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    <Identifier>mibe000147</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/mibe000147</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-mibe0001473</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Originalarbeit</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Virtuelle Patienten: Wie werden sie aus Sicht von Medizinstudierenden am besten eingesetzt&#63;</Title>
      <TitleTranslated language="en">Virtual patients: Which kind of teaching method is most attractive to medical students&#63;</TitleTranslated>
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          <Lastname>Riemer</Lastname>
          <LastnameHeading>Riemer</LastnameHeading>
          <Firstname>Martin</Firstname>
          <Initials>M</Initials>
          <AcademicTitle>Dipl.-Ing.</AcademicTitle>
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        <Address>Universit&#228;tskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Institut f&#252;r Computational Neuroscience, Medizinische Informatik, W36, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;tskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Institut f&#252;r Computational Neuroscience, Medizinische Informatik, Hamburg, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>riemer&#64;uke.uni-hamburg.de</Email>
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          <Lastname>Abendroth</Lastname>
          <LastnameHeading>Abendroth</LastnameHeading>
          <Firstname>Martin</Firstname>
          <Initials>M</Initials>
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          <Affiliation>Universit&#228;tskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Hamburg, Deutschland</Affiliation>
        </Address>
        <Email>m.abendroth&#64;uke.uni-hamburg.de</Email>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="en">virtual patients</Keyword>
      <Keyword language="en">teaching methods</Keyword>
      <Keyword language="en">academic training</Keyword>
      <Keyword language="en">evaluation</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      
    <DatePublished>20131111</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <SourceGroup>
      <Journal>
        <ISSN>1860-9171</ISSN>
        <Volume>9</Volume>
        <Issue>4</Issue>
        <JournalTitle>GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Inform Biom Epidemiol</JournalTitleAbbr>
        <IssueTitle>E-Learning-Technologien in der Medizin: Trends, Erkenntnisse, Erfahrungen</IssueTitle>
      </Journal>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>19</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>&#8222;Virtuelle Patienten&#8220; (VP) erm&#246;glichen es Medizinstudierenden eine Begegnung mit Patienten zu simulieren, bevor sie ihren ersten realen Patientenkontakt haben. Sp&#228;ter im Studium k&#246;nnen VP genutzt werden, um ausgew&#228;hlte Krankheiten zu erkennen oder deren Behandlung zu &#252;ben. Dies ist besonders wichtig, weil in Ausbildungskrankenh&#228;usern der Maximalversorgung immer weniger Patienten mit normalen Erkrankungen als Beispiel f&#252;r die Studierenden zu finden sind <TextLink reference="1"></TextLink>. F&#252;nf verschiedene Ans&#228;tze wurden genutzt um herauszufinden, auf welche Art man VP am besten in der medizinischen Ausbildung einsetzen kann. Aus der Sicht der Studierenden k&#246;nnen in der Mehrzahl der F&#228;lle die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn Studierende in Gruppen von zwei bis zu ungef&#228;hr zehn Personen unterrichtet werden. </Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>&#8220;Virtual Patients&#8221; (VPs) enable medical students to simulate a patient encounter before their first real patient contact. Later they can also be used to assess and train students&#8217; abilities to recognize and treat selected diseases. This is especially valuable as medical schools are normally linked to maximum medical care hospitals with increasing difficulties to present patients with less serious medical conditions to their students <TextLink reference="1"></TextLink>. Five different approaches were taken to find out which is the best way to use VPs in medical education. From the student&#8217;s points of view best results can be achieved in the majority of cases when students worked in groups of two up to about ten. </Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="Einleitung">
      <MainHeadline>Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Mit &#8222;virtuellen Patienten&#8220; (VP) k&#246;nnen Medizinstudierende eine Untersuchung simulieren, bevor sie ihren ersten realen Patientenkontakt haben. Sp&#228;ter im Studium k&#246;nnen ihnen mit VP F&#228;lle vorgestellt werden, die in den meisten Ausbildungskrankenh&#228;usern der Maximalversorgung nicht oder nur selten zu finden sind, weil in weniger aufw&#228;ndig ausgestatteten Krankenh&#228;usern die Erkrankung kosteng&#252;nstiger behandelt werden kann. Au&#223;erdem werden Patienten seit der Einf&#252;hrung der Abrechnung &#252;ber DRGs immer k&#252;rzer station&#228;r behandelt <TextLink reference="1"></TextLink> und sind deshalb ebenfalls seltener im Krankenhaus verf&#252;gbar. Deshalb bietet sich in diesen F&#228;llen der Einsatz von VP an. Es wurden zuerst verschiedene Werkzeuge zur Erzeugung von VP <TextLink reference="2"></TextLink> ausprobiert und in einem zweiten hier beschriebenen Schritt verschiedene Methoden des Einsatzes von VP evaluiert.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Methoden">
      <MainHeadline>Methoden</MainHeadline><Pgraph>Es wurden mehrere schon l&#228;nger existierende und einige von Studierenden neu erstellte VP benutzt. Dabei wurden die VP-Systeme CASUS <TextLink reference="3"></TextLink>, CAMPUS <TextLink reference="4"></TextLink> und INMEDEA <TextLink reference="5"></TextLink> benutzt. Sie konnten von den Studierenden alleine im Seminar oder von zu Hause aus bearbeitet werden. In Seminaren wurden Kleingruppen f&#252;r 2&#8211;3 Personen angeboten und im Wahlfach Medizinische Informatik konnten Gruppen von bis zu 10 Studierenden mit VP arbeiten. Diese Gruppen probierten zus&#228;tzlich auch die Zusammenarbeit in einem virtuellen &#8222;Webinar&#8220; aus. So oft wie m&#246;glich wurden die Studierenden zu Beginn und nach jeder VP-Bearbeitung zu ihren Erfahrungen befragt. Dabei wurden insgesamt f&#252;nf Methoden eingesetzt:</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Studierende im Praktischen Jahr (PJ) erleben drei verschiedene f&#252;r sie meistens neue Inhalte f&#252;r jeweils vier Monate (Tertiale) in der Inneren Medizin, der Chirurgie und einem Wahlfach und m&#252;ssen sich dazu noch auf das danach folgende zweite Staatsexamen vorbereiten. &#220;ber die eLearning-Plattform bekamen &#252;ber 500 PJ-Studierende das Angebot, jeweils einen speziell f&#252;r diesen Zweck ausgesuchten und erstellten VP pro Woche online zu bearbeiten. Diese Studierenden arbeiteten normalerweise alleine z.B. von zu Hause aus und wurden zu Beginn (vor dem ersten Fall) und nach dem Abschluss aller 10 F&#228;lle online befragt.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">In Pflichtseminaren des Faches Medizinische Informatik teilen sich ca. 20 Studierende im Mittel 12 PCs. Dabei ergeben sich Gruppen von 2&#8211;3 Personen (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure"/>), aber auch Studierende, die alleine arbeiteten. In der Bearbeitung eines VP wurden sie nach ca. 1&#47;3 der ben&#246;tigten Zeit unterbrochen, f&#252;llten dann einen Fragebogen zur Beurteilung des VP aus und bekamen dann die Gelegenheit, diesen zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt z.B. von zu Hause aus zu Ende zu bearbeiten. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">Im Wahlfach Medizinische Informatik bearbeiten Gruppen von bis zu 10 Studierenden einen VP an einem PC mit Bildschirmprojektion, der von einem Gruppenmitglied in Absprache mit der Gruppe bedient wird (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure"/>). Die Studierenden berichten danach &#252;ber ihre Eindr&#252;cke bei der Bearbeitung des Falles. Zuerst werden vorgefertigte F&#228;lle benutzt, sp&#228;ter stellen alle ihre im Wahlfach entstandenen eigenen F&#228;lle (siehe Methode 4) vor.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4.">Nach der ersten Erfahrung mit VP erstellen die Studierenden aus vorhandenen POL-F&#228;llen oder speziell daf&#252;r ausgesuchten anonymisierten klinischen F&#228;llen aus der Notaufnahme jeweils eigene VP mit den Autorensystemen CASUS und auch CAMPUS. Dabei m&#252;ssen sie sich in den Fall einarbeiten, aus ihrer eigenen Erfahrung bei der Bearbeitung von VP den Fall didaktisch interessant aufbereiten und ihn dann am Ende ihrer Gruppe nach dem in Methode 3 beschriebenen Prinzip bearbeiten lassen. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="5" numString="5.">Einzelne F&#228;lle wurden wie in Methode 3 beschrieben virtuell in einem &#8222;Webinar&#8220; bearbeitet, wenn z.B. einige Studierende einen l&#228;ngeren Anreiseweg hatten und nur ein halber Unterrichtstag zur Verf&#252;gung stand. Die Teilnehmer kannten sich zu diesem Zeitpunkt alle untereinander schon recht gut. Diese Vertrautheit schaffte eine gute Atmosph&#228;re, in der Einzelne dann entweder vorgefertigte oder selbst erstellte F&#228;lle bearbeiten lie&#223;en. Die Leitung des &#8222;Webinars&#8220; konnte nach Bedarf jedes Gruppenmitglied &#252;bernehmen. Als Screen-Sharing Programm wurde Mikogo <TextLink reference="6"></TextLink> genommen, f&#252;r die akustische und textliche Kommunikation wurde Skype <TextLink reference="7"></TextLink> benutzt.</ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Bis auf in Methode 1 standen immer erfahrene Unterrichtende f&#252;r Nachfragen zur Verf&#252;gung. Die F&#228;lle wurden alle auf der Basis von realen Patientenf&#228;llen aus der Notaufnahme oder der Normalstation &#252;bernommen. Sie wurden von Medizinern im Hinblick auf die Relevanz f&#252;r die medizinische Ausbildung ausgesucht und in kurzer Form mit allen notwendigen Anamnesedaten und Befunden den Studierenden als Grundlage f&#252;r ihren VP zur Verf&#252;gung gestellt. Die F&#228;lle stammen aus dem Themenbereich der Inneren Medizin,  setzen sich in der Regel aus einer Anamnese, einer k&#246;rperlichen Untersuchung, apparativer Diagnostik incl. Labor und ggf. Bildgebung sowie letztlich einer Besprechung der m&#246;glichen Differentialdiagnosen und des weiteren Procederes bzw. der Therapie zusammen. Sie hatten in einem PJ-Terzial z.B. folgende Themen:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Fall 1: Erysipel</ListItem><ListItem level="1">Fall 2: Reanimation bei Hyperkali&#228;mie beim Dialysepatienten</ListItem><ListItem level="1">Fall 3: Pankreatitis</ListItem><ListItem level="1">Fall 4: An&#228;mie bei Darm-CA</ListItem><ListItem level="1">Fall 5: Lungenembolie</ListItem><ListItem level="1">Fall 6: ED HIV bei PCP-Pneumonie</ListItem><ListItem level="1">Fall 7: Armvenenthrombose</ListItem><ListItem level="1">Fall 8: NSTEMI</ListItem><ListItem level="1">Fall 9: Aortendissektion</ListItem><ListItem level="1">Fall 10: COPD</ListItem><ListItem level="1">Lernfall 1: Typhus</ListItem><ListItem level="1">Lernfall 2: Diabetes mellitus Typ mit Ketoazidose</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>In den ersten Terzialen bestanden die VP aus z.T. mehr als 20 CASUS-Karten. Inzwischen haben viele F&#228;lle weniger als 10 Karten um u.a. die Bearbeitungszeit zu verringern.</Pgraph><Pgraph>Durch die Bearbeitung einzelner ausgesuchter VP vor der Erstellung eines eigenen VP entwickeln die Studierenden ein Gef&#252;hl daf&#252;r, wie ein VP aufgebaut sein sollte.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Ergebnisse">
      <MainHeadline>Ergebnisse</MainHeadline><Pgraph>Alle f&#252;nf eingesetzten Methoden wurden f&#252;r mehrere Studierendengruppen eingesetzt:</Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">Das Angebot f&#252;r &#252;ber 500 Studierende im PJ wurde in 3 Tertial-Gruppen jeweils zu Beginn von insgesamt ca. 30&#37; der Studierenden genutzt. Die weiteren F&#228;lle wurden dann von immer weniger Studierenden bearbeitet. Nur noch 3&#37; haben den zweiten Fragebogen nach dem letzten Fall ausgef&#252;llt, d.h. auch alle F&#228;lle durchgearbeitet &#8211; trotz eines Buchpreises als &#8222;Incentive&#8220;. Die Teilnehmerzahl sank beim letzten &#220;berpr&#252;fungsfall auf 6&#37;, w&#228;hrend bei den beiden F&#228;llen davor sich noch 10&#37; beteiligten &#91;8&#93;. Im Verlauf der Tertiale wurden F&#228;lle nach Hinweisen in Feedbacks &#252;ber die zu Anfang vorgegebene Bearbeitungszeit von 10 Tagen hinaus l&#228;nger verf&#252;gbar gemacht und durch Vereinfachung in der Bearbeitungszeit verk&#252;rzt, was zu einer erh&#246;hten Beteiligung in den folgenden PJ-Tertialen f&#252;hrte. Sp&#228;ter, in der Zeit kurz vor den Abschlusspr&#252;fungen, kamen dann Anfragen, F&#228;lle, die schon abgeschlossen waren, wieder zur Verf&#252;gung zu stellen. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">In 14 Pflichtseminaren der Medizinischen Informatik war es nicht einfach die Studierenden dazu zu bewegen, einen VP (System CASUS), der gerade mit Erfolg bearbeitet wurde,  nach ca. 1&#47;3 der ben&#246;tigten Zeit erst einmal abzubrechen. Alle f&#252;llten dann einen ersten Fragebogen auf Papier aus, in dem 87&#37; angaben, dass sie den Fall zu Hause beenden m&#246;chten. Diese spontane Bereitschaft geriet aber schnell in Vergessenheit: Nach 3 Tagen hatten nur 3&#37; ihr urspr&#252;ngliches Vorhaben umgesetzt. Nach einer Erinnerungs-Email waren es dann 12&#37; und nach einer weiteren pers&#246;nlichen Erinnerung im n&#228;chsten Seminar stieg die Teilnahme dann doch noch auf 21&#37;. <LineBreak></LineBreak>In dem zweiten Fragebogen, der online ausgef&#252;llt wurde, ergab sich, dass bei dem Vergleich der Gruppenarbeit im Seminar mit der Situation zu Hause (alleine am PC) es 51&#37; mehr Spa&#223; gemacht hat in einer Gruppe zu arbeiten, dazu war es noch 35&#37; egal, wie sie arbeiteten und nur 14&#37; zogen es vor alleine zu arbeiten. Eine klare Mehrheit von 86&#37; zieht also Gruppenarbeit vor oder sieht sie als gleichwertig an. Dabei werden nur die Studierenden ber&#252;cksichtigt, die beide Situationen kennengelernt haben (79&#37;), die also nicht in beiden Teilen alleine gearbeitet hatten. Bei der Selbsteinsch&#228;tzung, in welcher Konstellation man mehr lernt, sind die Ergebnisse nicht so klar: f&#252;r 44&#37; war das Lernen in einer Gruppe besser, 24&#37; sahen keinen Unterschied und 31&#37; meinten alleine besser lernen zu k&#246;nnen. Es zieht dabei also nur eine 2&#47;3-Mehrheit von 68&#37; die Gruppenarbeit vor oder sieht sie als gleichwertig an. In den beiden Befragungsteilen waren die Verh&#228;ltnisse der Gruppengr&#246;&#223;en sehr &#228;hnlich (21&#37; alleine, 71&#37; zu zweit, 8&#37; zu dritt), so dass diese wohl keinen Einfluss auf das Weiterarbeiten hatten. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">Seit  vielen Trimestern lernen Studierende im Wahlpflichtfach der Medizinischen Informatik mehrere VP bei der Arbeit mit PC und Videoprojektion kennen. Diese intensive Arbeit mit 2 bis 3 VP pro Tag macht allen Teilnehmern sehr viel Spa&#223;. Es werden verschiedene VP-Systeme benutzt: INMEDEA und CAMPUS (mit Classic Interface), mit denen die Studierenden die Anamnese, Diagnose und Behandlung der VP in jeweils beliebiger Reihenfolge durchf&#252;hren k&#246;nnen, sowie CASUS, das eine lineare, kartenbasierte Vorgehensweise hat. Die Studierenden fanden es zwar interessant die Reihenfolge ihrer Handlungen in einigen F&#228;llen selbst zu bestimmen, auch weil es sicherlich sehr realit&#228;tsnah ist, aber in der Praxis zogen alle die gef&#252;hrte Vorgehensweise von CASUS vor, weil das weniger Zeit kostet und man sich nicht in einem Fall &#8222;verlaufen&#8220; kann: die Zeit in einem Medizinstudium muss &#246;konomisch verteilt werden, &#252;berfl&#252;ssige Zeit f&#252;r &#8222;Irrl&#228;ufe&#8220; soll vermieden werden. Sicherlich kann es aus didaktischer Sicht auch manchmal sinnvoll sein falsche L&#246;sungswege zu gehen, aber Spa&#223; macht das aus Studierendensicht wahrscheinlich nicht. Generell unterscheiden VP sich von den ausschlie&#223;lichen &#8222;Multiple Choice&#8220; Aufgaben im Staatsexamen darin, dass es auch Fragetypen mit Freitextantworten gibt und man wie im sp&#228;teren Beruf ohne Antwortvorgaben entscheiden und auf die richtigen Fragen und Ideen kommen muss. Bei der gef&#252;hrten Vorgehensweise wird man im Fehlerfall wieder schneller auf den richtigen &#8222;Pfad&#8220; gebracht, w&#228;hrend bei einer beliebigen Reihenfolge schon mal ein automatisierter &#8222;Wizzard&#8220; helfen muss (INMEDEA).</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4.">Mit den positiven Erfahrungen der ersten selbst bearbeiteten F&#228;lle wurden von Studierenden selber VP aus echten anonymisierten klinischen F&#228;llen erstellt und sp&#228;ter den anderen Kommilitonen mit der gleichen PC und Videoprojektions-Methode zum Bearbeiten vorgelegt. In Wahlfachgruppen der letzten Zeit wurde das Feedback der Kommilitonen dann auch noch einmal zur Nachbesserung der eigenen F&#228;lle genutzt. Die gr&#246;&#223;te Arbeit beim Erstellen eines VP ist das Sammeln der Daten. Das ist weit mehr als 50&#37; des Gesamtaufwandes, lohnt sich aber, weil damit Kommentare wie &#8222;K&#246;nnen die Laborwerte bei diesem Krankheitsbild wirklich so sein&#63;&#8220; mit dem Hinweis, dass alles echte Patientendaten sind, entkr&#228;ftet werden k&#246;nnen.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="5" numString="5.">Die Bearbeitung von VP machte den Studierenden so viel Spa&#223;, dass sie auch noch an einem virtuellen &#8222;Webinar&#8220; teilnahmen um weitere F&#228;lle vorzustellen und sich dabei lange Anfahrtswege zur Universit&#228;t zu ersparen. Dazu wurden zuerst alle Skype und Telefondaten (als Fallback bei Computerproblemen) untereinander ausgetauscht. Dann wurde mit einer Skype-Gruppenkonferenz begonnen, der Link zum Screen-Sharing-System Mikogo benutzt und die Session-ID bekannt gegeben &#8211; aus der eLearning Plattform heraus oder &#252;ber die Skype-Textfunktion. Bei einer Gruppengr&#246;&#223;e von bis zu 10 Studierenden, die sich schon seit einer guten Woche kennen, war eine Moderation oder Rednerliste nicht notwendig. Falls jemand mal meinte, nicht zu Wort zu kommen, wurde der Beitrag in das Skype-Textfeld geschrieben. Das war auch ein gutes &#8222;Fallback&#8220;, wenn bei einem der Teilnehmer mal das Mikrofon ausfiel oder es auch schon zu Anfang nicht funktionierte (Abbildung 3 <ImgLink imgNo="3" imgType="figure"/>). Diese Umgebung ist relativ kosteng&#252;nstig: bei Skype zahlt man, falls man auch mit normalen Telefonen arbeiten m&#246;chte 2c&#47;Min, ein Flatrate-Vertrag f&#252;r z.B. Festnetztelefonie gibt es f&#252;r 12,60 &#8364; f&#252;r 3 Monate, ohne Telefonnutzung entstehen keine Kosten. Mikogo ist seit Ende 2011 nicht mehr kostenlos, eine Monatslizenz f&#252;r 15 Teilnehmer kostet 16,80 &#8364;. Ersatzweise k&#246;nnte man auch noch teurere kommerzielle Produkte wie &#8222;ADOBE Connect&#8220; nehmen. </ListItem></OrderedList></Pgraph><Pgraph>Viele der mit Methode  4 erstellten F&#228;lle, die ja bei ihrer Umsetzung zum VP im Wahlpflichtfach schon als Lernmaterial gedient hatten, werden sp&#228;ter in verschiedenen Lehrumgebungen weiter benutzt und erf&#252;llen damit weitere Aufgaben in der Lehre.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Diskussion">
      <MainHeadline>Diskussion</MainHeadline><Pgraph>Man k&#246;nnte aus dem Angebot f&#252;r die Studierenden im PJ schlie&#223;en, dass das Arbeiten mit VP alleine, in diesem Falle wohl von zu Hause aus, nur wenigen Studierenden so viel Spa&#223; macht, dass sie motiviert sind, alle 10 F&#228;lle eines PJ-Tertials durchzuarbeiten. Erst sp&#228;ter unter Pr&#252;fungsdruck steigt die Motivation wieder. Wahrscheinlich bevorzugen diese PJ-Studierenden es deshalb alleine zu arbeiten (2,61 &#177; 1,4 auf einer Likert Skala von 1&#8211;6 mit 1 &#61; alleine und 6 &#61; in Gruppe), weil sie diese F&#228;lle schon auf diese Weise von zu Hause aus bearbeitet haben. Somit waren vor allem diejenigen Studierenden interessiert viele F&#228;lle zu bearbeiteten, die diese Einzelarbeitsweise bevorzugen <TextLink reference="8"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Es k&#246;nnte aber auch sein, dass die Umsetzung der vorhandenen F&#228;lle noch M&#246;glichkeiten bietet, diese noch interessanter zu gestalten. Das wird zurzeit untersucht.</Pgraph><Pgraph>Die Einsch&#228;tzung, mit welcher der f&#252;nf Methoden man mehr lernt oder mehr Spa&#223; hat, wird sicherlich auch dadurch beeinflusst, dass Studierende, die es gewohnt sind, medizinische Sachverhalte traditionell &#252;berwiegend im Selbststudium zu lernen, nicht so gerne in Gruppen arbeiten. Unter diesem Aspekt ist es schon fast erstaunlich, dass nur eine Minderheit von 14 bzw. 31&#37; in Method<TextGroup><PlainText>e 2</PlainText></TextGroup> ausdr&#252;cklich Einzelarbeit bef&#252;rwortet, w&#228;hrend eine Mehrheit von 86 bzw. 68&#37; Gruppenarbeit vorzieht oder als gleichwertig ansieht.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Fazit">
      <MainHeadline>Fazit</MainHeadline><Pgraph>Die positiven Erfahrungen mit VP in einer Gruppenarbeit haben am UKE zu einem vermehrten Einsatz von VP auch in anderen F&#228;chern wie z.B.  der Gyn&#228;kologie oder Rechtsmedizin gef&#252;hrt. Es ist geplant VP auch im Problemorientierten Lernen (POL) einzusetzen.</Pgraph><Pgraph>Die Entscheidung ob Studierende VP lieber in Gruppen- oder Einzelarbeit behandeln h&#228;ngt sicherlich auch von dem jeweiligen Lerntyp ab. So sollten idealerweise nicht nur Gruppen angeboten werden. Einzelarbeit ist nat&#252;rlich viel einfacher zu organisieren z.B. &#252;ber eLearning-Plattformen und kann auch von zu Hause aus geschehen.</Pgraph><Pgraph>Nat&#252;rlich  h&#228;ngen die Ergebnisse auch von der Qualit&#228;t, dem passenden Thema und den Werkzeugen zur Erstellung von VP ab. So sollten sich weitere Untersuchungen jetzt mehr auf die Inhalte und erst in zweiter Linie auf die Methode des Einsatzes der VP konzentrieren, denn wie f&#252;r alle eLearning-Inhalte ist es unerl&#228;sslich Virtuelle Patienten zu verwenden, die interessant sind und vielleicht sogar &#228;hnlich viel Spa&#223; machen wie ein &#8220;Serious Game&#8221;.</Pgraph><Pgraph>Unser Dank geht an die Universit&#228;t Hamburg f&#252;r die finanzielle F&#246;rderung der Methode 1 durch das Programm &#8222;Seminare ans Netz&#8220;, sowie an alle Studierenden, die bei der Evaluation sehr engagiert mitgemacht haben.  </Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Anmerkung">
      <MainHeadline>Anmerkung</MainHeadline><SubHeadline>Interessenkonflikte</SubHeadline><Pgraph>Die Autoren erkl&#228;ren, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
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        <RefAuthor>Wissenschaftsrat</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
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        <RefBookTitle>Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Universit&#228;tsmedizin in Hamburg</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Wissenschaftsrat. Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Universit&#228;tsmedizin in Hamburg. Berlin: WR; 28.01.2011. S. 66. Available from: http:&#47;&#47;www.wissenschaftsrat.de&#47;download&#47;archiv&#47;1016-11.pdf</RefTotal>
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        <RefTitle>Vergleich verschiedener Werkzeuge zur Erzeugung und Nutzung von medizinischen Virtuellen Patienten</RefTitle>
        <RefYear>2010</RefYear>
        <RefBookTitle>e-Health 2011, Informationstechnologien und Telematik im Gesundheitswesen</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Riemer M, Wollatz M, Kludas L, Mendorf A, Nguyen TA, Seibel J. Vergleich verschiedener Werkzeuge zur Erzeugung und Nutzung von medizinischen Virtuellen Patienten. In: Duesberg F, Hrsg. e-Health 2011, Informationstechnologien und Telematik im Gesundheitswesen. 1. Auflage. Solingen: medical future verlag; 2010. S. 289-95.</RefTotal>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Studierende bearbeiten Virtuellen Patienten in gr&#246;&#223;erer Gruppe mit PC-Projektion</Mark1></Pgraph></Caption>
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