&#228;re Funktion als m&#246;gliche Ursache einer Hyperakusis</MainHeadline><Pgraph>Knudson <TextLink reference="16"></TextLink> beschreibt eine verst&#228;rkte kontralaterale Suppression der DPOAE-Amplitude bei Probanden mit einer Hyperakusis. Wilson <TextLink reference="27"></TextLink> fand, dass ein Hyperakusis-Score mit der Inhibitionsst&#228;rke des medialen olivocochle&#228;ren (MOC-)Reflexes korreliert. M&#246;gliche auch klinisch nutzbare Untersuchungsprotokolle ergeben sich aus beiden Arbeiten nicht. Festzuhalten ist also Folgendes:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Im Hinblick auf eine bessere neurobiologische Einordnung einer Hyperakusis sollten weitere Studien mit der Entwicklung von standardisierten Untersuchungsg&#228;ngen auch f&#252;r die klinisch-praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfolgen.</ListItem><ListItem level="1">Derzeit ist aber anzunehmen, dass die neurobiologische Grundlage der Ger&#228;uschempfindlichkeit bei Kindern und Jugendlichen &#228;hnlich wie bei Erwachsenen auf funktionellen Ver&#228;nderungen im Zen<TextGroup><PlainText>tralnerv</PlainText></TextGroup>ensy<TextGroup><PlainText>ste</PlainText></TextGroup>m beruht mit einem ver&#228;nderten Lautheitssollwert sowie einer f&#252;r den Betroffenen ung&#252;nstigen Verkn&#252;pfung des Ger&#228;uscheindrucks mit emotional &#228;ngstlich &#252;berlagerten Bewertungen des H&#246;reindrucks. Gleichwohl gilt auch:</ListItem><ListItem level="1">Auch bei Kindern und Jugendlichen ist die Ger&#228;uschempfindlichkeit kein prim&#228;r psychisches Symptom, sondern es gibt vor dem seelischen Erleben eine k&#246;rperlich-biologische und eine funktionsbezogene Grundlage.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle bei Kindern und Jugendlichen" linked="yes">
      <MainHeadline>Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle bei Kindern und Jugendlichen</MainHeadline><Pgraph>Aazh <TextLink reference="1"></TextLink> schl&#228;gt vor, die frequenzspezifische Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle bei der Intensit&#228;t der to<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>a<TextGroup><PlainText>u</PlainText></TextGroup>d<TextGroup><PlainText>i</PlainText></TextGroup>ometrisch bestimmten H&#246;rschwelle zu beginnen. Es sollte keine Messung &#252;ber 95 dB HL erfolgen; eine Unbehaglichkeitsschwelle &#62;95 dB HL sollte als 100 dB HL dokumentiert werden, in seinem Kollektiv von <TextGroup><PlainText>62 Pr</PlainText></TextGroup>obanden passierte das nur ein Mal. </Pgraph><Pgraph>Kritisch ist Folgendes anzumerken: Zwar ist die Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle ein audiologischer Standard. F&#252;r deren Messung d&#252;rften aber im Umgang mit der Hyperakusis bei Kindern und Jugendlichen einige Aspekte unklar sein: F&#252;hrt man die Messung getrennt oder &#8211; beim Kleinkind im Freifeld zeit&#246;konomischer &#8211; gemeinsam f&#252;r beide Ohren durch&#63; Welche Testanweisungen gibt man dem untersuchten Kind, insbesondere dem Kleinkind&#63; Welche Testger&#228;usche kommen zum Einsatz&#63; Die &#252;bliche Messung mit Rauschsignalen unterschiedlicher Frequenzzusammensetzung wird nur zuf&#228;llig das abbilden k&#246;nnen, was der Betroffene beim Auftreten zum Beispiel eines Autoger&#228;usches empfindet: Die bei Kindern und Jugendlichen ohne H&#246;rbeeintr&#228;chtigung in vielen Studien beschriebenen Unbehaglichkeitsschwellen von um 50 dB w&#252;rden den Betroffenen ein Gespr&#228;ch in der Lautst&#228;rke der Umgangssprache quasi unm&#246;glich machen, was aber in der Regel gar nicht der Fall ist und deshalb den auf der Basis von Rauschreizen ermittelten Messwert fragw&#252;rdig erscheinen l&#228;sst. Messprotokolle mit Alltagsger&#228;uschen, also sogenannten &#246;kologischen Ger&#228;uschen, wurden bisher nicht vorgestellt.</Pgraph><Pgraph>Zur m&#246;glichen diagnostischen Bedeutung der H&#246;<TextGroup><PlainText>rfe</PlainText></TextGroup>lds<TextGroup><PlainText>kalier</PlainText></TextGroup>ung bei einer Hyperakusis im jungen Lebensalter gibt es bisher keine hinreichenden Daten.</Pgraph><Pgraph>Festzuhalten ist &#8211; trotz der weitere Forschungsvorhaben anregenden Kritik &#8211; Folgendes: </Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer schweren Hyperakusis bei einem Kind oder Jugendlichen ist gering. Dennoch sollte die Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle bei der frequenzspezifischen H&#246;rschwelle beginnen. </ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Hyperakusis-Frageb&#246;gen" linked="yes">
      <MainHeadline>Hyperakusis-Frageb&#246;gen</MainHeadline><Pgraph>Deutschsprachige Frageb&#246;gen zur Hyperakusis sind nicht f&#252;r die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen konzipiert. Carson (2023) <TextLink reference="10"></TextLink> stellte einen 11 Items umfassenden Fragebogen zur Hyperakusis bei Kindern und Jugendlichen vor, er ist in deutscher &#220;bersetzung in Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table" /> abgedruckt. Ebenfalls Carson <TextLink reference="9"></TextLink> ver&#246;ffentlichte einen weiteren, 14 Items umfassenden Fragebogen mit dem besonderen Fokus der Misophonie.</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Als st&#246;rungsspezifischer Fragebogen wird die Nutzung der deutschen &#220;bersetzung des Hyperakusis-Fra<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>ebo<TextGroup><PlainText>g</PlainText></TextGroup>ens von Carson empfohlen.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Weitere psychometrische Verfahren" linked="yes">
      <MainHeadline>Weitere psychometrische Verfahren</MainHeadline><Pgraph>Die klinisch orientierten Studien kombinieren eine Fragebogen-Erhebung zur Hyperakusis mit einer Messung der Lebensqualit&#228;t. Sie kann mit dem ILK-Fragebogen von Mattejat und Remschmidt (&#8222;ILK. Inventar zur Erfassung der Lebensqualit&#228;t bei Kindern und Jugendlichen&#8220;) gemessen werden <TextLink reference="17"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Das Ergebnis ist quasi ein Globalma&#223; des Befindens: Der Fragebogen fokussiert auf Kernbereiche des kindlichen Erlebens, n&#228;mlich auf (1) Schule, (2) Familie, (3) soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und (4) Interessen und Fr<TextGroup><PlainText>eiz</PlainText></TextGroup>eitg<TextGroup><PlainText>estaltu</PlainText></TextGroup>ng. Hinzu kommen die beiden gesundheitsbezogenen Bereiche: (5) k&#246;rperliche Gesundheit und (6) psychische Gesundheit. Neben den Einzelbereichen wird auch eine (7) Gesamtbeurteilung der Lebensqualit&#228;t erhoben. Der individuell erhobene Wert wird mittels altersgruppenspezifischer Normwerte eingeordnet.</Pgraph><Pgraph>Der Fragebogen zur AVWS der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie (DGPP) <TextLink reference="3"></TextLink> fokussiert neben anderen Aspekten auch auf eine Ger&#228;uschempfindlichkeit sowie auf das Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch. Eine m&#246;gliche und anzunehmende Korrelation mit den anderen genannten Messverfahren wurde bisher nicht berichtet.</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Die beiden Frageb&#246;gen werden erg&#228;nzend zum <TextGroup><PlainText>Hyp</PlainText></TextGroup>erak<TextGroup><PlainText>us</PlainText></TextGroup>is-Fragebogen zur Anwendung empfohlen.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Die Frageb&#246;gen werden durch die Begleitpersonen, also zumeist die Eltern ausgef&#252;llt. Auf lange Sicht ist die standardisierte Befragung auch der Betroffenen anzustreben. Daf&#252;r stehen derzeit noch keine Instrumente zur Verf&#252;gung. </Pgraph><Pgraph>Das DISYPS-III-Interview-System f&#252;r psychische St&#246;rungen von D&#246;pfner und G&#246;rtz-Dorten <TextLink reference="11"></TextLink> kann systematisch die diagnostische Einsch&#228;tzung m&#246;glicher psychischer Komorbidit&#228;ten leiten. Diese Interviews k&#246;nnen in der audiologischen Praxis dann zum Einsatz kommen, wenn es (noch) keine interdisziplin&#228;re Kooperation gibt. Substanzieller d&#252;rfte die fachmedizinische Beurteilung des Vorliegens der o.g. h&#228;ufigen psychischen Komorbidit&#228;ten durch den Kinder- und Jugendarzt des Betroffenen sein, nach dessen Ma&#223;gabe ggf. durch einen Kinder- und J<TextGroup><PlainText>u</PlainText></TextGroup>gendpsychiater.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Therapie der Hyperakusis" linked="yes">
      <MainHeadline>Therapie der Hyperakusis</MainHeadline><Pgraph>Aazh <TextLink reference="2"></TextLink> berichtet &#252;ber eine Fragebogenerhebung zur Patientenbewertung von Therapieverfahren. Datengrundlage waren die Angaben von insgesamt 92 Patienten im Alter von sieben bis 95 Jahren eines angeschriebenen und um Antwort gebetenen Kollektivs von 200 Personen einer audiologischen Spezialeinrichtung. Als &#8222;gut&#8220; bewerteten die Patienten ein durchgef&#252;hrtes Counselling, die Psychoedukation und die kognitive Verhaltenstherapie; als &#8222;schlecht&#8220; wurden die Behandlungsergebnisse mit &#8222;bedside sound generators&#8220;, H&#246;rger&#228;ten und&#47;oder einem Noiser eingesch&#228;tzt. Kein Unterschied bestand zwischen Patienten, die isoliert einen Tinnitus hatten, und Patienten mit einem komorbiden Tinnitus und einer Hyperakusis. Eine positive Bewertung von apparativen Hilfen wurde von Patienten angegeben, die auch psychische Interventionen als positiv wahrgenommen hatten. Eine Al<TextGroup><PlainText>te</PlainText></TextGroup>rsa<TextGroup><PlainText>bh&#228;ngigke</PlainText></TextGroup>it wird in der Arbeit nicht berichtet. Konkrete Angaben zur Struktur und den Inhalten eines Counselling, einer Psychoedukation oder der kognitiven V<TextGroup><PlainText>erhalten</PlainText></TextGroup>st<TextGroup><PlainText>hera</PlainText></TextGroup>pie lassen sich nicht herleiten.</Pgraph><Pgraph>Amir <TextLink reference="4"></TextLink> stellt die Daten von 412 Kindern im Durchschnittsalter von 7 Jahren (76&#37; m&#228;nnlich) einer ambulant t&#228;tigen audiologischen Spezialeinrichtung vor, die Daten waren in einem 5-Jahreszeitraum erhoben worden. 60&#37; der Kinder hatten eine St&#246;rung aus dem Autismus-Spektrum-Formenkreis. 25&#37; der Kinder erschienen nicht zu einem anberaumten Folgetermin, bei weiteren 25&#37; wurde die einmalige Vorstellung als hinreichend eingesch&#228;tzt, nur bei 2&#37; waren mehr als 3 Folgetermine erforderlich. Positiv bewertet wurden Ma&#223;nahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie sowie der Einsatz eines &#8222;Soundball&#8220;, also eines kindgerechten z.B. in einem Tierkopf eingebauten Klang- und&#47;oder Melodiegebers. Die Autoren sch&#228;tzen die Erfolgsaussicht ihrer Therapie mit diesen beiden Elementen als hoch ein. Die konkreten Inhalte der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich nicht erschlie&#223;en.</Pgraph><Pgraph>Die von Goebel, siehe z.B. <TextLink reference="12"></TextLink>, f&#252;r Erwachsene dargelegten Elemente eines Hyperakusis-Counselling und einer symptomspezifischen Verhaltenstherapie sollten f&#252;r Kinder und Jugendliche modifiziert und evaluiert werden, dazu besteht ein substanzieller Forschungsbedarf.</Pgraph><Pgraph>Ein anderes m&#246;gliches Therapieverfahren stellt Bahramian <TextLink reference="6"></TextLink> vor: Durchgef&#252;hrt wurde ein &#8222;Speech in Noise Training&#8220; in einem Kollektiv von n&#61;28 Kindern im Alter von 8,7&#177;1,9 Jahren. Neben dem Zielkriterium &#8222;Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch&#8220; wurden auch H<TextGroup><PlainText>yp</PlainText></TextGroup>era<TextGroup><PlainText>kus</PlainText></TextGroup>is-Symptome besser.</Pgraph><Pgraph>Auf die Misophonie zielte die Arbeit von Smith <TextLink reference="24"></TextLink>. Seitens der erwachsenen Patienten (n&#61;252) und den Eltern betroffener Kinder (n&#61;141) wurden Strategien der L&#228;rmvermeidung und darauf zielende Verhaltens&#228;nderungen als geeignete Interventionen angenommen.</Pgraph><Pgraph>Bei einer Hyperakusis sollte die sonderp&#228;dagogische Intervention f&#252;r den Alltag im Einzelfall &#252;berlegt und ggf. herbeigef&#252;hrt werden: Vermittels der Mobilen So<TextGroup><PlainText>nd</PlainText></TextGroup>erp<TextGroup><PlainText>&#228;dagogisch</PlainText></TextGroup>en Hilfe MSH im Kindergartenalter und des Mobilen Sonderp&#228;dagogischen Dienstes MSD im Schulalter (die Begrifflichkeit ist in den Bundesl&#228;ndern unterschiedlich) geht es nach der Beratung der unmittelbaren Bezugspersonen des Kindes um die Frage nach der Eingliederung in eine schulvorbereitende Einrichtung SVE, einer F&#246;rderschule oder der Einleitung anderer F&#246;rderma&#223;nahmen; dazu liegen keine Studien vor &#8211; die Eingliederung in eine Kleingruppe d&#252;rfte ein &#8222;Wert an sich&#8220; sein. </Pgraph><Pgraph>Insgesamt gilt f&#252;r die Therapie der Hyperakusis Folgendes:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Die Therapie der Hyperakusis steht auf den S&#228;ulen des Counselling, der Psychoedukation und der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Konkretisierung dieser Begriffe bedarf der wissenschaftlichen Substantiierung.</ListItem><ListItem level="1">Folgende apparativen Interventionen kommen in Frage und sollten im Einzelfall erprobt werden: Soundball, H&#246;rger&#228;te. </ListItem><ListItem level="1">Ein H&#246;rtraining mit dem Fokus &#8222;Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch&#8220; wird auch eine Hyperakusis-Symptomatik abmildern.</ListItem><ListItem level="1">&#220;berlegt werden sollte die Eingliederung in eine schulvorbereitende Einrichtung SVE, einer F&#246;rderschule oder die Einleitung anderer kindheitsspezifischer F&#246;rderma&#223;nahmen.</ListItem></UnorderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Kasuistik 1" linked="yes">
      <MainHeadline>Kasuistik 1</MainHeadline><Pgraph>Der Junge T.G., geboren am 25.12.2007, stellte sich auf Veranlassung der Deutschen Tinnitus-Liga und vorheriger telefonischer Besprechung mit den Eltern erstmalig am 11.07.2019 vor. Die Vorgeschichte war gepr&#228;gt von einer sehr erheblichen Ger&#228;uschempfindlichkeit. In HNO-Praxen und -Kliniken sowie phoniatrisch-p&#228;daudiologischen Einrichtungen war lediglich die Nutzung von Ohrenst&#246;pseln als Therapie der Wahl empfohlen worden. Wegen der St&#246;rung und der daraus resultierenden Kopfschmerzen und Angstzust&#228;nde war der Junge nur teilbeschulbar, seitens einer dazu befragten H&#246;rgesch&#228;digtenschule war die Umschulung in eine Einrichtung der Lebenshilfe nahegelegt worden. Er befand sich unter der Diagnose einer Angstst&#246;rung seit drei Jahren in einer Psychotherapie, parallel dazu war er in einem Sozialp&#228;diatrischen Zentrum SPZ untersucht worden ohne hinweisende Pathologien bei der testpsychologischen, bei der elektrophysiologischen und bei der MRT-Untersuchung. </Pgraph><Pgraph>Bei peripherer Normalh&#246;rigkeit und einem in Ruhe und im St&#246;rger&#228;usch unauff&#228;lligen Sprachverstehen wurde die Unbehaglichkeitsschwelle in &#220;bereinstimmung mit den beigebrachten Vorbefunden am rechten Ohr mit 55&#8211;65 dB und am linken Ohr mit 50&#8211;65 dB bestimmt. Der Junge wurde von einem kooperierenden P&#228;dakustiker mit H&#246;rger&#228;ten vom Typ Oticon opn play versorgt (Lautst&#228;rkeregelung, binaurale Interaktion, mittleres Impulsschallmanagement, L&#228;rmreduktion &#8211;3 dB, Richtwirkung Voll-Fokus; Otoplastik Vent 2,4 mm; durchschnittliche Verst&#228;rkung 7&#8211;10 dB). Die H&#246;rger&#228;teverordnung wurde ohne R&#252;ckfragen von der gesetzlichen Krankenkasse zur Kosten&#252;bernahme akzeptiert.</Pgraph><Pgraph>Mit den H&#246;rger&#228;ten konnte der Junge bereits nach einer Tragezeit von weniger als einer Woche mit seiner Familie ein Volksfest besuchen, nach einem Zeitraum von weniger als vier Wochen beschrieb die Mutter den Behandlungsverlauf als &#8222;sensationell&#8220; mit einer deutlich aktiveren Teilnahme am Familienleben und im Freundeskreis. Im folgenden Schuljahr wurde er wieder vollzeitig beschult. Die dazu telefonisch befragte Lehrerin formulierte: &#8222;Wenn man nicht w&#252;sste, dass es das Problem hat, dann w&#252;rde man es nicht merken&#8220;. Im Verlauf war die Ger&#228;uschempfindlichkeit lediglich im Schwimmunterricht pr&#228;sent. Im Sommer 2025 beendete der Junge sehr erfolgreich die Realschule und besucht jetzt eine Fachoberschule. Die Ger&#228;te werden nach eigener Ma&#223;gabe des Jungen intermittierend weiterhin getragen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Kasuistik 2" linked="yes">
      <MainHeadline>Kasuistik 2</MainHeadline><Pgraph>Der Junge P.B., geboren am 21.06.2010, stellte sich erstmalig am 11.12.2019 vor. Er litt unter der Ger&#228;uschempfindlichkeit als Teil einer St&#246;rung aus dem Autismus-Spektrum-Formenkreis (fr&#252;her &#8222;Asperger-Autismus&#8220;) mit einer ausgepr&#228;gten Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblematik. </Pgraph><Pgraph>Bei unauff&#228;lliger Ohrmikroskopie und peripherer Normalh&#246;rigkeit war das Sprachverstehen in Ruhe normal, im St&#246;rger&#228;usch (Signal 65 dB, St&#246;rger&#228;usch 60 dB) mit 45&#37; auff&#228;llig; die Unbehaglichkeitsschwelle lag beidseits bei 75&#8211;80 dB. Weitere Tests zur Abkl&#228;rung einer Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsst&#246;rung AVWS sowie die Lautsprachentwicklung waren unauff&#228;llig. Im AVWS-Fragebogen <TextLink reference="3"></TextLink> wiesen die elterlichen Angaben auf eine vermehrte Ger&#228;uschempfindlichkeit sowie auf ein eingeschr&#228;nktes Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch hin. Im Lebensqualit&#228;tsfragebogen ILK <TextLink reference="17"></TextLink> war der Pr<TextGroup><PlainText>oze</PlainText></TextGroup>ntr<TextGroup><PlainText>a</PlainText></TextGroup>ng 4,3.</Pgraph><Pgraph>Das Kind wurde von einem kooperierenden P&#228;dakustiker mit H&#246;rger&#228;ten vom Typ Oticon Sensel Pro HdO 75 versorgt (binaurale Interaktion, mittleres I<TextGroup><PlainText>mpul</PlainText></TextGroup>sschallma<TextGroup><PlainText>nage</PlainText></TextGroup>ment, aktive L&#228;rmreduktion, Richtwirkung Voll-Fokus; Otoplastik Vent 2,4 mm; durchschnittliche Verst&#228;rkung 7&#8211;10 dB).</Pgraph><Pgraph>Die H&#246;rger&#228;teverordnung wurde von der gesetzlichen Krankenkasse zun&#228;chst nicht zur Kosten&#252;bernahme akzeptiert; im Widerspruchsverfahren mit der pers&#246;nlichen Vorstellung des Jungen mit seinen Eltern vor dem Widerspruchsausschuss wurde die Kosten&#252;bernahme dann als individuelle Entscheidung doch erkl&#228;rt.</Pgraph><Pgraph>Nach einer anfangs deutlich gewinnbringenden Nutzung mit einer verbesserten schulischen Integration und deutlich besseren Akzeptanz im Freundeskreis werden die Ger&#228;te wegen der als belastend empfundenen Handhabung jetzt nicht mehr genutzt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Bewertung der Kasuistiken" linked="yes">
      <MainHeadline>Bewertung der Kasuistiken</MainHeadline><Pgraph>Die Ausstattung mit H&#246;rger&#228;ten kann als ein sinnvoller Therapieversuch bei einer Ger&#228;uschempfindlichkeit angesehen werden. Mechanismen der Wirksamkeit d&#252;rften am ehesten die Ger&#228;uschunterdr&#252;ckung, die Richtwirkung sowie die dadurch modifizierte h&#246;rgerichtete Aufmerksamkeit und verbesserte h&#246;rbezogene Exekutivfunktionen sein. Der langfristige Verlauf kann im Einzelfall nicht vorhergesagt werden, er mag auch durch nicht st&#246;<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>ungsi<TextGroup><PlainText>mmane</PlainText></TextGroup>nte Aspekte mit bestimmt sein. Im Falle der Beratung hin zu einer apparativen Versorgung sollten die Patienten und deren Eltern auf zu erwartende Probleme im Umgang mit der Krankenkasse eingestellt werden. Bedauerlicherweise wird in der aktuellen Praxis nach der Versorgungsanzeige des Akustikers mit dem Hinweis auf die fehlende Verankerung der Indikation Hyperakusis in der Hilfsmittelrichtlinie die Versorgung ohne eine Erprobungsphase a priori abgelehnt. Eine perspektivische &#196;nderung der Richtlinie bedarf andererseits auch einer profunderen Validierung des Vorgehens. In Frage kommt grunds&#228;tzlich aber der Rechtsweg mit der dann gutachterlichen Stellungnahme zur Frage nach der individuellen Zweckm&#228;&#223;igkeit zum Ausgleich der vorliegenden St&#246;rung.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Schlussfolgerung" linked="yes">
      <MainHeadline>Schlussfolgerung</MainHeadline><Pgraph>F&#252;r die Diagnostik und Therapie der Hyperakusis bei Kindern und Jugendlichen gibt es keinen &#8222;Goldstandard&#8220;. Dennoch: Die Untersuchung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen kann strukturiert erfolgen. Nach der Anamnese zur Zielsymptomatik (H&#228;ufigkeit: manchmal&#47;permanent; welche Ger&#228;usche werden als zu&#47;unangenehm laut empfunden; begleitender Tinnitus; Ohrenschmerzen (&#33;); H&#246;rminderung; eingeschr&#228;nktes Sprachverstehen im St&#246;rger&#228;usch) und ganzheitlichen, psychosozialen Aspekten sowie nach der klinischen Untersuchung des HNO-Bereiches erfolgt die audiometrische Untersuchung mit altersgruppenspezifischen Standardverfahren:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Tonaudiometrie</ListItem><ListItem level="1">Impedanzaudiometrie</ListItem><ListItem level="1">TEOAE&#47;DPOAE ggf. auch mit einer Messung bei kontralateraler Beschallung</ListItem><ListItem level="1">Sprachaudiometrie in Ruhe und im Ger&#228;usch</ListItem><ListItem level="1">Bestimmung der Unbehaglichkeitsschwelle</ListItem><ListItem level="1">Hirnstammaudiometrie bei unklarer H&#246;rschwelle&#47;seitendifferentem Geh&#246;r.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Folgende psychometrische Verfahren sollten zum Einsatz kommen:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Hyperakusis-Fragebogen nach Carson in seiner deutschen &#220;bersetzung</ListItem><ListItem level="1">Fragebogen zur Lebensqualit&#228;t</ListItem><ListItem level="1">AVWS-Fragebogen der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Beurteilt werden sollte der Sprachentwicklungsstand des Betroffenen. Weitere diagnostische Ma&#223;nahmen zielen v.a. auf die Abkl&#228;rung des Vorliegens eines Autismus, eines ADHS und von Lernst&#246;rungen: Diese Kl&#228;rung erfolgt am ehesten durch die Kinderheilkunde sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Eine &#8222;routinem&#228;&#223;ige&#8220; Bildgebung ist nicht notwendig. </Pgraph><Pgraph>Grunds&#228;tzlich gilt, dass keines der beteiligten F&#228;cher die &#8222;Deutungshoheit&#8220; f&#252;r diese St&#246;rung hat, sondern dass f&#252;r den betroffenen Einzelfall eine L&#246;sung und Therapie gefunden werden muss; die Besprechung von Schnitts<TextGroup><PlainText>tell</PlainText></TextGroup>en ist professioneller Auftrag. </Pgraph><Pgraph>Als Therapie kommen folgende Ma&#223;nahmen in Betracht:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Counselling, Psychoedukation, kognitive Ve<TextGroup><PlainText>rhalte</PlainText></TextGroup>nst<TextGroup><PlainText>herap</PlainText></TextGroup>ie</ListItem><ListItem level="1">Apparative Hilfen: Soundball, H&#246;rger&#228;te</ListItem><ListItem level="1">Training des Sprachverstehens im St&#246;rger&#228;usch</ListItem><ListItem level="1">Eingliederung in eine schulvorbereitende Einrichtung SVE, eine F&#246;rderschule oder Einleitung anderer kindheitsspezifischer F&#246;rderma&#223;nahmen.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Ein &#8222;Soll er halt Ohrenst&#246;psel benutzen&#8220; ist f&#252;r die Sy<TextGroup><PlainText>m</PlainText></TextGroup>ptomatik und das Leiden des Betroffenen und seiner Familie kontraproduktiv, ein &#8222;Da kann man nichts machen&#8220; ist Ausdruck eines resignativen und nicht gerechtfertigten therapeutischen Nihilismus. </Pgraph><Pgraph>Gleichwohl gilt: Die Problematik der Hyperakusis bei Kindern und Jugendlichen bedarf eines st&#228;rkeren wissenschaftlichen Engagements und einer gr&#246;&#223;eren sachlichen Fundierung.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock name="Anmerkungen" linked="yes">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>Widmung</SubHeadline><Pgraph>Herrn Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe, Erlangen, zum 60. Geburtstag</Pgraph><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel bestehen.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Tabelle 1: Hyperakusis-Fragebogen f&#252;r Kinder (Pediatric-Hyperacusis-Questionnaire nach Carson 2023 &#91;10&#93;), deutsche Version. Die Fragen werden durch Ankreuzen beantwortet mit &#8222;Ja&#8220;, &#8222;Manchmal&#8220; oder &#8222;Nein&#8220;. Die Antworten werden in Punktwerte transformiert, &#8222;Ja&#8220; mit 2 Punkten, &#8222;Manchmal&#8220; mit 1 Punkt, &#8222;Nein&#8220; mit 0 Punkten. Die Werte werden addiert; nach der Studie von Carson an einem Kollektiv von Patienten mit einem Autismus gelten Gesamtwerte von </Mark1>&#8805;<Mark1>10 als auff&#228;llig, der Grenzwerte entspricht der zweifachen Standardabweichung.</Mark1></Pgraph></Caption>
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