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    <Identifier>jat000009</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/jat000009</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-jat0000096</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Originalarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Die Wissenschaft der Kunsttherapie: Zum Selbstverst&#228;ndnis pr&#228;verbaler Arbeit der Kunsttherapie &#8211; Reflexionen auf Themenspektren und Fundierungen am Beispiel der &#8222;Arbeit am Tonfeld&#8220;</Title>
      <TitleTranslated language="en">The Science of Art Therapy: The understanding of self in pre-verbal work in art therapy &#8211; reflections on the thematic spectrums and foundations at the example of &#8220;Work at the Clay Field&#8221;</TitleTranslated>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Deuser</Lastname>
          <LastnameHeading>Deuser</LastnameHeading>
          <Firstname>Heinz</Firstname>
          <Initials>H</Initials>
          <AcademicTitle>Prof.</AcademicTitle>
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        <Address>Institut f&#252;r haptische Gestaltbildung, Sonnenb&#252;hlweg 17, 79856 Hinterzarten, Deutschland, Tel.: 07652-6144<Affiliation>Institut f&#252;r haptische Gestaltbildung, Hinterzarten, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>institut&#64;tonfeld.de</Email>
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      <Publisher>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">actional experience</Keyword>
      <Keyword language="en">actional perception</Keyword>
      <Keyword language="en">to-us-experience</Keyword>
      <Keyword language="en">to-us-self-experience</Keyword>
      <Keyword language="en">patterns of regulation in motor and sensory creation</Keyword>
      <Keyword language="de">Handlungserfahrung</Keyword>
      <Keyword language="de">Handlungsaufnahme</Keyword>
      <Keyword language="de">Zu-uns-Erfahrung</Keyword>
      <Keyword language="de">Zu-uns-selbst-Erfahrung</Keyword>
      <Keyword language="de">Regelwerk in der Gestaltung von Motorik und Sensorik</Keyword>
      <SectionHeading language="de">Kunsttherapie</SectionHeading>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20201110</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
    </License>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>2629-3366</ISSN>
        <Volume>2</Volume>
        <JournalTitle>GMS Journal of Arts Therapies</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS J Art Ther</JournalTitleAbbr>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>05</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Gefragt wird nach Leitorientierungen im Kunsttherapeutischen Prozess, die das strukturelle Geschehen bestimmen und zugleich aus ihm hervorgehen. Verwiesen wird dabei auf die haptische Wahrnehmung im Setting der Arbeit am Tonfeld.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Asked for are guiding orientations in the art therapeutic process, which define the structural events and those simultaneously emerging from it. This in reference to haptic perception within the setting of Work at the Clay Field.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Vorbemerkung">
      <MainHeadline>Vorbemerkung</MainHeadline><Pgraph>Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur Arbeit von Dr. U. Elbing &#8222;Ein Diskussionspapier zur Standortbestimmung der deutschsprachigen Wissenschaftsgemeinschaft hinsichtlich kunsttherapeutischer Diagnostik und Intervention&#8220; <TextLink reference="1"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Einf&#252;hrung">
      <MainHeadline>Einf&#252;hrung</MainHeadline><Pgraph>Wenn wir die Kunsttherapie aus der Kunst herausnehmen, was ihr nur nutzen kann, steht in Frage: <Mark2>Wie bildet sich Erfahrung&#63;</Mark2> Und nun zeigt sich, dass die Bildung von Erfahrung selbst ph&#228;nomenologisch &#8211; nicht psychologisch &#8211; ein sch&#246;pferischer Beziehungsprozess ist, in dem wir uns bipolar zu uns selbst aufnehmen, leiblich-seelisch und sinnenhaft weltlich. Solche Struktur der Erfahrung tritt z.B. zu Tage in den Begriffen: &#8222;Etwas zur Sprache bringen&#8220;. Oder: &#8222;Etwas in seiner Bewegung erscheinen lassen, indem wir selbst erscheinen&#8220;. Letzteres w&#228;re dann die &#8222;Sprache&#8220; der Kunsttherapie. Wir betreten dann in dem, was wir tun, den Boden der praktischen Vernunft unserer Bewegung. Das Wie bringt das Was hervor. Und in beidem kommen wir mit uns strukturell zusammen. Wir erfahren uns am Anderen, wobei der Zirkel &#8222;zu uns&#8220; aufbricht und uns und das Andere freisetzt. Jetzt wird es sch&#246;pferisch&#33;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="1. Geisteswissenschaften als Beziehungswissenschaften">
      <MainHeadline>1. Geisteswissenschaften als Beziehungswissenschaften</MainHeadline><Pgraph>Urvater solcher Gr&#252;ndung ist Wilhelm Dilthey, der derart die &#8222;Geisteswissenschaften&#8220; begr&#252;ndete <TextLink reference="2"></TextLink>. Sie k&#246;nnten heute als &#8222;Beziehungswissenschaften&#8220; bezeichnet werden, und da h&#228;tte dann die Kunsttherapie als pr&#228;verbale Arbeit ihre wissenschaftliche und menschlich-individuelle Begr&#252;ndung als Ist und als Soll in unserer Bewegung. Es ist der &#8222;innere Zusammenhang&#8220;, in dem wir uns erfahren und den wir als unsere Welt gestalten. Dilthey begr&#252;ndete in ihm die &#8222;Geisteswissenschaften&#8220;. Er nannte sie auch &#8222;Lebenswissenschaften&#8220;. Auf eine Formel gebracht: Wir sollen nicht nur die Dinge verstehen, sondern uns in unseren Dingen. Das Geschehnis wird zu unserem Geschehnis. Die haptische Erfahrung bietet sich hier prototypisch an als Laborsituation. Es ist unsere leiblich-vital-sch&#246;pferische Selbstbewegung, in der wir uns &#228;u&#223;ern, zukommen und gestalten. Wir erfahren uns zu uns selbst und k&#246;nnen uns darin aufnehmen. Therapie wird zur Praxis und umgekehrt. Dies dr&#252;ckte V.v. Weizs&#228;cker aus in seiner Psychosomatik, basierend auf dem &#8222;Gestaltkreis&#8220; <TextLink reference="3"></TextLink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2. Die Kunsttherapie als Dialog zu uns">
      <MainHeadline>2. Die Kunsttherapie als Dialog zu uns</MainHeadline><Pgraph>Die Kunsttherapie &#8222;funktioniert&#8220; nach meiner Meinung derart, doch zumeist ohne bewusste Fundierung und damit Reflexion und Kontrolle ihrer Funktion. Die Kontrolle ist das strukturelle Verlangen Zu-Uns und Zu-Uns-Selbst, in dem wir Ausgleich suchen und Entwicklung. Das stellte wohl Aristoteles als erster heraus. Grundlage ist die Orientierung an einem dezidierten therapeutischen Erfahrungsschema, z.B. &#8222;Ich im Gegen&#252;ber zu mir&#8220;, und der Diskurs &#252;ber seine Einbindung in ein geisteswissenschaftliches Verst&#228;ndnis. &#8222;Pr&#228;verbal&#8220; hei&#223;t dann: Die R&#252;ckf&#252;hrung der Worte auf ihre Ph&#228;nomene, in denen wir uns leiblich mitteilen und zu uns verstehen. Umgekehrt bedeutet das dann das &#220;berdauern der Ph&#228;nomene. Rilke dr&#252;ckt dies in seinen Elegien aus. Wir geben dem Augenblick Dauer und dem blo&#223;en Ablauf Geschichte.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3. Das Handeln zu uns">
      <MainHeadline>3. Das Handeln zu uns</MainHeadline><Pgraph>Im Handeln zu uns und in der Genese zu uns sind im Folgenden Spektren aufgef&#252;hrt, die den strukturellen Aufbau der Arbeiten betreffen, in denen wir uns menschlich wie individuell artikulieren. Sie werden reflektiert in der Arbeit am Tonfeld unter der Frage: Auf was hin ist pr&#228;verbale Arbeit wirksam&#63; Wie k&#246;nnen wir uns im Sollen zu uns artikulieren und verstehen&#63; Die haptische Wahrnehmung dient als Methode. Wir erfahren uns zu uns in dem, was wir erfahren. Exemplarisch aufgezeigt ist dazu &#8211; wie ein fortlaufendes Erfahrungsband &#8211; das haptische sensomotorische Geschehen in seiner Genese in der Arbeit am Tonfeld <TextLink reference="4"></TextLink>. Wir erfahren uns zu uns wie in jeder pr&#228;verbalen Arbeit im Kreisprozess zu uns selbst. Zur weiteren Ausf&#252;hrung bedarf es Hintergrundarbeit und praktische Pr&#228;sentationen. Das haptische Tun und Erleben soll prototypisch stehen f&#252;r jegliche menschliche Beziehungs- und Bildungsarbeit. Im haptischen Leib- und Weltbezug finden wir uns vor. Wir erfahren und zeigen uns in unserer Erfahrung zu uns. Wir sind ihr Ausgang und ihr Resultat unserer Erfahrung. Wir sind das Was in unserer Erfahrung im einen wie im anderen und wir sind Urheber. Dieser bewegliche Stand im Sch&#246;pferischen wird aufgehoben, wenn nur sein Resultat betrachtet wird. Wir kommen dann letztlich in einen unendlichen Regress, &#8222;der eigentliche Prozess der Erfahrung wird &#252;bersprungen&#8220;, wie H.-G. Gadamer ausf&#252;hrt <TextLink reference="5"></TextLink>. Das Zu-Uns bindet uns an uns selbst zur&#252;ck, &#8211; aber zum Voraus in unserer auch leiblichen Verwirklichung, was Gadamer, geschichtlich bedingt, nicht aufnimmt.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="4. Die Mitmenschliche Vermittlung">
      <MainHeadline>4. Die Mitmenschliche Vermittlung</MainHeadline><Pgraph>Damit wir uns darin zu uns in unserer Bewegung freistellen und verstehen k&#246;nnen, m&#252;ssen wir mitmenschlich zu uns angesprochen werden. Das geschieht &#252;ber unsere Begleitung in 3 modalen wesentlichen Bez&#252;gen, </Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">dem Verweis auf den R&#252;ckbezug zu uns (Halt), </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">dem Verweis auf den Aufbruch zu uns (Voraus) und </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">der sch&#246;pferischen Rekonstruktion des ganzen Prozesses, auf das wir uns darin wiederfinden und erinnern k&#246;nnen (mitmenschliche Partnerschaft). </ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Dazu geh&#246;rt immer die Erwartung des Prozessgeschehens in seinen Bedingungen und M&#246;glichkeiten. Diese Erwartungen sind im Folgenden aufgef&#252;hrt im haptischen Prozessverlauf und in der haptischen Anordnung dazu. Der haptische Dialog hat im mitmenschlichen Dialog seine Wahrheit &#8211; und umgekehrt hat der mitmenschliche Dialog seine Wahrheit in der haptischen Verwirklichung. &#8222;Wahrheit&#8220; hei&#223;t: <Mark2>Die Erf&#252;llung unserer Bewegung in uns selbst und durch uns selbst.</Mark2> Sie hat immer auch ihren objektiven Rang im sozialen Umfeld. In beiden Bez&#252;gen, &#8211; zu uns und zu unserer Umwelt &#8211; ist sie herzustellen. Wir sind gehalten, uns in ihr herzustellen. Diesen Vorgang kennzeichnet und zeigt pr&#228;verbale Arbeit, leiblich, emotional und mental sozial. Jedwedes wird darin zum einzigartigen, allgemeinen Gegen&#252;ber: Eine Farbe wird zu der <Mark2>Farbe</Mark2>, ein Taps ins Tonfeld wird zu <Mark2>unserem Taps</Mark2>. Und dieses Gegen&#252;ber bekommt dann die Sprache, in der wir uns zu uns verstehen. Sie kommuniziert menschlich allgemeine und individuell besondere Weise der Erfahrung zu-uns.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="5. Wir verstehen uns zu uns">
      <MainHeadline>5. Wir verstehen uns zu uns</MainHeadline><Pgraph>Im Folgenden sind die Erkenntnismodi aufgef&#252;hrt, in denen wir zu uns kommen. Sie bilden die allgemeing&#252;ltige Grundlage unserer Genese und gehen daraus hervor. Sie gehen aus vom Bewusstsein zu uns, in dem wir uns zukommen, sowohl strukturell in unserer Entwicklung, wie in unseren Erfahrungen. Wir holen uns in ihnen zu uns selbst ein. Sie zeigen sich als Aufforderung zu uns selbst. Handlungssituationen erscheinen in dieser Aufforderung als Lebenssituationen <TextLink reference="4"></TextLink>. Wir treffen &#252;ber sie hinaus auf die Leidenschaft zu uns selbst. In ihnen kommen dann im Sinne Diltheys &#8222;Zwecksysteme&#8220; zusammen <TextLink reference="2"></TextLink>. Wir sollen Halt finden, sollen uns &#252;berschreiten, sollen pr&#228;sent werden usw. Es geht also nicht um Begr&#252;ndungen, sondern um Vermittlung und Vorstellung des Geschehens, was eben in dieser Situation so und nicht anders war, aber hindeutet auf unsere Erf&#252;llung zu uns selbst. W. Dilthey spricht von beschreibender und zergliedernder Psychologie:</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Ich verstehe unter beschreibender Psychologie die Darstellung der in jedem entwickelten menschlichen Seelenleben gleichf&#246;rmig auftretende Bestandteile und Zusammenh&#228;nge, wie sie in einem einzigen Zusammenhang verbunden sind, der nicht hinzugedacht oder erschlossen, sondern erlebt ist. Diese Psychologie ist also Beschreibung und Analysis eines Zusammenhangs, welcher urspr&#252;nglich und immer als Leben gegeben ist <TextLink reference="2"></TextLink>.&#8220;</Indentation></Pgraph><Pgraph>Diese Aussage ist zu erweitern auf die individuelle Leistung, in der die &#8222;gleichf&#246;rmigen Bestandteile&#8220; wahr-genommen und als Entwicklung gleichsam &#8222;aufgestockt&#8220; werden im M&#252;ssen, Sollen und K&#246;nnen. Eine solche Wahrnehmung war nun aber nicht Thema Diltheys. Sie leistete f&#252;r ihn als gestaltetes Erleben die Dichtkunst. Es ging ihm um das &#8222;entwickelte Seelenleben&#8220; &#8211; Solche &#8222;Kunst&#8220; findet statt im pr&#228;verbalen leiblichen Geschehen der Darstellung von uns selbst. F&#252;r die Begleitung verweist sie auf den Prozess des eigenen Verstehens und der eigenen Beziehung. Vorausgesetzt wird also ein grunds&#228;tzlicher Verlauf, der Gestaltung verlangt in der wir uns zu uns verstehen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="6. Vorfinden zum Prozessgeschehen">
      <MainHeadline>6. Vorfinden zum Prozessgeschehen</MainHeadline><Pgraph>Wir finden uns am Tonfeld, &#8211; das kann jedwedes Andere auch sein, in dessen Gebrauch wir uns aufnehmen k&#246;nnen &#8211; vor zu-uns. Da keine weitere Aufgabe gestellt ist, finden wir uns in unserer Bewegung in einer Doppelrichtung: Zu-uns im R&#252;ckbezug &#8211; und zu-uns im Vorbezug auf das Tonfeld. Das Vorfinden selbst richtet uns aus im Lebensdrang unserer vitalen Bewegung: Wir wollen uns &#228;u&#223;ern und uns selbst am Gegen&#252;ber zuzukommen &#8211; wie k&#246;nnen wir das&#63; Die derart aufgeladene Situation verlangt nach Verl&#228;sslichkeit. </Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Von uns selbst: Um uns zu &#228;u&#223;ern, m&#252;ssen wir zu uns da sein k&#246;nnen. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">Von unserem Gegen&#252;ber: Um uns zu &#228;u&#223;ern, m&#252;ssen wir uns von unserem Gegen&#252;ber zukommen k&#246;nnen. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">Wenn wir das alles so verl&#228;sslich vorfinden, steht nun unsere Tat an: Wir m&#252;ssen uns &#228;u&#223;ern auf unser Gegen&#252;ber, m&#252;ssen aufbrechen, m&#252;ssen uns zukommen auf dem Tonfeld, m&#252;ssen uns wieder zur&#252;cknehmen und finden uns nun in einer Position, die entweder ganz unseren R&#252;ckzug verlangt oder unser weiteres Einlassen auf des Gegen&#252;ber Tonfeld. Der aufrechte Gang wird zum Zugehen auf die Welt. Wir haben uns freigestellt im Zwischen von unserem Zu-Uns.</ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Frage ist also: Wie k&#246;nnen wir uns zu uns freistellen&#63; Und wenn wir uns freigestellt haben: Wie k&#246;nnen wir uns gleichsam janusk&#246;pfig zu uns in unserer Geschichte erf&#252;llen&#63; In jedem einzelnen Bewegungsakt sto&#223;en wir wohl auf unsere individuellen biografischen Bedingungen und M&#246;glichkeiten. Angef&#252;hrt aber werden wir intentional von unserem menschlichen Bestreben, Stand und Ausgleich mit uns zu gewinnen, in unserem Gang in unsere Welt.</Pgraph><Pgraph>Wir zeigen uns in dieser Spannung, die Entscheidung verlangt, und teilen uns mit in unserem leiblichen Gestus, im R&#252;ckbezug wie im vitalen Bed&#252;rfnis-Drang, uns zu &#228;u&#223;ern. Wir teilen uns mit in pr&#228;verbaler Sprache. In sie eingeschlossen sind unsere menschliche Bedingungen, unsere individuellen M&#246;glichkeiten und unsere vitalen Bed&#252;rfnisse. Wir selbst sind zu entscheiden und wir entscheiden zu uns selbst. Selbstbewegung wird kreisf&#246;rmig zur Bewegung zu uns selbst. Zu entscheiden ist das gegenl&#228;ufige Zu-Uns und aus dieser Entscheidung gehen wir selbst hervor. Die Gegenseitigkeit zu uns findet ihr Gegen&#252;ber in der Gegenseitigkeit zum Tonfeld. Und in ihm k&#246;nnen wir uns in unserer Bewegung haptisch aufnehmen. Das Zu-Uns gewinnt seinen haptischen inneren und &#228;u&#223;eren Raum. Wir k&#246;nnen uns nun bipolar, zu uns und dem Tonfeld verhalten und bestimmen.</Pgraph><Pgraph>Als erstes steht nun Beziehungshalt an. Aus dem anf&#228;nglichen Bestreben nach R&#252;ckhalt bei uns, wird das leibliche Bestreben nach R&#252;ckhalt zu uns, z.B. im Gleichgewicht. Aus dem anf&#228;nglichen Bed&#252;rfnis-Drang wird die gegenseitige Beziehungspolung im Widerstand, in dem wir uns sinnenhaft zukommen und den wir uns als Druck und Gegendruck zum Zweck der eigenen Verl&#228;sslichkeit zu unserem Gegen&#252;ber schaffen. Wir bauen unsere Beziehung auf zu uns und zum Tonfeld. Das Tonfeld wird zur Welt, in der wir uns begegnen und uns in unseren Bed&#252;rfnissen nach Eigenber&#252;hrung und nach Halt aufnehmen. Wir m&#252;ssen Halt erwarten und finden Halt, indem wir uns darin aufnehmen. Dazu bedarf es mitmenschlicher Vermittlung. Um uns zu uns freizustellen und weiter aufzugreifen, sind wir darauf angewiesen, uns zu uns zu verstehen. Die pr&#228;verbale Sprache, in der wir uns zeigen und mitteilen im haptisch-gestischen Dialog wird zum mitmenschlichen Beziehungsdialog mit unserer Begleitung. Wir nehmen uns in ihr &#8222;wahr&#8220; im w&#246;rtlichen Sinn. Das ist gemeint mit der Aussage: Pr&#228;verbale Arbeit ist der Erfahrungsweg und die Kunst zu uns selbst. Sie hat ihre eigene ph&#228;nomenologische Sprache und sie hat als Struktur ihre Grammatik. Wir verhalten uns zu uns selbst, wie gesagt, in der praktischen und vitalen Vernunft unserer Bewegung. In der Arbeit am Tonfeld ist sie gekn&#252;pft an die haptische Wahrnehmung. Sie leitet das Bed&#252;rfnis zu uns. Dass wir uns darin aufnehmen k&#246;nnen, erscheint als &#228;sthetischer Akt: Wir kommen mit uns zusammen, gleichsam in einer Laborsituation. Ziel ist, dass wir uns in unserer Bewegung zu uns (wieder) orientieren, aufnehmen und zentrieren k&#246;nnen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="7. Wir finden uns vor zu uns: Beziehungs- und Instanzenverteilung">
      <MainHeadline>7. Wir finden uns vor zu uns: Beziehungs- und Instanzenverteilung</MainHeadline><Pgraph>Jede Arbeit beginnt damit, dass wir uns zu uns vorfinden: r&#228;umlich im leiblichen Bezug, emotional im noch unbestimmten Bezug zu uns und mental im Selbstverst&#228;ndnis unserer Erwartungen. Wir &#252;bernehmen und zeigen uns aktual in unseren Erfahrungsbez&#252;gen. Das bipolare Zu-Uns erh&#228;lt im wechselseitigen Wandel sein Zentrum: Es sch&#228;lt sich als &#8222;Ich&#8220; heraus, in dem wir uns zu uns und unserer Situation vorfinden. Es stabilisiert sich in unserem Verh&#228;ltnis von Gegenseitigkeit und Erhalt und wir lernen uns darin zu uns zu verstehen. Diese &#8222;Entlastung&#8220; <TextLink reference="6"></TextLink> versetzt uns zugleich in die Verantwortung zu uns: Wir verstehen uns in ihm bewegt zu einem Anderen, zu dem wir uns leiblich in unseren Sinnen wechselseitig zu uns erleben, erfahren und sozial mitteilen. Das &#8222;Ich&#8220; wird zum Antwort gebenden Organ, das sich in seiner Antwort zugleich als Erfahrungs- und Gleichgewichtszentrum bildet im bipolaren zu-uns. Der blo&#223;e Drang, uns zu &#228;u&#223;ern schafft gegenseitige Verpflichtung. Mit der Stellung <Mark2>Zu-Uns am Anderen</Mark2> ist die Basis geschaffen f&#252;r ethisches Verhalten. Gerechtigkeits- und Mitgef&#252;hl z.B. k&#246;nnen sich einstellen. Verlangt sind vitale Ansprachen, in denen wir uns in unserer Bewegung t&#228;tig zukommen und uns in dem, was wir tun, lebendig bewegt zu uns erfahren. Verlagert auf das Tonfeld finden erste Welterkundungen statt. Eine neue Stellung wird eingenommen, wenn wir aus dem geschlossenen Horizont &#8222;zu-uns&#8220; mit einmal heraustreten und uns t&#228;tig einholen sollen. Wir haben uns in unserem &#8222;Ich&#8220; zu uns ges&#228;ttigt und aus dem blo&#223;en Zu-Uns verstehen wir uns aus einem Voraus-zu-uns, das wohl noch nicht da ist, aber sicher virtuell erwartet werden kann. Die Frage stellt sich: &#8222;Was soll ich tun&#63;&#8220; Bis wir das wissen, wird das Tonfeld zum Experimentierfeld zu uns. Ein n&#228;chster Erfahrungsschritt erfolgt, wenn wir uns vorfinden zum Anderen (Tonfeld) und uns zu uns selbst f&#252;hlen. Wir fragen nun nach unserem Subjektsein. Aus dem Zu-Uns am Anderen, das sich in seiner Stellung als &#8222;Ich&#8220; kl&#228;rt, wird das Zu-Uns am Anderen, das sich zu sich als Subjekt seines Tuns kl&#228;rt. D.h. dem Sinn nach: &#8222;Auf was soll ich mich zu mir einlassen&#63;&#8220;</Pgraph><Pgraph>Im ersten Fall stellt sich die Frage &#8211; &#8222;Was soll ich tun&#63;&#8220; &#8211; an uns im vitalen Bezug auf unser Gegen&#252;ber. Verlangt sind Aufbruch und Auseinandersetzung, in denen wir uns gewinnen. Im zweiten Fall stellt sich die Frage allgemein f&#252;r unsere Situation zum Gegen&#252;ber. Dieser zweite Fall setzt ein, wenn wir uns in unserem Ich ges&#228;ttigt haben und zu uns selbst finden sollen; oder wenn wir f&#252;r uns nach Grund suchen. Das Erste richtet uns auf dem Tonfeld horizontal aus, das Zweite vertikal, ob st&#228;rkend oder gr&#252;ndend. Verlangt ist Zeit in den Ber&#252;hrungen zu uns. Das Ankommen im Tonfeld wird zu einem Ankommen bei uns. </Pgraph><Pgraph>Zwischen &#8222;Wir-zu-uns und Wir-als-Subjekt-zu-uns-selbst&#8220; liegen Entwicklungs- und Reifeschritte. Beide beruhen auf der Erfahrung, dass wir uns in unserer Bewegung zukommen, einmal zu uns von unserem Gegen&#252;ber und zum anderen von unserem unauslotbaren Grund, in dem wir in unserer Vertikalen gr&#252;nden. Es beginnt die pr&#228;verbale Arbeit, in der wir uns zu uns selbst als Subjekt unseres Tuns verstehen. Hier ist die Erfahrung im w&#246;rtlichen Sinn grundlegend, denn sie hat zur Grundlage den R&#252;ckbezug zu uns und zu uns selbst.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="8. Lebendige Bewegung">
      <MainHeadline>8. Lebendige Bewegung</MainHeadline><Pgraph>F&#252;r die Pr&#228;verbale Arbeit gilt: Wir kommen uns zu an einem Anderen (hier dem Tonfeld), das durch uns bestimmt ist (hier das Material). In dieser Bestimmung greifen wir uns auf. Wir wandeln uns in unserer Beziehung, der zu uns und der zu unserer Welt (hier dem Tonfeld) und organisieren und gestalten uns neu in unserem &#8222;Inneren Zusammenhang&#8220; <TextLink reference="2"></TextLink> (der Genese unseres Werdens). Die pr&#228;verbale Arbeit bietet eine Lebensorientierung.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Elbing U</RefAuthor>
        <RefTitle>Kunsttherapie als Wissenschaft vom kunsttherapeutischen Handeln. Ein Diskussionspapier zur Standortbestimmung der deutschsprachigen Wissenschaftsgemeinschaft hinsichtlich kunsttherapeutischer Diagnostik und Intervention</RefTitle>
        <RefYear>2020</RefYear>
        <RefJournal>GMS J Art Ther</RefJournal>
        <RefPage>Doc04</RefPage>
        <RefTotal>Elbing U. Kunsttherapie als Wissenschaft vom kunsttherapeutischen Handeln. Ein Diskussionspapier zur Standortbestimmung der deutschsprachigen Wissenschaftsgemeinschaft hinsichtlich kunsttherapeutischer Diagnostik und Intervention. GMS J Art Ther. 2020;2:Doc04. DOI: 10.3205&#47;jat000008</RefTotal>
        <RefLink>https:&#47;&#47;doi.org&#47;10.3205&#47;jat000008</RefLink>
      </Reference>
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        <RefAuthor>Dilthey W</RefAuthor>
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        <RefYear>1982</RefYear>
        <RefBookTitle>Die geistige Welt: Einf&#252;hrung in die Philosophie des Lebens</RefBookTitle>
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        <RefBookTitle>Der Gestaltkreis: Theorie der Einheit von Wahrnehmen und Bewegen</RefBookTitle>
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      <Reference refNo="4">
        <RefAuthor>Deuser H</RefAuthor>
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