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    <ArticleType>Editoral</ArticleType>
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      <Title language="de">Kontrollierte fachliche Qualifikation in der CI-Versorgung</Title>
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        <Address>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie &#8212; Audiological Acoustics, Schriftleitung, Heidelberg, Deutschland<Affiliation>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie &#8212; Audiological Acoustics, Schriftleitung, Heidelberg, Deutschland</Affiliation></Address>
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    <DatePublished>20220325</DatePublished></DatePublishedList>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>2628-9083</ISSN>
        <Volume>4</Volume>
        <JournalTitle>GMS Zeitschrift f&#252;r Audiologie - Audiological Acoustics</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Z Audiol (Audiol Acoust)</JournalTitleAbbr>
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      <MainHeadline>Editorial</MainHeadline><Pgraph>Als sich in den sp&#228;ten 1970er Jahren die Aussicht abzeichnete, mit Hilfe von Cochlea-Implantaten (CI) bei tauben oder geh&#246;rlosen Menschen ein elektrisch induziertes H&#246;ren zu erm&#246;glichen, da lie&#223;en die &#196;rztlichen Direktoren der HNO-Kliniken ihre Vorzimmerdame im Keller anrufen und nachfragen, ob dort vielleicht ein Physiker oder Ingenieur herumsitzt, der sich mit der Stimulation des achten Hirnnerven auskennt. Da es nicht zu den Ausstattungsmerkmalen von Physikern oder Ingenieuren geh&#246;rt, vor neuen und anspruchsvollen Aufgaben zu kapitulieren, konnte an vielen Orten in k&#252;rzester Zeit mit dem CI-Projekt begonnen werden. Die bisherige Aufgabe der Physiker und Ingenieure bestand &#252;berwiegend in der Entwicklung und Anwendung der Elektrischen Reaktions-Audiometrie, die sich noch im experimentellen Stadium befand. Fachlicher Hintergrund der audiologisch t&#228;tigen Physiker und Ingenieure waren u.a. die Theoretische Physik, die Nukleare Festk&#246;rperphysik, in Einzelf&#228;llen auch Seismologie, und in vielen F&#228;llen die elektronische Schaltungstechnik.</Pgraph><Pgraph>Diese Grundkenntnisse wurden durch die Teilnahme an Kongressen und Firmenfortbildungen, durch das Studium der Fachzeitschriften und durch individuelle Informationsreisen zu den einzelnen CI-Anwendern ausgebaut. Unter den Kollegen herrschte weitgehend eine kameradschaftliche und solidarische Atmosph&#228;re, ohne Konkurrenzneid oder ehrgeizigen Wettstreit. Gegen Ende der 1980er Jahre bestand das Netz der erreichbaren CI-versorgenden Einrichtungen aus etwa einem halben Dutzend Knotenpunkten innerhalb Deutschlands und mit langen Wegen zwischen diesen Knoten. Die kontinuierliche berufliche Qualifikation &#8211; heute in vielen Fachbereichen fest etabliert &#8211; wurde schon damals intensiv praktiziert, weil es anders nicht gegangen w&#228;re.</Pgraph><Pgraph>Als in den 1990er Jahren an mehreren Nah- und Fernuniversit&#228;ten sowie Ferienschulen die ersten spezifischen audiologischen Ausbildungsangebote entstanden, wurde der autodidaktische nichtmedizinische Audiologe erstens zum Auslaufmodell und zweitens zur Quelle f&#252;r den Wissenserwerb der lernbegierigen jungen Kolleginnen und Kollegen. Deren Bildungslaufbahn glich in vielen F&#228;llen einem bunten, aus akademischen Studien, Fachtagungen, Lehrg&#228;ngen und Produkteinweisungen zusammengesetzten Mosaik. Das Niveau von Kenntnissen und Fertigkeiten wurde durch eine freiwillige Selbstkontrolle sichergestellt sowie durch das existentiell begr&#252;ndete Bestreben, das zu leisten, was zur Erf&#252;llung der Aufgaben am Arbeitsplatz erforderlich war. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Bildungsstand und damit die Qualit&#228;t der Versorgung alles andere als einheitlich war.</Pgraph><Pgraph>Vor einigen Jahren wurde im Fachausschuss &#8222;CI-Versorgung&#8220; der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Audiologie (DGA) ein Arbeitskreis gebildet mit der Aufgabe, ein Curriculum f&#252;r die Qualifikation von CI-Audiologinnen und CI-Audiologen auszuarbeiten und damit den kontinuierlich steigenden Fallzahlen und dem allgemeinen Streben nach Qualit&#228;tssicherung in der medizinischen Versorgung Rechnung zu tragen. Die daraus hervorgegangene Weiterbildungsordnung und der Themenkatalog sind &#252;ber das Internetportal der DGA zug&#228;nglich und sie wurden in dieser Zeitschrift publiziert <TextLink reference="1"></TextLink>. Bisher haben 39 Kolleginnen und Kollegen das Zertifikat erworben, darunter 29 unter Inanspruchnahme der bis April 2021 befristeten &#220;bergangsregelung.</Pgraph><Pgraph>Breite und Tiefgang der von CI-Audiologinnen und CI-Audiologen nachzuweisenden Kenntnisse und Fertigkeiten sind auf die hohen Anspr&#252;che an eine leitende verantwortliche Position im CI-Team der versorgenden Zentren zugeschnitten. Der CI-Audiologe ist auf Augenh&#246;he mit den &#228;rztlichen Kolleginnen und Kollegen vom ersten Beratungsgespr&#228;ch &#252;ber die audiologischen Eignungsuntersuchungen und die intraoperativen Messungen bis hin zur Nachsorge in alle Vorg&#228;nge der Versorgung eingebunden. Durch die Vorkenntnisse und kontinuierliche Fortbildung ist sie bzw. er in der Lage, aktuelle Indikationserweiterungen, neue technische Entwicklungen und aussichtsreiche Zukunftsperspektiven zu beurteilen und in die praktische Umsetzung einzuf&#252;hren. In problematischen Einzelf&#228;llen findet der CI-Audiologe L&#246;sungen, die &#252;ber die von den CI-Herstellern bereitgestellten Instrumente hinausgehen.</Pgraph><Pgraph>Nun erfordern aber nicht alle mit der CI-Versorgung in Beziehung stehenden audiologischen Aufgaben das beschriebene hohe Kompetenzniveau des CI-Audiologen. Auf der exekutiven Ebene kommt es in erster Linie auf die fundierte Erfahrung und versierte Handhabung der vorwiegend audiologischen und insbesondere technischen Abl&#228;ufe an, weniger auf die wissenschaftliche Qualifikation. Daher wurde mit Experten des Fachausschusses &#8222;CI-Versorgung&#8220; ein zweiter Arbeitskreis gebildet mit dem Ziel, unter dem vorl&#228;ufigen Arbeitstitel &#8222;CI-Anpasser&#8220; ein entsprechendes Qualifikationsprofil auszuarbeiten. Dieses Projekt ist jetzt abgeschlossen, einschlie&#223;lich der intensiven Diskussion rund um die Namensgebung. Sehr schnell erwies sich der Arbeitstitel als nicht haltbar, da die Aufgaben des audiologischen Mitarbeiters in der CI-Versorgung sehr viel mehr als nur die Anpassung der CI-Prozessoren beinhalten. Nach einer leidenschaftlichen Diskussion einigte sich die Expertengruppe auf den &#8222;Audiologischen CI-Assistenten&#8220;. Das Attribut &#8222;CI&#8220; wurde beibehalten, weil damit die Beziehung zum CI-Audiologen erkennbar ist &#8211; obwohl, so wie auch beim CI-Audiologen, die Bef&#228;higung ausdr&#252;cklich alle aktiven H&#246;rimplantate einbezieht.</Pgraph><Pgraph>Im g&#252;nstigsten aller F&#228;lle geh&#246;rt in naher Zukunft zur personellen Ausstattung einer jeden CI-versorgenden Einrichtung mindestens ein CI-Audiologe und optional zus&#228;tzlich ein Audiologischer CI-Assistent. Dies kommt der Forderung nach einem &#8222;CI-spezialisierten Audiologen&#8220; und einem &#8222;H&#246;rtechniker&#8220; f&#252;r die Zertifizierung CI-versorgender Einrichtungen in Anlehnung an das von der Deutschen Gesellschaft f&#252;r HNO-Heilkunde verfasste Wei&#223;buch zur CI-Versorgung sehr nahe. In den einschl&#228;gigen Stellenausschreibungen wird schon jetzt nach &#8222;CI-Audiologen&#8220; und &#8222;CI-Technikern&#8220; gesucht. Eine gro&#223;e Zahl der heute in den CI-Zentren praktisch t&#228;tigen Kolleginnen und Kollegen gen&#252;gt verm&#246;ge langer einschl&#228;giger T&#228;tigkeit den Anforderungen an den Audiologischen CI-Assistenten. Es ist kaum vorstellbar, dass aus dieser Zielgruppe jemand nicht von der &#220;bergangsregelung Gebrauch macht, um das kostbare Zertifikat einer angesehenen Fachgesellschaft nahezu barrierefrei zu erwerben&#33;</Pgraph><Pgraph>Sebastian Hoth, Heidelberg</Pgraph></TextBlock>
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      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikt</SubHeadline><Pgraph>Der  Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefAuthor>Baumann U</RefAuthor>
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        <RefAuthor>Hoth S</RefAuthor>
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        <RefAuthor>Stephan K</RefAuthor>
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        <RefAuthor>Zichner S</RefAuthor>
        <RefTitle>Was muss ein Audiologe beherrschen, der in der CI-Versorgung arbeiten m&#246;chte&#63; Vorstellung des Themenkataloges f&#252;r die Ausbildung zum &#34;CI-Audiologen&#34;</RefTitle>
        <RefYear>2018</RefYear>
        <RefJournal>Z Audiol</RefJournal>
        <RefPage>28-38</RefPage>
        <RefTotal>Baumann U, Hessel H, Hoth S, Hoppe U, Meier S, M&#252;ller-Deile J, Pera R, Ressel L, Stephan K, Zeh R, Zichner S. Was muss ein Audiologe beherrschen, der in der CI-Versorgung arbeiten m&#246;chte&#63; Vorstellung des Themenkataloges f&#252;r die Ausbildung zum &#34;CI-Audiologen&#34; . Z Audiol. 2018;57(1):28-38.</RefTotal>
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