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    <ArticleType>Originalarbeit</ArticleType>
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      <Title language="de">Musiktherapie &#8211; neu definiert</Title>
      <TitleTranslated language="en">Music therapy &#8211; newly defined</TitleTranslated>
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          <AcademicTitle>Dr. phil.</AcademicTitle>
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        <Address>Neurologisches Fachkrankenhaus f&#252;r Bewegungsst&#246;rungen&#47;Parkinson, Stra&#223;e nach Fichtenwalde 16, 14547 Beelitz-Heilst&#228;tten, Deutschland<Affiliation>Neurologisches Fachkrankenhaus f&#252;r Bewegungsst&#246;rungen&#47;Parkinson, Beelitz-Heilst&#228;tten, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>mainka&#64;kliniken-beelitz.de</Email>
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          <LastnameHeading>Weymann</LastnameHeading>
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          <AcademicTitle>Prof. Dr.</AcademicTitle>
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          <Affiliation>Institut f&#252;r Musiktherapie, HfMT Hochschule f&#252;r Musik und Theater, Hamburg, Deutschland</Affiliation>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
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      <SectionHeading language="de">Musiktherapie</SectionHeading>
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    <DatePublished>20230228</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <ISSN>2629-3366</ISSN>
        <Volume>5</Volume>
        <JournalTitle>GMS Journal of Arts Therapies</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS J Art Ther</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>02</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Die Definition einer therapeutischen Disziplin leistet eine wichtige Standortbestimmung und bietet Orientierung f&#252;r Patient:innen, Interessent:innen und professionelle Akteure der Gesundheitsversorgung. Die Definition von Musiktherapie (MT) dient sowohl der Selbstdarstellung von Musiktherapeut:innen, als auch der fachlichen Einordnung in die Institutionen des &#246;ffentlichen Gesundheitswesens. Damit tr&#228;gt sie entscheidend zur berufspolitischen Profilierung bei. Es gibt aktuell in Deutschland keine im deutschen Gesundheitssystem gut anschlussf&#228;hige Definition von Musiktherapie. </Pgraph><Pgraph>In diesem Artikel werden verschiedene Definitionen dargestellt und kritisch hinterfragt. Vor dem Hintergrund von Neuentwicklungen innerhalb der MT wird die Notwendigkeit f&#252;r eine neue Definition aufgezeigt. Diese wird vorgestellt und in ihren Begriffsbausteinen erl&#228;utert.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>The definition of a therapeutic discipline provides an important position-fixing and offers orientation for patients, interested parties and professional actors in health care. The definition of music therapy (MT) serves both the self-portrayal of music therapists and the professional classification in the institutions of the public health care system. Thus it contributes decisively to the professional political profiling. There is currently no definition of music therapy in Germany that fits well into the German health system.</Pgraph><Pgraph>In this article, different definitions are presented and critically questioned. Against the background of new developments within MT, the necessity for a new definition is shown. This is presented and explained in its conceptual components.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Eine Definition leistet dem Wortsinn nach zweierlei: Bestimmung und Abgrenzung (von lateinisch <Mark2>definitio</Mark2>, Abgrenzung). Die Bestimmung eines Begriffs dient der grunds&#228;tzlichen Einordnung. Sie erm&#246;glicht ein Grundverst&#228;ndnis von bislang unbekannten Dingen. Nehmen wir den eher unbekannten Begriff <Mark2>Beffchen</Mark2>. Hierzu sagt der Duden: &#8220;Halsbinde mit zwei steifen, schmalen Leinenstreifen vorn am Halsausschnitt von Amtstrachten, besonders des evangelischen Geistlichen&#8221;. Mit Hilfe dieser Definition bekommt man eine recht gute Vorstellung vom Beffchen. Es geht um ein Kleidungszubeh&#246;r, das am Hals getragen wird. Allerdings bleibt die Vorstellung grob, weil beispielsweise nichts &#252;ber die genaue Form, Farbe oder Beschaffenheit ausgesagt ist. </Pgraph><Pgraph>Der zweite Zweck ist die Abgrenzung. Durch eine Definition wird indirekt ausgedr&#252;ckt, was etwas <Mark2>nicht</Mark2> ist. In Kenntnis dieser Definition wird niemand mehr denken, dass es sich beim Beffchen um ein Werkzeug handeln k&#246;nnte, oder dass das Beffchen in einem Zoogehege zu finden ist. Die Definition ist so pr&#228;zise, dass sie es uns erlaubt, das Beffchen eindeutig von der Halskrause, dem Schlips oder einem Armband zu unterscheiden.</Pgraph><Pgraph>Eine gute Definition zeichnet sich also dadurch aus, dass sie etwas allgemeinverst&#228;ndlich erkl&#228;rt, beziehungsweise bestimmt. Und dadurch, dass sie eine begrifflich-inhaltliche Abgrenzung zu &#228;hnlichen Dingen erlaubt.</Pgraph><Pgraph>Eine Definition soll kurz sein, pr&#228;zise, verst&#228;ndlich. Allerdings sind K&#252;rze, Pr&#228;zision und Verst&#228;ndlichkeit wie zankende Geschwister, die jedes f&#252;r sich, nicht genug vom Kuchen bekommen k&#246;nnen, ohne dem Anderen etwas wegzunehmen. </Pgraph><Pgraph>Beide Aspekte &#8211; Bestimmung wie Abgrenzung &#8211; sind Gegenstand von bewusster Interpretation und unbewusster Projektion. Unser Wissen, unsere Begriffe, unsere Ausdrucksweisen, unsere Einstellungen und Zuschreibungen sind gepr&#228;gt durch Lebensumfeld und Sozialisation. Sie sind stetem Wandel unterworfen. </Pgraph><Pgraph>Daher ist keine Definition perfekt und f&#252;r die Ewigkeit. In ihr spiegelt sich die aktuelle gesellschaftliche, kulturelle, politische und sozio&#246;konomische Realit&#228;t.</Pgraph><Pgraph>Wozu wird eine Definition von Musiktherapie (MT) ben&#246;tigt&#63; Zun&#228;chst soll eine grunds&#228;tzliche Einordnung erm&#246;glicht werden. Die Einordnung soll vor allem dort greifen und verstanden werden, wo MT praktiziert und verwaltet wird.  Dies betrifft in erster Linie das Gesundheits- und das Sozialwesen. Die Definition von MT richtet sich an alle dort t&#228;tigen Akteure, namentlich Patientinnen, (Angeh&#246;rige), Behandler, Unternehmerinnen, Verwalter und Politikerinnen. Daraus ergibt sich, dass eine Definition an die konkreten gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Bedingungen gebunden ist. Weiterhin leistet eine Definition einen Beitrag zum Selbstverst&#228;ndnis innerhalb der Berufsgruppe.</Pgraph><Pgraph>&#220;ber die Bestimmung von MT soll ausgesagt werden, was unser Fach, unsere Disziplin ist, was sie leistet und worin das Angebot von MT besteht. Nun wissen wir, wie schwierig diese Profilbildung schon innerhalb der Musiktherapieszene in Deutschland ist. Daher sagen die Kasseler Thesen <TextLink reference="1"></TextLink>: &#8222;Musiktherapie ist eine summarische Bezeichnung f&#252;r unterschiedliche musiktherapeutische Konzeptionen&#8220;. Die MT kennt verschiedene Methodologien und Verfahrensweisen. Eine Definition muss dieser Vielgestaltigkeit Rechnung tragen. Aber sie soll auch Abgrenzung zu anderen Therapieformen und zu nicht-therapeutischen Aktivit&#228;ten mit Musik erm&#246;glichen. Die Definition ist ein Spagat zwischen der klaren und deutlichen Bestimmung und der damit einhergehenden Abgrenzung auf der einen Seite und der Einbeziehung und Abbildung der gesamten vielgestaltigen beruflichen Praxis der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten auf der anderen Seite. </Pgraph><Pgraph>Kaum jemand hat sich so eingehend mit dem Thema Definition von MT befasst wie Kenneth Bruscia, der 100 verschiedene Definitionen analysiert und verglichen hat <TextLink reference="2"></TextLink>. Dabei fiel ihm auf, dass sich die Satzbestandteile in funktionale Kategorien gruppieren lassen. F&#252;gt man diese Musterbausteine von Bruscia zusammen erh&#228;lt man folgende Formel:<LineBreak></LineBreak><LineBreak></LineBreak></Pgraph><Pgraph><Indentation>MT ist ein&#47;eine &#91;Deskriptoren&#93; &#91;Aussage-Substantiv&#93; mit Hilfe von &#91;Agenzien&#93; mit &#91;Empf&#228;nger&#93; und &#91;Therapeut&#93; im &#91;Rahmen&#93; um (zu) &#91;Ziele&#47;Ergebnisse&#93;.<LineBreak></LineBreak><LineBreak></LineBreak></Indentation></Pgraph><Pgraph>Die Bausteine sind wie folgt zu verstehen:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1"><Mark2>Deskriptoren:</Mark2> Adjektive zur n&#228;heren Bestimmung</ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Aussagesubstantiv:</Mark2> Bestimmungswort, definiert den Gegenstand (MT) und folgt dabei einem von drei grundlegenden Schemata: </ListItem><UnorderedList><ListItem level="2">Werkzeugschema mit Begriff wie Nutzung, Anwendung oder Techniken </ListItem></UnorderedList><UnorderedList><ListItem level="2">Prozessschema mit Begriff wie Prozess, Ansatz oder Form, </ListItem></UnorderedList><UnorderedList><ListItem level="2">Identit&#228;tsschema mit Begriff wie Disziplin, Beruf oder Theorie</ListItem></UnorderedList><ListItem level="1"><Mark2>Agenzien:</Mark2> die verwendeten Mittel, k&#246;nnen in Kontext mit Strategien stehen</ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Empf&#228;nger:</Mark2> Bezeichnung f&#252;r Patient:innen bzw. Klient:innen, ggf. mit Bezug zu Bed&#252;rfnis oder Problem (Symptom) </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Therapeut:</Mark2> Bezeichnung und gegebenenfalls Beschreibung </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Rahmen:</Mark2> in welcher Umgebung, in welchen Einrichtungen findet MT statt</ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Ziele&#47;Ergebnisse:</Mark2> Bem&#252;hungen (Aktivit&#228;ten), Ergebnisse und Gesundheitsbereiche </ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Die Musterbausteine von Bruscia sind nicht immer klar voneinander abgrenzt, aber sie erm&#246;glichen es, verschiedene Definitionen von MT miteinander zu vergleichen. Zudem hat Bruscia auf Basis seiner Analyse selbst eine Definition verfasst. Wir werden jetzt einige Definitionen, einschlie&#223;lich der von Bruscia, exemplarisch er&#246;rtern.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Definitionen von Musiktherapie">
      <MainHeadline>Definitionen von Musiktherapie</MainHeadline><Pgraph>Eine im deutschsprachigen Raum vielfach verwendete Definition stammt von der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft <TextLink reference="3"></TextLink>. Sie lautet:</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und F&#246;rderung seelischer, k&#246;rperlicher und geistiger Gesundheit.&#8220;</Indentation></Pgraph><Pgraph>Zentral an dieser Definition ist das letzte Wort: Gesundheit. Bei Bruscia fiele dies in die Kategorie Ziele&#47;Ergebnisse <TextLink reference="2"></TextLink>. Gesundheit als Bezugsrahmen der Medizin entspricht dem Konzept der Salutogenese <TextLink reference="4"></TextLink>. Genauso spricht die WHO nicht von Krankheiten, sondern orientiert sich am Erhalt und der Wiedergewinnung von Gesundheit, wenn sie in ihrer Verfassung definiert: &#8222;Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity&#8220; <TextLink reference="5"></TextLink>. Dem steht die begriffliche Ausrichtung auf Krankheit als Ansatzpunkt der Medizin in Deutschland entgegen. Unser Gesundheitssystem ist bestimmt von Begriffen wie Krankenhaus, Krankenkasse, Krankengeld und Patient. Es spricht einiges daf&#252;r, diese an der Pathogenese orientierte Begrifflichkeit unseres Gesundheitssystems zu hinterfragen. Wenn aber MT f&#252;r dieses System &#252;berzeugend definiert werden soll, ist es aus pragmatischen Gr&#252;nden sinnvoll, die dort g&#228;ngigen Begriffe zu verwenden.</Pgraph><Pgraph>Ausf&#252;hrungen zum Verst&#228;ndnis der MT finden sich in den Kasseler Thesen <TextLink reference="1"></TextLink>, die aber nicht als Definition angelegt sind. Sie sind das Ergebnis eines schulen&#252;bergreifenden Verst&#228;ndigungsprozesses der 1990er Jahre. Die Thesen wurden 1998 ver&#246;ffentlicht und im Jahr 2010 revidiert. Sie stellen eine wichtige Grundlage f&#252;r die musiktherapeutische Lehre und Praxis in Deutschland dar. Dort hei&#223;t es in der These 2: &#8222;Der Begriff &#8216;Musiktherapie&#8217; ist eine summarische Bezeichnung f&#252;r unterschiedliche musiktherapeutische Konzeptionen, die ihrem Wesen nach als psychotherapeutische zu charakterisieren sind, in Abgrenzung zu pharmakologischer und physikalischer Therapie.&#8220; Diese Auffassung findet sich bereits in der Definition von Simon <TextLink reference="6"></TextLink>: </Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Unter Musiktherapie versteht man eine diagnose-spezifische Behandlungsmethode der Psychotherapie, welche, nach psychopathologischen Erfordernissen ausgerichtet, das spezifische Kommunikationsmedium Musik rezeptiv und aktiv anwendet, um therapeutische Effekte in der Behandlung von Neurosen, psycho-somatischen St&#246;rungen, Psychosen und neuro-psychiatrischen Erkrankungen zu erzielen&#8220; (S. 140).</Indentation></Pgraph><Pgraph>Es wurde damit betont, dass die zentralen Medien der MT <Mark2>psychologische</Mark2> Mittel sind. Die Herausstellung des psychotherapeutischen Charakters war sicherlich ein Meilenstein in der Entwicklung und Professionalisierung der MT und auch in der Verst&#228;ndigung der musiktherapeutischen Schulen. Sie war zudem mit der Hoffnung auf Einbezug in die Psychotherapie-Gesetzgebung verbunden, die sich letztlich nicht erf&#252;llt hat.</Pgraph><Pgraph>Inzwischen hat sich, u.a. bef&#246;rdert durch die Neurowissenschaften, die klinische Realit&#228;t der MT weiterentwickelt. Neue Methoden wie beispielsweise zur kognitiven Therapie mit Musik <TextLink reference="7"></TextLink>, zur MT bei Tinnitus <TextLink reference="8"></TextLink>, <TextLink reference="9"></TextLink> oder zu MT in der Neonatalogie <TextLink reference="10"></TextLink>, <TextLink reference="11"></TextLink> bauen heute auf neurophysiologisch fundierten Konzepten auf.  Musik wird dabei zum Agens, das unmittelbar K&#246;rperfunktionen wie Bewegung, Atmung oder kognitive Funktionen zu beeinflussen vermag. Hierf&#252;r ist der Begriff &#8222;psychotherapeutisch&#8220; zu eng. Interessanterweise taucht in keiner der von Bruscia analysierten Definitionen der Begriff Psychotherapie auf, weder als Aussagesubstantiv noch als Deskriptor oder Strategie <TextLink reference="2"></TextLink>. Stattdessen vermitteln diese Definitionen ein breiteres, quasi bio-psycho-soziales Verst&#228;ndnis von MT. </Pgraph><Pgraph>Wir werden nun weitere Definitionen n&#228;her betrachten. Die <Mark2>World Federation of Music Therapy</Mark2> (WFMT) stellt die Optimierung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualit&#228;t ins Zentrum ihrer Definition und erw&#228;hnt eine Vielfalt von Anwendungsbereichen. </Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8220;Music therapy is the professional use of music and its elements as an intervention in medical, educational, and everyday environments with individuals, groups, families, or communities who seek to optimize their quality of life and improve their physical, social, communicative, emotional, intellectual, and spiritual health and wellbeing. Research, practice, education, and clinical training in music therapy are based on professional standards according to cultural, social, and political contexts&#8221; (<TextLink reference="2"></TextLink>, S. 331).</Indentation></Pgraph><Pgraph>Eine Orientierung an klinischen Behandlungsanl&#228;ssen wird hier nicht formuliert. Der Schwerpunkt liegt eher auf Pr&#228;vention, Lebensqualit&#228;t (&#8222;optimize quality of life&#8220;) und pers&#246;nlicher Weiterentwicklung (&#8222;improve spiritual health and wellbeing&#8220;). Eine klinische Ausrichtung wird durch die Verwendung der beiden Begriffe &#8222;medical&#8220; und &#8222;clinical training&#8220; lediglich angedeutet, was uns f&#252;r die Charakterisierung eines Therapieverfahrens als unzureichend erscheint.</Pgraph><Pgraph>Die &#8222;klinische und evidenzbasierte Verwendung von Musik&#8220; er&#246;ffnet die Definition der American Music Therapy Association (AMTA). Anschlie&#223;end wird MT als Gesundheitsberuf eingeordnet.  </Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8220;Music Therapy is the clinical and evidence-based use of music interventions to accomplish individualized goals within a therapeutic relationship by a creden<TextGroup><PlainText>tia</PlainText></TextGroup>led professional who has completed an approved music therapy program.</Indentation></Pgraph><Pgraph><Indentation>Music therapy interventions can adress a variety of healthcare and educational goals: promote wellness, manage stress, alleviate pain, express feelings, enh<TextGroup><PlainText>ance</PlainText></TextGroup> memory, improve communication, &#91;and&#93; prom<TextGroup><PlainText>ote</PlainText></TextGroup> physical rehabilitation&#8221; <TextLink reference="12"></TextLink>.</Indentation></Pgraph><Pgraph>Die AMTA-Definition setzt mit Begriffen wie Intervention und Gesundheitspflege deutlich st&#228;rker klinische Schwerpunkte. Dabei scheinen die &#8222;edukativen Ziele&#8220; nicht recht zu einer &#8222;klinischen Anwendung&#8220; zu passen. Es werden Behandlungsanl&#228;sse genannt, welche jedoch zum Teil keinen klaren therapeutischen Bezug haben (&#8222;manage stress&#8220;, &#8222;express feelings&#8220;). Dem steht das indikationsgeleitete Vorgehen in der medizinischen Behandlung entgegen, welches darauf aufbaut, dass Experten (Arzt&#47; &#196;rztin oder Therapeut:in) therapeutische Ma&#223;nahmen einleiten. Wie die WFMT-Definition besteht sie aus zwei S&#228;tzen, die sich inhaltlich nicht &#252;berschneiden. Es wird das Werkzeug-Schema (&#8222;clinical and evidence-based use&#8220;) verwendet und auf die spezielle Berufsausbildung verwiesen.</Pgraph><Pgraph>Schauen wir uns als n&#228;chstes die Definition der British Association of Music Therapy (BAMT) an:</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Music Therapy is an established psychological clinical intervention, delivered by HCPC (The Health and Care Professions Council)-registered music therapists to help people whose lives have been affected by injury, illness or disability through supporting their psychological, emotional, cognitive, physical, communicative and social needs&#8220; <TextLink reference="13"></TextLink>.</Indentation></Pgraph><Pgraph>W&#228;hrend in dieser Definition der klinische Charakter durch die Begriffe <Mark2>clinical intervention</Mark2>, Krankheit und Behinderung sowie durch die gesetzliche Registrierung betont wird, scheinen die Verben <Mark2>help</Mark2> und <Mark2>support</Mark2>, wie auch der Ausdruck <Mark2>needs</Mark2> eher eine au&#223;erklinische Anwendung zu charakterisieren. Weiterhin werden hier die Interventionen wieder auf psychologische Wirkweisen eingeengt. Die Aufz&#228;hlung der Zielbereiche ist mit der Verkn&#252;pfung der W&#246;rter <Mark2>psychological</Mark2>, emotional und <Mark2>communicative</Mark2> begrifflich &#252;berladen, w&#228;hrend der Begriff <Mark2>physical</Mark2> zu allgemein gew&#228;hlt ist.</Pgraph><Pgraph>Bruscia verwendet in seiner Definition ein Prozessschema, in dem MT als Vorgang erkl&#228;rt wird:</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Music therapy is a reflexive process wherein the therapist helps the client to optimize the client&#8217;s <TextGroup><PlainText>health</PlainText></TextGroup>, using various facets of music experience and the relationships formed through them as the impetus for change. As defined here, music therapy is the professional practice component of the discipline, which informs and is informed by theory and research&#8220; (<TextLink reference="2"></TextLink>, S. 36).</Indentation></Pgraph><Pgraph>Auch diese Definition besteht aus zwei S&#228;tzen. Im Unterschied zu den Definitionen von WFMT und AMTA ist hier jedoch eine deutliche Gewichtung erkennbar. Der erste Satz enth&#228;lt die eigentliche Definition und k&#246;nnte auch f&#252;r sich stehen. Der zweite liefert eine genauere Bestimmung des fachlichen Kontextes des Gegenstandes, ohne den ersten Satz zu verw&#228;ssern. </Pgraph><Pgraph>Im Definitionssatz f&#228;llt der Begriff <Mark2>reflexive</Mark2> auf, der mit reflektiert &#252;bersetzt werden kann. Was mag Bruscia veranlasst haben, dieses Wort einzuf&#252;gen&#63; In den Ausf&#252;hrungen erkl&#228;rt Bruscia, dass er mit dem Begriff auf (Selbst-)Beobachtung, Auswertung und Bewusstmachung im Prozess abzielt. Mit der Zielbestimmung <Mark2>optimize the client&#8217;s health</Mark2> orientiert sich Bruscia am salutogenetischen Ansatz. Es finden sich keine Aussagen zu Zielbereichen, was eine Einordnung als therapeutische Disziplin zumindest nicht unterst&#252;tzt.</Pgraph><Pgraph>F&#252;nf der sechs hier diskutierten Definitionen mit Ausnahme der von Simon ist gemein, dass sie in ihren Formulierungen &#252;ber eine rein medizinische Anwendung hinausgehen: &#8222;Erhalt und F&#246;rderung von Gesundheit&#8220; (DMTG), &#8222;improve health and wellbeing&#8220; (WFMT), &#8222;promote wellness&#8220; (AMTA), &#8222;help people&#8220; und &#8222;support &#8230; needs&#8220; (BAMT), &#8222;optimize health&#8220; (Bruscia). Fachspezifisch geht es dabei vor allem um Pr&#228;vention, Unterst&#252;tzung und F&#246;rderung. Pr&#228;vention ist gekennzeichnet durch den Schutz vor Krankheit und die F&#246;rderung von Gesundheit bzw. von gesundheitsstabilisierenden Kompetenzen <TextLink reference="14"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Auch in Deutschland geh&#246;rt es zur beruflichen Realit&#228;t von Musiktherapeut:innen, dass deren Angebote oft im Zusammenhang mit Pr&#228;ventionsarbeit stattfinden, auch wenn dieser Begriff meist nicht verwendet wird. Stattdessen ist etwa von &#8222;F&#246;rderung&#8220; oder &#8222;Erhalt von Gesundheit&#8220; die Rede.</Pgraph><Pgraph>MT kann in einer Definition so &#8222;weit&#8220; gefasst werden, dass wirklich alles, was Musiktherapeut:innen tun, darin abgebildet ist. Oder die Definition wird enger gefasst, indem auf behandlungsbed&#252;rftige Symptome fokussiert wird. Letzteres er&#246;ffnet die M&#246;glichkeit, dar&#252;ber hinausgehende Anwendungen musiktherapeutischer Methoden davon zu unterscheiden und etwa von einem <Mark2>musiktherapeutischen F&#246;rderangebot</Mark2> zu sprechen. Wir werden im Weiteren darstellen, was aus unserer Sicht f&#252;r diese Sprachregelung spricht.</Pgraph><Pgraph>Im &#214;sterreichischen Musiktherapiegesetz (MuthG) wird etwa in der Berufsumschreibung die Aus&#252;bung der Musiktherapie eher weit gefasst. Zwar wird die MT zun&#228;chst dezidiert auf die Behandlung von &#8222;Verhaltensst&#246;rungen und Leidenszust&#228;nde&#8220; bezogen, dann aber mit Begriffen wie &#8222;vorbeugen&#8220;, &#8222;f&#246;rdern&#8220; und &#8222;wiederherstellen&#8220; erweiternde T&#228;tigkeitsfelder (Pr&#228;vention, Rehabilitation, <TextGroup><PlainText>F&#246;rder</PlainText></TextGroup>angebote) benannt, in denen sich Musiktherapeut:innen ebenfalls engagieren. Diese Formulierung gibt die Berufswirklichkeit von Musiktherapeuten zwar zutreffend wieder, verunklart damit aber die Charakterisierung der MT.</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Die Musiktherapie ist eine eigenst&#228;ndige, wissenschaftlich-k&#252;nstlerisch-kreative und ausdrucksf&#246;rdernde Therapieform. Sie umfasst die bewusste und geplante Behandlung von Menschen, insbesondere mit emotional, somatisch, intellektuell oder sozial bedingten Verhaltensst&#246;rungen und Leidenszust&#228;nden, durch den Einsatz musikalischer Mittel in einer therapeutischen Beziehung zwischen einem (einer) oder mehreren Behandelten und einem (einer) oder mehreren Behandelnden mit dem Ziel</Indentation></Pgraph><Pgraph><OrderedList><OrderedList><ListItem level="2" levelPosition="1" numString="1.">Symptomen vorzubeugen, diese zu mildern oder zu beseitigen oder</ListItem><ListItem level="2" levelPosition="2" numString="2.">behandlungsbed&#252;rftige Verhaltensweisen und Einstellungen zu &#228;ndern oder</ListItem><ListItem level="2" levelPosition="3" numString="3.">die Entwicklung, Reifung und Gesundheit des (der) Behandelten zu f&#246;rdern und zu erhalten oder wiederherzustellen&#8220; <TextLink reference="15"></TextLink>.</ListItem></OrderedList></OrderedList></Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anforderungen an die Definition">
      <MainHeadline>Anforderungen an die Definition</MainHeadline><Pgraph>Die neue Definition soll den aktuellen Entwicklungsstand der MT widerspiegeln. Dabei sollen auch j&#252;ngere &#252;ber das schwerpunktm&#228;&#223;ig psychotherapeutische Arbeiten hinausgehende Entwicklungen einbezogen werden. Es soll das therapeutische Profil von MT verdeutlicht werden, in Sinne einer klareren Positionierung und Charakterisierung sowohl der therapeutischen als auch der nicht-therapeutischen Angebote von Musiktherapeut:innen.</Pgraph><Pgraph>Die Definition soll aussagekr&#228;ftig und allgemeing&#252;ltig formuliert sein. Sie soll nicht nur f&#252;r Musiktherapeut:innen, sondern auch f&#252;r Vertreter:innen anderer Heilberufe, Patient:innen, Verwaltungsangeh&#246;rige und Politiker:innen verst&#228;ndlich und anwendbar sein. Sie soll eine Grundlage f&#252;r die musiktherapeutische Theorie und Praxis darstellen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Vorgehensweise">
      <MainHeadline>Vorgehensweise</MainHeadline><Pgraph>Ausgangspunkt f&#252;r unseren Arbeitsprozess war die Psychotherapiedefinition von Hans Strotzka:</Pgraph><Pgraph><Indentation>&#8222;Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensst&#246;rungen und Leidenszust&#228;nden, die in einem Konsensus (m&#246;glichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) f&#252;r behandlungsbed&#252;rftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation), meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach M&#246;glichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und&#47;oder Struktur&#228;nderung der Pers&#246;nlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und des pathologischen Verhaltens. In der Regel ist dazu eine tragf&#228;hige emotionale Bindung notwendig&#8220; (<TextLink reference="16"></TextLink>, S. 4).</Indentation></Pgraph><Pgraph>Ma&#223;geblich war diese Definition f&#252;r uns in ihrer schl&#252;ssigen Verkettung der Bestimmungsbausteine. Zudem wird gegen&#252;ber Simon das Element der therapeutischen Beziehung hinzugef&#252;gt. Nach Bruscia wird dabei ein Prozessschema zugrunde gelegt (interaktioneller Prozess). Es werden die Akteure (Patient, Therapeut), die Agenzien (psychologische Mittel, meist verbal), das Ziel (Symptomminimalisierung und&#47;oder Pers&#246;nlichkeitsver&#228;nderung) und eine Strategie (Techniken auf Basis einer Theorie) aufgef&#252;hrt und verst&#228;ndlich miteinander verkn&#252;pft. Die Definition entfaltet und erkl&#228;rt sich als eine geschlossene Kette in der es auf jedes einzelne Glied ankommt. Fehlt eines, ist die Kette nicht funktionsf&#228;hig. </Pgraph><Pgraph>Ausgehend von Strotzkas Definition und unter Ber&#252;cksichtigung der dargestellten Entwicklungen der MT haben wir die Erarbeitung einer neuen Musiktherapie-Definition begonnen. Diese wurde im Dialog der Autoren &#8211; meist per Video-Call, einmal auch in Pr&#228;senz &#8211; kontrovers und konsensorientiert er&#246;rtert und ausgearbeitet. Dabei diente eine Cloud-Textdatei als Arbeitsplattform. Hier wurden Vorschl&#228;ge gesammelt, beleuchtet und &#252;ber mehr als 14 Monate auch mehrmals aktualisiert und&#47;oder verworfen. </Pgraph><Pgraph>Der kontroverse Austausch wurde befeuert durch unsere unterschiedlichen beruflichen Hintergr&#252;nde. Der erste Autor arbeitet als klinischer Musiktherapeut mit Schwerpunkt Neurologische MT und bringt Erfahrung als forschender Rehawissenschaftler ein. Der zweite Autor ist Musiktherapeut, Supervisor und frisch emeritierter Hochschullehrer mit den Lehr- und Forschungsschwerpunkten Theorie der MT, Improvisation und Ethik. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Die neue Definition">
      <MainHeadline>Die neue Definition</MainHeadline><Pgraph>Die neue Definition lautet wie folgt:</Pgraph><Pgraph><Indentation>Musiktherapie ist eine wissenschaftlich fundierte therapeutische Disziplin, bei der in einer kollaborativen T&#228;tigkeit von Therapeut:in und Patient:in Musikinterventionen zur Minderung von psychischen, somatischen, psychosomatischen und kognitiven Symptomen angewandt werden.</Indentation></Pgraph><Pgraph>Im Folgenden werden die gew&#228;hlten Begriffe sukzessive erl&#228;utert.</Pgraph><SubHeadline>Wissenschaftlich fundiert</SubHeadline><Pgraph>Bei Strotzka hei&#223;t es, Psychotherapie sei &#8222;lehrbar&#8220; und finde auf &#8222;auf Basis einer Theorie des &#91;&#8230;&#93; Verhaltens&#8220; statt. Mit der Formel &#8222;wissenschaftlich fundiert&#8220; soll beides ausgedr&#252;ckt werden. Wissenschaftlichkeit basiert auf tradiertem Erfahrungswissen und klinischen Studien und beinhaltet, dass Wirkprinzipien, Anwendungsformen und Interventionen nachvollziehbar hergeleitet und beschrieben werden k&#246;nnen. Dies ist mit einer Lehrbarkeit verbunden. Die Theorie der MT beinhaltet Erkenntnisse verschiedener wissenschaftlicher Fachgebiete wie Psychologie, Musikpsychologie, Musikwissenschaft, Medizin, Rehabilitationswissenschaft und so weiter. Diese Theorie ist durch ihre Wissenschaftsorientierung der permanenten Hinterfragung und Aktualisierung &#8211; zum Beispiel aufgrund von Forschungsergebnissen &#8211; verpflichtet.</Pgraph><SubHeadline>Therapeutische Disziplin</SubHeadline><Pgraph>MT ist eine therapeutische Disziplin, die unterschiedliche Methoden mit spezifischen Techniken umfasst. Der Begriff Disziplin impliziert eine umfassende, eigenst&#228;ndige Theorie, die sich auf unterschiedliche Anwendungsbereiche bezieht und aus der heraus sich Indikationen und Behandlungsziele ableiten lassen. Durch die Charakterisierung als Therapie ist die MT auf die Behandlung krankheitswerter Ph&#228;nomene (Symptome) ausgerichtet. Auch wenn Pr&#228;vention zurecht als wichtiges musiktherapeutisches Arbeitsfeld gilt und mit musiktherapeutischen Methoden und Techniken versorgt wird, ist Pr&#228;vention von Therapie zu unterscheiden und nicht Gegenstand dieser Definition. Von Pr&#228;vention kann gesprochen werden, wenn eine etwa nach dem ICD-10 klassifizierte behandlungsbed&#252;rftige St&#246;rung noch nicht aufgetreten ist. Therapie ist dann angezeigt, wenn entsprechende Symptome bereits diagnostiziert wurden.</Pgraph><Pgraph>Mit dem Begriff therapeutische Disziplin wird &#252;berdies ein Beruf und eine damit verbundene fachliche Qualifikation impliziert. Auf einen direkten Bezug zum Beruf Musiktherapeut:in wurde dementsprechend in dieser Definition verzichtet.</Pgraph><SubHeadline>Kollaborative T&#228;tigkeit</SubHeadline><Pgraph>MT ist durch das Rollenverh&#228;ltnis von Therapeut:in und Patient:in gekennzeichnet. Beide &#8211; Therapeut:in wie Patient:in &#8211; sind in der MT aktiv und handeln in einer kollaborativen Allianz. Die Zusammenarbeit ist auf ein gemeinsam abgestimmtes Ziel gerichtet. Dies gilt auch, wenn diese, zum Beispiel aufgrund eingeschr&#228;nkter geistiger Leistungsf&#228;higkeit, nicht verbal-sprachlich verhandelt werden kann. Der &#8220;interaktionelle Prozess&#8221; von Strotzka bekommt somit eine kollaborative Qualit&#228;t. Auf die dort nachgestellte Klausel zur therapeutischen Beziehung wird hier verzichtet. Als Wirkfaktor ist die Beziehung zwischen Therapeut:in und Patient:in ein essentielles Element von Therapie, insbesondere von Psychotherapie. F&#252;r die Bestimmung und Abgrenzung der MT ist sie jedoch nicht herausgehoben spezifisch. Daher wurde darauf verzichtet, sie zur Charakterisierung von MT heranzuziehen.</Pgraph><Pgraph>Die stattdessen gew&#228;hlte Formulierung relativiert das Kompetenz- und Einflussgef&#228;lle, welches vor allem im klinischen Kontext mit den Begriffen Therapeut:in&#47;Arzt oder &#196;rztin und Patient:in oft verbunden ist. Zudem wird durch die Herausstellung des gemeinsamen Tuns (in den Musikinterventionen) eine Abgrenzung zur Musikmedizin herbeigef&#252;hrt.</Pgraph><SubHeadline>Patient:in</SubHeadline><Pgraph>Die Bezeichnung Patient:in f&#252;r die Empf&#228;nger:innen von MT wurde gew&#228;hlt, um den g&#228;ngigen medizinischen Begrifflichkeiten zu entsprechen. Zudem unterst&#252;tzt es die Pr&#228;misse, dass sich MT stets auf behandlungsbed&#252;rftige Ph&#228;nomene (Symptome) richtet. Und es entspricht der Konvention und den praktischen Gegebenheiten in medizinischen Einrichtungen.</Pgraph><Pgraph>Dagegen werden in nicht-klinischen Einrichtungen wie heilp&#228;dagogischen Ambulanzen, sozialp&#228;diatrischen Zentren, Wohneinrichtungen f&#252;r Menschen mit besonderen Bed&#252;rfnissen, Musikschulen usw. vorrangig andere Begriffe wie Bewohner:innen, Klient:innen, Sch&#252;ler:innen verwendet. Dies hat seine Berechtigung und bietet &#8211; mit Blick auf den institutionellen Kontext &#8211; Vorteile f&#252;r die musiktherapeutische Arbeitsweise und das Arbeitsb&#252;ndnis. Es steht aus unserer Sicht nicht im Widerspruch zur neuen Definition.</Pgraph><SubHeadline>Musikinterventionen</SubHeadline><Pgraph>Eine Intervention &#8222;ist eine Ma&#223;nahme (z. B. Schulung, Behandlung), deren Wirkung auf ein Zielmerkmal untersucht wird&#8220; (<TextLink reference="17"></TextLink>, S. 873). Mit <Mark2>Musikintervention</Mark2> wird jenes Agens herausgestellt, durch das sich MT von anderen therapeutischen Interventionsformen unterscheidet. Musik wird in dieser Definition nicht bestimmt. Der Begriff umfasst damit unterschiedliche Konzeptualisierungen von Musik als Medium der MT &#8211; etwa als Stimulus f&#252;r bestimmte Effekte, als Medium f&#252;r bedeutsame Interaktionen und Erfahrungen, als Ausdrucksform, als Beziehungsgeschehen, als Symbol <TextLink reference="18"></TextLink>.</Pgraph><Pgraph>Musikinterventionen sind dabei im Sinne Bruscias als reflexiv zu verstehen <TextLink reference="2"></TextLink>. Dies beinhaltet einerseits die M&#246;glichkeit f&#252;r verbale Reflexionen. Andererseits charakterisiert dies einen Prozess der sich im Wechselspiel zwischen den Beteiligten bewegt. Der konkrete Umgang mit Musik (Methoden, Techniken) erfolgt im Sinne der jeweiligen Zielsetzungen. So kann auch dann von Musikintervention gesprochen werden, wenn die musikalische Interaktion nicht als geplanter oder gezielter &#8222;Einsatz&#8220; von Musik beschrieben wird, sondern als &#8220;auftauchendes&#8221; Ph&#228;nomen einer fast tr&#228;umerischen Verst&#228;ndigung zwischen Menschen. Die M&#246;glichkeit dieses Auftauchens ist methodisch und technisch bereitgestellt, seine Bedeutung theoretisch eingefasst und daher ebenfalls &#8222;strategisch&#8220; bestimmt. Eine differenziertere Darstellung der verschiedenen musiktherapeutischen Strategien und Wirkprinzipien (vgl. <TextLink reference="19"></TextLink>) wurde nicht vorgenommen. Aussagekr&#228;ftiger erschien uns die Benennung der Symptombereiche. </Pgraph><SubHeadline>Minderung von Symptomen</SubHeadline><Pgraph>Die Verwendung des Begriffes Symptom ergibt sich aus der Charakterisierung als medizinische beziehungsweise psychologische Therapie. Das Symptom stellt in der Medizin den Ansatzpunkt einer Behandlung dar. Als Indikation gesehen weist das Symptom zudem auf eine konkrete und angemessene Therapie.</Pgraph><Pgraph>Strotzka hat dies mit Blick auf Psychotherapie durch die Formeln &#8222;Beeinflussung von Verhaltensst&#246;rungen und Leidenszust&#228;nden&#8220; und &#8222;in Richtung auf ein definiertes &#91;&#8230;&#93; Ziel&#8220; ausgedr&#252;ckt. Unsere Formulierung zielt darauf ab, diese Aspekte verst&#228;ndlich zu adressieren. Die dann folgende Aufz&#228;hlung soll alle Einsatzfelder von MT abbilden.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Schlussbemerkung">
      <MainHeadline>Schlussbemerkung</MainHeadline><Pgraph>Der neuen Definition liegt ein bio-psycho-soziales Krankheits- und Therapieverst&#228;ndnis zugrunde, wonach jedes Krankheitszeichen und jede therapeutische Intervention &#252;ber eine k&#246;rperliche, eine psychologische und eine kommunikativ-soziale Auspr&#228;gung verf&#252;gt <TextLink reference="20"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Durch die Benennung der Indikationsfelder Somatik und Kognition wird der Handlungsrahmen &#252;ber den psychotherapeutischen Kontext hinaus in den Bereich der k&#246;rperlichen Funktionen erweitert. Damit wird an das Verst&#228;ndnis der internationalen, insbesondere der angels&#228;chsischen Musiktherapieszene und an die zunehmende Verbreitung funktional-physiologischer Ans&#228;tze in Deutschland angekn&#252;pft. Durch die Bezugnahme auf somatische und kognitive St&#246;rungen werden so wichtige Arbeitsfelder wie die Geriatrie, die Neurologie und der Bereich der Entwicklungsst&#246;rungen eingebunden. </Pgraph><Pgraph>Die begriffliche Einengung auf behandlungsbed&#252;rftige Symptome, also auf eine medizinische Notwendigkeit als Grundlage von Therapie, erscheint uns mit Blick auf den Prozess der Professionalisierung und Qualit&#228;tssicherung der MT sinnvoll. Mit der eindeutigen Kennzeichnung von MT als Therapie wird der fachliche Kernbereich der Kompetenz von Musiktherapeut:innen herausgestellt, von dem aus wir unser Handeln, unsere fachliche (Meta-)Kommunikation und unsere Einbettung in verschiedenste institutionelle Zusammenh&#228;nge des Gesundheitswesens &#252;berzeugend darstellen k&#246;nnen. Um etwa die Implementierung von MT in die Behandlungsleitlinien <TextLink reference="21"></TextLink> und damit auch den Weg der beruflichen Anerkennung &#252;berzeugend fortzuf&#252;hren, ist eine Orientierung am medizinischen Krankheits- und Therapieverst&#228;ndnis erforderlich. </Pgraph><Pgraph>Zahlreiche Verwendungen von Musik im Gesundheitswesen k&#246;nnen hilfreich oder sogar heilsam sein, ohne dabei unter eine Definition von MT zu fallen &#8211; auch wenn sie von Musiktherapeut:innen ausgef&#252;hrt werden. Foster, Pearson &#38; Berends f&#252;hren unter dem Oberbegriff <Mark2>Music Care</Mark2> zehn unterschiedliche &#8222;Dom&#228;nen&#8220; auf, von denen MT eine ist (<TextLink reference="22"></TextLink>, S. 201).  Zu den anderen Dom&#228;nen z&#228;hlt etwa die MusikMedizin (<TextLink reference="23"></TextLink>, S. 14) oder die Pflege des &#8222;Sound Environment&#8220; der Klinik bzw. die Musical Soundscape Intervention <TextLink reference="24"></TextLink>. Konzertveranstaltungen, Sing-Events im Krankenhaus etc. k&#246;nnen unter Aspekten von Lebensqualit&#228;t, Gemeinschaftspflege, Unterhaltung oder Kultur wirksam sein und der Erhaltung der Gesundheit dienen. Diese Musikinterventionen sind in ihrer Durchf&#252;hrung nicht indikationsspezifisch auf medizinische Ph&#228;nomene ausgerichtet. Die neue Definition soll das Binnenverst&#228;ndnis und die Au&#223;endarstellung sch&#228;rfen, indem sie diese nicht als MT bezeichnet. </Pgraph><Pgraph>Wir wollen damit einen Beitrag leisten zur Verst&#228;ndigung mit Mitbehandler:innen, Patient:innen, Angeh&#246;rigen und anderen Akteuren im Gesundheitswesen. Indem MT klar und allgemein verst&#228;ndlich im System der Gesundheitsversorgung verortet wird, soll auch einer besseren Implementierung und der Anerkennung durch Kostentr&#228;ger Vorschub geleistet werden. Zudem soll ein Ansto&#223; f&#252;r die musiktherapeutische Community gegeben werden, &#252;ber das klinische Profil der MT neu nachzudenken. </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkungen">
      <MainHeadline>Anmerkungen</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autoren erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
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