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    <IdentifierDoi>10.3205/mibe000247</IdentifierDoi>
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    <ArticleType>Systematischer R&#252;ckblick und Perspektiven</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Verpasste Chancen. Nachdenken &#252;ber Fehlentwicklungen der Medizinischen Informatik</Title>
      <TitleTranslated language="en">Missed opportunities. Reflections on misdevelopments in medical informatics</TitleTranslated>
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          <Firstname>Wolfgang</Firstname>
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          <AcademicTitle>Prof. em. Dr. med.</AcademicTitle>
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        <Address>Eddersbacher Berg 5, 65232 Taunusstein, Deutschland<Affiliation>Klinikum der J. W. Goethe-Universit&#228;t, Frankfurt a. M., Deutschland</Affiliation></Address>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
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    <DatePublished>20230714</DatePublished></DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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      <Journal>
        <ISSN>1860-9171</ISSN>
        <Volume>19</Volume>
        <JournalTitle>GMS Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</JournalTitle>
        <JournalTitleAbbr>GMS Med Inform Biom Epidemiol</JournalTitleAbbr>
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    <ArticleNo>08</ArticleNo>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph>Vor f&#252;nfzig Jahren war Deutschland in der Datenverarbeitung in der Medizin &#8222;second to none&#8220;, zusammen mit Schweden und den USA weltweit f&#252;hrend. Heute rangiert die Praxis der Digitalisierung in der Medizin unter &#8222;ferner liefen&#8220;, hinkt weit hinter her. Woran hat es gelegen&#63; Ein Pionier der Medizinischen Informatik versucht, darauf Antworten zu finden.</Pgraph></Abstract>
    <Abstract language="en" linked="yes"><Pgraph>Fifty years ago medical informatics in Germany was second to none, was world-leading along with Sweden and the USA. Today we are &#8220;also-rans&#8221;  regarding the digitalisation in medicine, have a low ranking. What is the cause&#63; A pioneer of medical informatics tries to find an answer.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock linked="yes" name="1 Einleitung">
      <MainHeadline>1 Einleitung</MainHeadline><Pgraph>Vor 50 Jahren, Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre, f&#252;hrte in der Anwendung der Datenverarbeitung in der Medizin unsere Bundesrepublik zusammen mit den USA<Superscript>1</Superscript> und Schweden<Superscript>2</Superscript>. Deutschland war &#8222;second to none&#8220;; kein anderes Land war besser. Vor allem bei elektronischer Patientenakte und Dokumentation waren wir mit ganz vorne. Das lag unter anderem an reichlich flie&#223;enden Forschungsgeldern des Bundesministerium f&#252;r Forschung und Technologie (BMFT).</Pgraph><Pgraph>Heutzutage rangiert Deutschland in der Praxis der Medizinischen Informatik (MI) unter &#8222;ferner liefen&#8220;, ziemlich weit hinten. Das Digitalisierungsdefizit auch im Gesundheitswesen wird allgemein beklagt. Woher r&#252;hrt dieser Verlust der f&#252;hrenden Rolle&#63;</Pgraph><Pgraph>Einem alt gewordenen Pionier der Datenverarbeitung in der Medizin sei es erlaubt, etwa zwanzig Jahre nach der Emeritierung (2003) dar&#252;ber nachzudenken, was er f&#252;r die Ursachen h&#228;lt&#33;</Pgraph><Pgraph>Dieser R&#252;ckblick soll verpasste Chancen anhand pers&#246;nlicher Erinnerungen aufdecken: traurig, aber nicht zornig, erinnernd, aber nicht klagend, pointiert, aber nicht akademisch.</Pgraph><Pgraph>Meine eigene Biografie steht nicht zur Diskussion; sie ist im Web dokumentiert (siehe <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.wgiere.de">https:&#47;&#47;www.wgiere.de</Hyperlink>). Auch meine berufliche Entwicklung l&#228;sst sich nachlesen (siehe <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.baik.de">https:&#47;&#47;www.baik.de</Hyperlink>). Diese Gedanken sollen Z<TextGroup><PlainText>u</PlainText></TextGroup>sammenh&#228;nge mit Hintergrundwissen erhellen, einige Aspekte der offiziellen Geschichtsschreibung der Medizinischen Informatik erg&#228;nzen &#8211; ohne erhobenen Zeigefi<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>ger. Bewusst wage ich mich f&#252;r diese Aufgabe auch an Spekulationen, an Was-w&#228;re-wenn-Fragen.</Pgraph><Pgraph>Es geht also um den Versuch, Ursachen f&#252;r den Verlust der F&#252;hrung bei der Anwendung der Datenverarbeitung in der Medizin zu identifizieren und verpasste Chancen aus der R&#252;ck-Sicht zu beschreiben. Weil meine pers&#246;nlichen Erinnerungen den &#220;berlegungen zugrunde liegen, geht es auch um meine Fehler &#8211; aber nicht nur. Vor allem geht es um die Idiosynkrasien verschiedener Firmen, I<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>stitutionen und handelnder Personen. Klar ist somit: Es geht um meine pers&#246;nlichen Ansichten, die Ansichten eines Pioniers an vorderster Front, der das alles miterlebt und teils schmerzlich miterlitten hat.</Pgraph><Pgraph>Wie gesagt: Dieses soll keine wissenschaftliche Arbei<TextGroup><PlainText>t w</PlainText></TextGroup>erden, auch keine Geschichte der Medizinischen Informatik. Ich erz&#228;hle, was ich erinnere &#8211; und das ist nat&#252;rlich im 87. Lebensjahr eingeschr&#228;nkt. Literatur ziehe ich m&#246;glichst nicht heran. Zu den fr&#252;hen angegebenen Projekten findet sich Information in dem gro&#223;artigen <Mark2>Handbuch der medizinischen Dokumentation und Datenverarbeitung</Mark2>, herausgegeben 1975 von Siegfried Koller und Gustav Wagner. Meine subjektiven Beurteilungen sollen zum Nachdenken anregen und zum Nachfragen. Wenn sich aus diesem geb&#252;ndelten R&#252;ckblick, aus meinem pers&#246;nlichen Fazit, eine Diskussion ergeben sollte, wenn es begr&#252;ndeten Widerspruch g&#228;be, w&#252;rde mich das freuen<Superscript>3</Superscript>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="2 Fr&#252;he F&#246;rderung">
      <MainHeadline>2 Fr&#252;he F&#246;rderung</MainHeadline><Pgraph>Die Bundesregierung, konkret das BMFT, f&#246;rderte die Datenverarbeitung seit Ende der 1960er Jahre gro&#223;z&#252;gig. Verst&#228;ndlicherweise sollten deutsche Produkte bevorzugt werden. So kam es z.B. zur Ausstattung von Hochschulrechenzentren mit AEG-Telefunken-Rechnern. Die TR440<Superscript>4</Superscript> des F&#246;rderkreises Industrie- und Technikgeschichte (FITG, <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.fitg.de">https:&#47;&#47;www.fitg.de</Hyperlink>) stammt aus diesem Programm. F&#252;r das mir genehmigte Vorhaben DIPAS (DV 5.314) wurden Fernschreiber Siemens T200 f&#252;r die zw&#246;lf angeschlossenen Praxen niedergelassener &#196;rzte und eine Siemens 4004&#47;45 als Zentralrechner genehmigt. Dieser erste Einsatz von Datenverarbeitung in &#228;rztlichen Praxen war erfolgreich. Beim n&#228;chsten F&#246;rderprogramm wurde eine eigenst&#228;ndige F&#246;rderung der Medizin vorgesehen und dazu, wohl 1972, ein Beirat berufen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="3 Sachverst&#228;ndigenkreis Datenverarbeitung in der Medizin (DVmed)">
      <MainHeadline>3 Sachverst&#228;ndigenkreis Datenverarbeitung in der Medizin (DVmed)</MainHeadline><Pgraph>Den Vorsitz des Sachverst&#228;ndigenkreises Datenverarbeitung in der Medizin (SVK DVmed) hatte Berthold Schneider von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), ein Biometriker. Stellvertretender Vorsitzender war ich, ein Arzt, damals Leiter des Rechenzentrums der Deutschen Klinik f&#252;r Diagnostik (DKD) in Wiesbaden. Der SVK DVmed wurde hervorragend betreut vom Ministerialrat Dr. Bertuleit. Er hat viele erfolgreiche Projekte gef&#246;rdert. Aber bei einigen kleineren fr&#252;hen Vorhaben lassen sich schon verpasste Chancen feststellen (Dietz, Philips), gravierende bei den sp&#228;teren Gro&#223;vorhaben DOMINIG und DEPAK (Dokumentations-DV-Projekt f&#252;r das Allgemeine Krankenhaus).</Pgraph><Pgraph>Der Sachverst&#228;ndigenkreis hatte als Grundlage f&#252;r ein vereinheitlichtes Berichtswesen &#252;ber die Projektfortschri<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>te die &#8222;Dokumentations- und Verfahrensrichtlinien f&#252;r medizinische DV-Projekte&#8220; von R. Werner Schuster und mir erstellen lassen. Deren Einhaltung wurde zur Bedingung jeglicher F&#246;rderung. Von den Betroffenen wurden die detaillierten Vorschriften nicht geliebt, als &#8222;DoVmed&#8220; (Doofmed) ver&#228;chtlich gemacht, aber im Gro&#223;en und Ganzen eingehalten. Die damals entstandenen Papiere sind gro&#223;enteils durchaus auch heute noch lesenswert.</Pgraph><SubHeadline>3.1 Dietz-Debakel im Krankenhaus Bethanien in Moers</SubHeadline><Pgraph>Peter Dietz baute in M&#252;lheim an der Ruhr erfolgreich Prozessrechner<Superscript>5</Superscript> f&#252;r die Gro&#223;industrie. Er hatte Kontakt zum Krankenhaus Bethanien in Moers und war begeistert von den neuen Gro&#223;platten mit 80 MB (&#33;) Kapazit&#228;t, die Anfang der 1970er Jahre von Control Data auf den Markt gekommen waren. Und zusammen mit einem kreativen Oberarzt im Bethanien entwickelte er eine Idee, eine brillante, wie ich meine. Ziel: Der Arzt am Krankenbett hat alle Information zum Patienten &#252;bersichtlich auf de<TextGroup><PlainText>m F</PlainText></TextGroup>ernseherbildschirm, wenn er den Patienten besucht. Alle eingehenden Befunde werden eingegebe<TextGroup><PlainText>n; die u</PlainText></TextGroup>nterschiedlichen Ansichtsseiten der ben&#246;tigten Auskunftsbildschirme werden w&#228;hrend der Eingabe aufbereitet. Da es gen&#252;gend Plattenkapazit&#228;t gibt, werden die ben&#246;tigten Bilder fix und fertig abgelegt. Damit ist gew&#228;hrleistet, dass der Arzt sie auf Anforderung verz&#246;gerungsfrei, blitzschnell, erh&#228;lt. Dietz argumentierte: Der Arzt kann und will nicht warten, aber bei der Eingabe hat der Rechner gen&#252;gend Zeit, die gew&#252;nschte multiple Aufbereitung vorzunehmen. Die fertigen Bilder vom Rechner auf die Fernseher in den Krankenzimmern zu pusten, ist kein Problem. So hatte er sich das gedacht, und ich fand die Idee unterst&#252;tzenswert.</Pgraph><Pgraph>Leider kam es anders. Vom Geldsegen des BMFT stellte Peter Dietz einen jungen Informatiker ein, frisch aus Hamburg, wo, wenn ich mich recht erinnere, von Wilfried Brauer damals &#252;ber das neue Thema Datenbanken gelehrt wurde. Der Junginformatiker &#252;berzeugte Dietz, er m&#252;sse eine moderne und redundanzfreie Datenbank benutzen. Daf&#252;r gab es aber bei Dietz keinerlei Software. Au&#223;erdem reichte die Kapazit&#228;t des Rechners nicht. Also m&#252;sse man einen zweiten hinzunehmen, einen Datenbankrechner. Und schlie&#223;lich landete man mit einem weiteren zur Unterst&#252;tzung der Kommunikation bei einem hochkomplexen Verbund aus drei Mini-Rechnern. Und das Team scheiterte kl&#228;glich, bekam die Probleme nicht in den Griff.</Pgraph><Pgraph>Damals war ich im &#8222;Vorhabenbegleitenden Ausschuss&#8220; und veranlasste einen Trockentest ohne das Computernetzwerk. Das urspr&#252;ngliche Konzept von Peter Dietz, einfach und bestechend, wurde im Patientenzimmer erprobt. Daf&#252;r mussten die Daten von Heinzelm&#228;nnche<TextGroup><PlainText>n i</PlainText></TextGroup>m Keller h&#228;ndisch aufbereitet werden. Die &#196;rzte waren begeistert. Aber die an sich simple EDV-L&#246;sung hat es nie gegeben.</Pgraph><Pgraph>In meinen Augen war das eine verpasste Chance. H&#228;tte man den Benutzeranspruch des Arztes (schnelle R<TextGroup><PlainText>e</PlainText></TextGroup>akti<TextGroup><PlainText>o</PlainText></TextGroup>nszeit) wichtiger genommen als das Dogma der Informatik (Redundanzfreiheit), w&#228;re es meiner Meinung nach ein gro&#223;er Erfolg geworden und vermutlich g&#228;be es das System in modernisierter Form heute noch: h&#228;ufige Zusammenstellungen auf Knopfdruck blitzschnell abrufbar, seltenere Ad-hoc-Anfragen per Datenbank m&#246;glich, aber eventuell langsamer.</Pgraph><Pgraph>Merke: Es geht um die Zufriedenheit der Benutzer, verz&#246;gerungsfreie Auskunft f&#252;r den Arzt, einheitlich, sodass er sich an das Bild gew&#246;hnt und ganz einfach die gew&#252;nschte Information findet. Es geht um Praxis, nicht um die reine Lehre&#33;</Pgraph><SubHeadline>3.2 Philips Kommunikationssystem in Herford</SubHeadline><Pgraph>Im Kreiskrankenhaus Herford hatte die Firma Philips R&#246;ntgenm&#252;ller aus Hamburg ein komplettes Leis<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>ungsan<TextGroup><PlainText>f</PlainText></TextGroup>orderungs- und Berichtssystem aufgebaut mit Fernschreiber-Terminals zwischen je zwei Stationen. Dazu hatten sie DEC-PDP-Rechner benutzt, programmiert in Mumps. Das war damals noch nicht standardisier<TextGroup><PlainText>t, k</PlainText></TextGroup>annte noch kein String-subscript (das hat die Hamburger Truppe, angef&#252;hrt von Armin Freybott, einige Jahre sp&#228;ter erfunden f&#252;r ihren eigenen Rechner P800, den wir in Frankfurt a.M. benutzten). Es gab auch noch keine B&#42;-B&#228;ume zur Speicherorganisation<Superscript>6</Superscript>.</Pgraph><Pgraph>Der Sachverst&#228;ndigenkreis war nach einer Besichtigung des funktionierenden Systems beeindruckt. Aber leider wurde das System nicht weiterentwickelt. Die genauen Zusammenh&#228;nge wei&#223; ich nicht mehr. M&#246;glicherweise spielte eine Rolle, dass die Mumps-Rechner damals DEC-Rechner aus den USA waren. Die von Philips selbst entwickelten Minirechner mit eigenem Mumps standen damals noch nicht zur Verf&#252;gung. Vielleicht gab es auch schon damals irrationale Vorbehalte gegen Mumps, wie sp&#228;ter noch oft. Jedenfalls starb das System und in meinen Augen starb damit das erste voll funktionierende Leistungsstellenkommunikationssystem in Deutschland &#8211; Anfang der siebziger Jahre, nota bene&#33; Das System leitete die Befund-Dokumentation aus der Leistungsanforderung und Befund&#252;bermittlung ab, bewahrte also die &#196;rzte vor Mehrarbeit. Im Vordergrund stand die Praxis der Krankenhauskooperation. Dieses erfolgreiche System weiterzuentwickeln, wurde vers&#228;umt. Es war eine verpasste Chance.</Pgraph><SubHeadline>3.3 Einf&#252;hrung der Datenverarbeitung in die &#196;rztliche Praxis (EDAP)</SubHeadline><Pgraph>Anfang der siebziger Jahre beantragte ich beim BMFT F&#246;rderung f&#252;r das Vorhaben &#8222;Dokumentations- und Informationsverbesserung in der Praxis des Niedergelassenen Arztes durch EDV-Service (DIPAS)&#8220;. Zw&#246;lf Modellpraxen in ganz Deutschland sollten durch Datex-Anschluss an einen Zentralrechner in der Deutschen Klinik f&#252;r Diagno<TextGroup><PlainText>s</PlainText></TextGroup>tik vom DUSP&#47;DUTAP-Verfahren profitieren. Der Antrag wurde noch im ersten DV-F&#246;rderprogramm genehmigt (DV 5.314). Die Fortsetzung wurde im DVmed-Programm beantragt.</Pgraph><Pgraph>Gleichzeitig hatte Otfried P. Schaefer in Kassel F&#246;rderung f&#252;r die Konzeption eines &#8222;Informationssystems f&#252;r den Niedergelassenen Arzt (INA)&#8220; beantragt. Der Antragsteller war einflussreicher Standespolitiker, damals Vorsitzender des Marburger Bundes und der Kassen&#228;rztlichen Vereinigung Hessen.</Pgraph><Pgraph>Beide Vorhaben wurden vom Sachverst&#228;ndigenkreis D<TextGroup><PlainText>V</PlainText></TextGroup>med empfohlen, vom BMFT genehmigt, aber aus verwaltungstechnischen Gr&#252;nden zu einem Gesamtvorhaben unter meiner Gesamtleitung zusammengefasst: &#8222;Einf&#252;hrung der Datenverarbeitung in die &#196;rztliche Praxis (EDAP)&#8220;. EDAP bestand also aus den beiden Teilprojekten DIPAS und INA; Tr&#228;ger war die Gesellschaft zur F&#246;rderung der Forschung an der Deutschen Klinik f&#252;r Diagnostik (GFF) in Wiesbaden. Beide Vorhaben waren erfolgreich. INA wurde vom Software-Unternehmen MCS in Eltville auf den Markt gebracht. DIPAS sollte seine Fortsetzung im geplanten Gro&#223;vorhaben DOMINIG finden.</Pgraph><SubHeadline>3.4 DOMINIG</SubHeadline><Pgraph>&#8222;DV-Einsatz zur L&#246;sung &#252;berbetrieblicher Organisations- und Managementaufgaben durch Integration des Normierten Informationsflusses zwischen verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens (DOMINIG)&#8220; hie&#223; das mit reichlichen F&#246;rdermitteln ausgestattete Gro&#223;vorhaben des Bundes, vertreten durch das BMFT, das helfen sollte, die Grenzen, besser gesagt die Kluft, zwischen den drei S&#228;ulen des deutschen Gesundheitswesens (Gesundheits&#228;mter, Krankenh&#228;user, Niedergelassene &#196;rzte) zu &#252;berwinden. Wie kam es dazu&#63;</Pgraph><Pgraph>Vom Sachverst&#228;ndigenkreis Datenverarbeitung in der Medizin waren erfolgreiche Projekte kleineren Umfanges gef&#246;rdert worden. Nunmehr sollte ein gro&#223;es Projekt alle Aktivit&#228;ten b&#252;ndeln und positive Wirkung im Gesundheitswesen entfalten. Berthold Schneider, der Vorsitzende, ich als Vize und R. Werner Schuster als Gesundheitspolitiker wurden gebeten, ein Konzept zu entwickeln. F&#252;r mehrere Tage begaben wir uns in Klausur im Hotel-R<TextGroup><PlainText>e</PlainText></TextGroup>staurant Erbism&#252;hle im Weiltal. Dabei entstand das oben zitierte Konzept. Wenn ich mich richtig erinnere, passierte es den Sachverst&#228;ndigenkreis unver&#228;ndert, wurde reichlich finanziert und ausgeschrieben.</Pgraph><Pgraph>Mehrere Teams bewarben sich:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">F&#252;r DOMINIG I, &#8222;Regionales medizinisches Organisati<TextGroup><PlainText>o</PlainText></TextGroup>ns- und Planungssystem f&#252;r &#252;berbetriebliche Aufg<TextGroup><PlainText>a</PlainText></TextGroup>ben&#8220;, kurz: das &#246;ffentliche Gesundheitswesen, war eine Berliner Bewerbung erfolgreich.</ListItem><ListItem level="1">F&#252;r DOMINIG II, &#8222;Informationsverbund mehrerer Krankenh&#228;user unter Benutzung eines zentralisierten DV-Systems&#8220;, kurz: den Krankenhausbereich, hatte ich vorbereitend ein Treffen zwischen Schuster von der Hessischen Zentrale f&#252;r Datenverarbeitung (HZD) und Kampe von der Kirchlichen Gemeinschaftsstelle f&#252;r elektronische Datenverarbeitung (KiGSt) auf neutralem Grund in einer Rastst&#228;tte an der A3 bei Hanau organisiert. Die beiden einigten sich tats&#228;chlich auf eine gemeinsame Bewerbung f&#252;r DOMINIG II. Die war erwartungsgem&#228;&#223; erfolgreich.</ListItem><ListItem level="1">F&#252;r DOMINIG III, &#8222;Informationsverbund f&#252;r niedergelassene &#196;rzte und sonstige an der ambulanten Versorgung beteiligte Einrichtungen unter Benutzung eines zentralisierten DV-Systems&#8220;, kurz: den ambulanten Bereich, hatten die Kassen&#228;rztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit der DKD mit meinem erfolgreichen DIPAS-Projekt die besten Chancen. Der Vorsitzende der KBV, Hans Wolf Muschallik, bat mich, den Antrag als Fortsetzung von DIPAS f&#252;r das zu gr&#252;ndende &#8222;Zentralinstitut f&#252;r die kassen&#228;rztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI)&#8220; im gr&#246;&#223;eren Rahmen zu formulieren. Ich entwickelte daf&#252;r das Konzept &#8222;Arzt-Kommunikations- und Auskunfts-System (AKAS)&#8220;. Die Bewerbung war erfolgreich.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Den erfolgreichen Bewerbungen folgten leider keine erfolgreichen Durchf&#252;hrungen. Im Ergebnis konnte von einer &#8222;L&#246;sung &#252;berbetrieblicher Organisations- und Managementaufgaben durch Integration des Normierten Informationsflusses im Gesundheitswesen&#8220; nicht die Rede sein. Verpasste Chancen in allen drei Teilbereichen.</Pgraph><SubHeadline2>3.4.1 DOMINIG I, &#246;ffentliches Gesundheitswesen</SubHeadline2><Pgraph>Soweit ich das sehen kann (und ich habe die Berliner Entwicklungen weniger genau verfolgt als die beiden anderen Teilprojekte), war der einzig greifbare Erfolg von DOMINIG I eine St&#228;rkung der Firma ID von Fritz Diekmann und seiner Bem&#252;hungen um Dokumentation und Nomenklatur. Auch die enge Kooperation des Gr&#252;nders von ID mit dem Bundesministerium f&#252;r Gesundheit (BMG) ist wohl der Zusammenarbeit im Projekt DOMINIG I zu verdanken. Substantielles ist meines Wissens nicht von DOMINIG I &#252;brig geblieben.</Pgraph><SubHeadline2>3.4.2 DOMINIG II, Krankenhausbereich</SubHeadline2><Pgraph>Das umfangreiche Gemeinschaftsprojekt lief mit gro&#223;em Aufwand an. Die entstandenen Konzepte sind meines Erachtens noch heute lesenswert. Aber den Worten folgten jahrelang keine Taten, weil man sich bei der Schaffung eines eigenen Betriebssystems f&#252;r die Klinik-Sof<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>wa<TextGroup><PlainText>r</PlainText></TextGroup>e verzettelte. Ich habe damals in einem ausf&#252;hrlichen Schreiben das zust&#228;ndige Sozialministerium gewarnt und empfohlen, bew&#228;hrte Software aus den USA zu &#252;bernehmen, z.B. die Datenbank- und Programmierumgebung &#8222;File-Manager&#8220; und das Betriebssystem &#8222;Kernel&#8220; von der Veterans Administration mit ihren 17<TextGroup><PlainText>2 K</PlainText></TextGroup>rankenh&#228;usern. Das h&#228;tte damals noch gelingen k&#246;nnen. Dieser Brandbrief h&#228;tte mich fast die Freundschaft von R. Werner Schuster gekostet, der unbedingt das eigene Betriebssystem in Fortran entwickeln wollte. Leider hat der schmerzliche Abbruch des Vorhabens nach ergebnislosen Jahren mir Recht gegeben. Die Chance, in Kooperation mit den &#196;rzten (wie es die Veterans Administration damals erfolgreich vorgemacht hat) mit &#8222;rapid prototyping&#8220; Bahnbrechendes im Krankenhausbereich zu entwickeln, wurde verpasst. Schuld waren aus meiner heutigen Sicht unbegr&#252;ndete Vorbehalte gegen Mumps und das NIH-Syndrom (&#8222;Not Invented Here&#8220;), die verbreitete Scheu vor der &#220;bernahme von Ergebnissen anderer. Eine transatlantische Kooperation der Veterans Administration mit DOMINIG II w&#228;re grandios gewesen.</Pgraph><SubHeadline2>3.4.3 DOMINIG III, niedergelassene &#196;rzte</SubHeadline2><Pgraph>Die von mir im Auftrage der KBV verfasste Bewerbung &#8222;Arzt-Kommunikations- und Auskunftssystem (AKAS)&#8220; basierte auf der Idee einer Weiterentwicklung der bew&#228;hrten Technik von DIPAS und war erfolgreich. Aber&#8230;</Pgraph><Pgraph>Mit der Projektdurchf&#252;hrung sollte neben der DKD als Partner das neu zu gr&#252;ndende &#8222;Zentralinstitut f&#252;r di<TextGroup><PlainText>e k</PlainText></TextGroup>assen&#228;rztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI)&#8220; betraut werden. Der KBV-Vorsitzende Hans Wolf Muschallik bat mich, die Leitung des zu gr&#252;ndenden ZI zu &#252;bernehmen. Das habe ich jedoch schweren Herzens abgelehnt, weil es einen erneuten Umzug bedeutet h&#228;tte, nach T&#252;bingen, Duisburg, Stuttgart und Taunusstein dieses Mal nach K&#246;ln, und damit Schulwechsel f&#252;r alle vier Kinder. Gr&#252;ndungsvorsitzender wurde nach meiner Ablehnung Friedrich Wilhelm Schwartz. Und der hatte f&#252;r das ZI andere Ziele, lehnte eine Fortsetzung von DIPAS ab.<Superscript>7</Superscript> Weil meine DIPAS-Mitarbeiter somit nicht wie geplant, beantragt und vom BMFT genehmigt in DOMINIG III &#252;bernommen wurden, war ich gezwungen, eine andere Fortsetzung zu beantragen. Einzelheiten hierzu finden sich in meiner ausf&#252;hrlichen Darlegung &#8222;DIPAS-Abschlussbericht&#61;DIADEM-Ausgangsbasis&#8220; (zu finden im Web unter <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.baik.de&#47;akas">https:&#47;&#47;www.baik.de&#47;akas</Hyperlink>). Diesen Antrag &#8222;Dokumentations- und Informationsverbesserung f&#252;r den Arzt mit Dezentralem EDV-Modul (DIADEM)&#8220; schickte ich zusammen mit meiner Dokumentation des Hinauswurfs aus DOMINIG III durch Friedrich Wilhelm Schwartz gleichzeitig an das ZI, das BMFT und die Mitglieder des SVK<Superscript>8</Superscript>. DIADEM wurde genehmigt &#8211; zus&#228;tzlich zu DOMINIG III (entgegen den urspr&#252;nglichen Intentionen des BMFT).</Pgraph><Pgraph>Es ist ein Treppenwitz der Geschichte der Medizinischen Informatik: DOMINIG II ist an Fortran gescheitert, h&#228;tte vermutlich mit Mumps &#252;berlebt; DIADEM hat Mumps beantragt, musste aber in Fortran realisieren; DOMINI<TextGroup><PlainText>G I</PlainText></TextGroup>II wurde von Friedrich Wilhelm Schwartz ohne den med<TextGroup><PlainText>iz</PlainText></TextGroup>inischen Anteil von AKAS zu einem erfolgreichen Verwaltungs- und Abrechnungssystem gemacht &#8211; in Mumps. Das System wurde unter strengen Bedingungen kommerziellen Firmen zur &#220;bernahme angeboten und hat viele Praxissysteme befruchtet.</Pgraph><Pgraph>Die medizinischen Teile von AKAS mit Dokumentation, Informationsunterst&#252;tzung und Kommunikation, Basis f&#252;r den von DOMINIG erw&#252;nschten &#8222;normierten Informationsfluss im Gesundheitswesen&#8220;, wurden ausgespart, Millionen an daf&#252;r bewilligten F&#246;rdermitteln zur&#252;ckgegeben. AKAS h&#228;tte verwirklicht werden k&#246;nnen. Das haben wir in den Folgejahren bewiesen. Damit h&#228;tte es schon damals das gegeben, was man heutzutage eine &#8222;aktive Elektronische Patientenakte&#8220; nennt, eine, die dem Arzt mehr Information liefert, als er hineinsteckt. Das Modell f&#252;r die aktive Elektronische Patientenakte, das sp&#228;tere BAIK-Modell, wurde von mir f&#252;r AKAS entwickelt. Verpasste Chance&#33;</Pgraph><Pgraph><Mark1>Fazit:</Mark1> DOMINIG war gescheitert. Die Chance, etwas wirklich Bahnbrechendes zu entwickeln, die es aus heutiger Sicht durchaus gegeben h&#228;tte, war vertan. Es krei&#223;te der Berg und gebar eine Maus: Lediglich das unter Leitung von E. Geiss in Mumps entwickelte Praxisverwaltungs- und Abrechnungssystem des ZI in DOMINIG III &#252;berlebte.</Pgraph><SubHeadline>3.5 DIADEM</SubHeadline><Pgraph>&#8222;Dokumentations- und Informationsverbesserung f&#252;r den Arzt mit Dezentralem EDV-Modul (DIADEM)&#8220; hatte ich das neue Vorhaben in Anlehnung an das so erfolgreiche DIPAS getauft. Um dem ZI mit DOMINIG III nicht ins Gehege zu kommen, hatte ich mich auf das Berichtswesen in Krankenh&#228;usern konzentriert. Als &#8222;dezentrale EDV-Module&#8220; wurden beschafft Siemens 404-3, Dietz Mincal 621 und kleine Prozessrechner von Intertechnique. Auflage des BMFT war, das DUSP&#47;DUTAP-System in Fortran (nicht, wie beantragt, in Mumps) zu realisieren. Das Programmieren von Textgenerierung und Stringverarbeitung in Fortran war eine Herausforderung besonderer G&#252;te. Allerdings hatte ich darin schon viel Erfahrung als Assistent von Rudolf Pirtkien in Stuttgart sammeln k&#246;nnen. Dort hatte ich 1969 (mit einer guten Assistentin) sein Vergiftungsauskunftssystem MEDIUC (in Fortran IV) v&#246;llig neu programmiert auf dem Boden einer veritablen Datenbank mit beliebig langen Texten. Auf dem winzigen Siemens 404-3 (maximaler Kernspeicherausbau 48 kB&#33;), dem letzten von Zuse selbst entworfenen Rechner Z43, lief das System. Es wurde von Triumph-Adler (TA) auf einem eigenen Personal Computer als &#8222;Doctors Office Computer (DOC)&#8220; auf den Markt gebracht. Leider starb DOC vor den ersten Verk&#228;ufen, weil TA Insolvenz anmeldete und aufgel&#246;st wurde. &#220;ber die Inkompatibilit&#228;ten der verschiedenen Fortran-Installationen, die &#8222;Fortabilit&#228;t&#8220;, haben wir damals publiziert. Um das ZI nicht zu reizen, haben wir im Sammelband &#252;ber die vom BMFT gef&#246;rderten Projekte &#8222;Datenverarbeitung im Gesundheitswesen&#8220; nur &#252;ber die formale Backus-Naur-Definition (Backus-Naur-Form) der DUSP&#47;DUTAP-Systematik publiziert, was damals f&#252;r &#196;rger sorgte. Aber wir wollten uns bewusst bedeckt halten.</Pgraph><SubHeadline>3.6 DEPAK</SubHeadline><Pgraph>Das Scheitern des Gro&#223;projektes DOMINIG, von dem man sich so viel versprochen hatte, war ein Schock. Es hat die F&#246;rderlandschaft nachhaltig gesch&#228;digt. Umso aufmerksamer beobachtete man das sp&#228;tere &#8222;Demonstrations-DV-Projekt f&#252;r das Allgemeine Krankenhaus (DEPAK)&#8220; in Kulmbach unter der Leitung von Eckehard Wilde. Der Landrat wollte f&#252;r sein Krankenhaus eigentlich eine IBM-L&#246;sung, bekam jedoch gem&#228;&#223; den F&#246;rderrichtlinien eine etwa gleichwertige Siemens 4004&#47;45-Anlage (die gleiche, die wir f&#252;r DIPAS benutzten). Wohl deswegen wurde ich Vorsitzender des &#8222;Vorhaben-begleitenden Ausschusses&#8220; und war somit eng vertraut mit dem Projekt. Es war ausgesprochen erfolgreich, verwirklichte echte Leistungsste<TextGroup><PlainText>l</PlainText></TextGroup>lenkommunikation und konnte mit Fug und Recht als bestens eingef&#252;hrtes &#8222;Krankenhaus-Informations-System (KIS)&#8220; angesehen werden.</Pgraph><Pgraph>Allerdings &#228;nderte der federf&#252;hrende Siemens-Unternehmensbereich Medizin (UBmed) in Erlangen zwischenzeitlich seine Strategie und lie&#223; die DV-Unterst&#252;tzung der Medizin auf der Universalrechnerlinie 4004 zugunsten des Minirechners 404-3 (den wir auch in DIADEM aufs Auge gedr&#252;ckt bekommen hatten) fallen. Das f&#252;hrte in Kulmbach einerseits dazu, dass sich die DEPAK-Mannschaft selbst&#228;ndig machte (Eckehard Wilde ging nach Augsburg), andererseits &#252;bernahm &#8211; man glaubt es kau<TextGroup><PlainText>m &#8211; I</PlainText></TextGroup>BM die Software und das funktionierende System im Kreiskrankenhaus Kulmbach. Mit anderen Worten: Siemens &#252;berlie&#223; das geballte Wissen aus dem F&#246;rderprogramm und ein gut funktionierendes KIS der Konkurrenz (von den 4004-Anwendungen in der DKD ganz zu schweigen). Es wurde nicht versucht, das System auf Nachfolgerechner der 4004 zu &#252;bertragen. Verpasste Chance&#33;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="4 Bund-L&#228;nder-Programme">
      <MainHeadline>4 Bund-L&#228;nder-Programme</MainHeadline><Pgraph>Schon fr&#252;h haben sich die Rechenzentren der L&#228;nder zusammengetan, um gemeinsam Programme f&#252;r die Krankenh&#228;user zu entwickeln und sie so bei der Verwaltung zu unterst&#252;tzen.</Pgraph><SubHeadline>4.1 Verwaltung</SubHeadline><Pgraph>&#8222;Finanzbuchhaltung im Krankenhaus (FINK)&#8220;, &#8222;Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus (KOLK)&#8220;, &#8222;Maschinelle Anlagenbuchhaltung im Krankenhaus (MAIK)&#8220; und &#8222;Materialwirtschaft im Krankenhaus (MARK)&#8220; waren vielbenutzte Programmsysteme, die in den Gebietsrechenzentren entwickelt, gepflegt und f&#252;r die angeschlossenen Krankenh&#228;user als Dienstleistung in Routine durchgef&#252;hrt wurden (z.B. auch f&#252;r das Uni-Klinikum Frankfurt a.M.). Im Rahmen von Bund-L&#228;nder-Abkommen hatte das Landesrechenzentrum von Rheinland-Pfalz in Bad Ems die Federf&#252;hrung. Der Vorteil der Bund-L&#228;nder-Programme war die bundeseinheitliche Regelung. Nachteilig war die Schwerf&#228;lligkeit des Entwicklungsprozesses.</Pgraph><SubHeadline>4.2 Medizinische Dokumentation</SubHeadline><Pgraph>Hinzu kam nach meinem Wechsel nach Frankfurt a.M. das in DIADEM weiterentwickelte Dokumentationssystem &#8222;Befunddokumentation und Arztbriefschreibung im Krankenhaus (BAIK)&#8220; als Bund-L&#228;nder-Programm f&#252;r die medizinische Dokumentation, ein Fremdk&#246;rper in mehrerlei Hinsicht:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">Nicht verwaltungs-, sondern arztorientiert</ListItem><ListItem level="1">Dezentraler Einsatz von Datenverarbeitung f&#252;r das DOC-System</ListItem><ListItem level="1">Eigene Programmiersprache DUTAP f&#252;r die Berichtsge<TextGroup><PlainText>n</PlainText></TextGroup>erierung</ListItem><ListItem level="1">Gesamtsystem BAIK programmiert in Mumps (nicht in Cobol, wie die &#252;brigen Bund-L&#228;nder-Programme)<Superscript>9</Superscript></ListItem><ListItem level="1">Nicht nur die &#8222;Zentrale Verfahrenspflege&#8220;, sondern auch die Betreuung der einzelnen Benutzer lag in den H&#228;nden des Zentrums der Medizinischen Informatik am Klinikum der J. W. Goethe-Universit&#228;t, Frankfurt a.M. (ZInfo).</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>BAIK starb mit dem ZInfo, das mit meiner Emeritierung aufgel&#246;st wurde. (Erst ab dem Jahre 2019 gab es wieder Initiativen der Medizinischen Informatik im Klinikum der J. W. Goethe-Universit&#228;t.)</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="5 BAIK &#8211; verpasste Chance">
      <MainHeadline>5 BAIK &#8211; verpasste Chance</MainHeadline><Pgraph>Nat&#252;rlich habe ich dar&#252;ber nachgedacht, was wohl die Gr&#252;nde f&#252;r den Untergang von BAIK waren. Wie so oft ist daf&#252;r nicht ein einziger Grund auszumachen; es ist wohl ein multifaktorielles Geschehen:</Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1"><Mark1>Aufwand:</Mark1> Die BAIK-Einf&#252;hrung war personell aufw&#228;ndig. Zwar erlaubte die pr&#228;zise &#8222;BAIK-Einf&#252;hrungsstrategie&#8220; eine gute Absch&#228;tzung des Aufwandes f&#252;r die aufeinander folgenden Schritte, aber die initiale H&#252;rde blieb hoch. (War sie &#252;berwunden, ernteten die Nutzer gerne die BAIK-Vorteile.)</ListItem><ListItem level="1"><Mark1>Fehlende Mittel: </Mark1>Die Beitr&#228;ge aus der Bund-L&#228;nder-Vereinbarung waren sehr knapp, deckten kaum den Unterhalt, reichten nicht f&#252;r Weiterentwicklungen. Die erfolgten zwar stetig, aber entsprechend langsam, im Wesentlichen durch Doktoranden. Erst mit der gro&#223;z&#252;gigen F&#246;rderung des transatlantischen Projektes &#8222;Multilingual Concept Hierarchies for Medical Information, Organisation and Retrieval (MuCHMORe)&#8220; gab es gen&#252;gend Mittel zur Weiterentwicklung. Immerhin ist es gelungen, bis zu meiner Emeritierung alle Teile meines Modells der &#8222;aktiven Elektronischen Patientenakte&#8220; zu verwirklichen. Die Machbarkeit konnte also bewiesen werden, wenn auch z.T. nur prototypisch. (Heute h&#228;tte sowieso niemand mehr Zweifel an der Machbarkeit&#33;)</ListItem><ListItem level="1"><Mark1>Mangelhafte Kommerzialisierung:</Mark1> Heute ist mir klar: Wir h&#228;tten f&#252;r BAIK dieselbe Strategie anwenden m&#252;ssen wie das ZI, n&#228;mlich strikte Trennung von Entwicklung und Vertrieb. Verkauf und Einf&#252;hrung in der Praxis h&#228;tte erfahrenen Firmen &#252;berlassen werden m&#252;ssen, nicht den L&#228;nderministerien. Das ZI hat die Verwendung der von ihm entwickelten DOMINIG-III-Software gratis erm&#246;glicht, aber unter Einhaltung strikter Kautelen strikt zertifiziert und kontrolliert. Dasselbe h&#228;tte man bei BAIK auch anstreben m&#252;ssen statt des &#8222;Vertriebs&#8220; &#252;ber Beh&#246;rden. Die BAIK-Benutzung wurde den Krankenh&#228;usern mehr oder weniger &#8222;auf&#8217;s Auge gedr&#252;ckt&#8220;. Sie mussten zwar nicht bezahlen, hatten dadurch aber auch wenig Interesse.</ListItem><ListItem level="1"><Mark1>Unzureichende Wartungskapazit&#228;ten:</Mark1> Aus der mangelhaften Kommerzialisierung folgerte nicht nur mangelhafter Vertrieb, sondern auch unzureichende Wartung. Es ist nicht genuine Aufgabe eines Universit&#228;tsinstitutes, einzelne Installationen zu warten. Das w&#228;re besser Aufgabe der Industrie gewesen. H&#228;tten sich Firmen wie ID oder DMI darum gek&#252;mmert, w&#252;rde BAIK wegen seiner unstreitig &#252;berlegenen Qualit&#228;ten vermutlich noch leben. Verpasste Chance&#33;</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph>Und damit sind wir bei den schmerzlichen &#220;berlegungen &#8222;Was w&#228;re, wenn&#8220; und landen bei Spekulationen.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="6 Was w&#228;re, wenn ...&#63; Spekulationen">
      <MainHeadline>6 Was w&#228;re, wenn ...&#63; Spekulationen</MainHeadline><Pgraph>In diesem Abschnitt versuche ich, mir vorzustellen, wie es h&#228;tte weitergehen k&#246;nnen, wenn verschiedene Chancen nicht verpasst worden w&#228;ren. Und bei der kritischen R&#252;ckschau haben sich verschiedene &#220;berzeugungen herausgebildet. Es l&#228;sst sich nicht beweisen, dass sie richtig sind, aber ich denke, sie sind plausibel.</Pgraph><SubHeadline>6.1 DOMINIG</SubHeadline><Pgraph>Wenn DOMINIG ein Erfolg geworden w&#228;re &#8211; und nach meiner festen &#220;berzeugung w&#228;re das m&#246;glich gewese<TextGroup><PlainText>n &#8211;</PlainText></TextGroup> h&#228;tte die Medizinische Informatik in Deutschland einen massiven Aufschwung genommen. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens w&#252;rde heute nicht hinter den meisten anderen Nationen hinterherhinken, sondern w&#228;re beispielhaft und ma&#223;gebend.</Pgraph><Pgraph>H&#228;tte sich R. Werner Schuster mit der HZD f&#252;r Mumps statt Fortran entschieden (die KiGSt benutzte es sowieso), File-Manager und Kernel der Veterans Administration &#252;bernommen und sich auf die Anwendungsentwicklung und Erleichterung des Krankenhaus-Alltags konzentriert, w&#228;re ein Erfolg nicht nur m&#246;glich, sondern sehr wahrscheinlich gewesen. Mit dem File-Manager h&#228;tte ein hervorragendes und bew&#228;hrtes Instrument zum &#8222;rapid prototyping&#8220; zur Verf&#252;gung gestanden und mit dem Kernel ein ausgebufftes Betriebssystem. Mumps hat seine Leistungsf&#228;higkeit weltweit bewiesen und ist streng genormt (viel besser portabel als Fortran noch heute).</Pgraph><Pgraph>H&#228;tte das ZI f&#252;r DOMINIG III auch den medizinischen Teil des AKAS in Mumps realisiert wie beantragt und das in Absprache und Kooperation mit DOMINIG II, h&#228;tte das ziemlich sicher zu einem &#8222;normierten Informationsfluss im Gesundheitswesen&#8220; gef&#252;hrt, zu dem, was wir immer noch schmerzlich vermissen&#33;</Pgraph><Pgraph>Und wenn der Informationsfluss zwischen Krankenhaus und Praxis integriert worden w&#228;re, h&#228;tte man sicher auch das &#246;ffentliche Gesundheitswesen mit einbeziehen k&#246;nnen und auch DOMINIG I w&#228;re erfolgreich geworden.</Pgraph><Pgraph>Schlie&#223;lich: Wenn die in DIPAS bew&#228;hrte DUSP&#47;DUTAP-Systematik in allen drei Teilprojekten eingef&#252;hrt worden w&#228;re, h&#228;tte es kein Problem mit dem Informationsaustausch gegeben. Der vorhandene AGK-Thesaurus w&#228;re nicht nur eine der Quellen f&#252;r den heutzutage erfolgreichen ICD-10-Diagnosenthesaurus geworden, sondern schon in den siebziger Jahren eine f&#252;r ein &#8222;integriertes Gesundheitswesen&#8220;.</Pgraph><SubHeadline>6.2 Zentralinstitut f&#252;r die kassen&#228;rztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI)</SubHeadline><Pgraph>Akzeptiert man diese &#220;berlegungen, gibt es noch eine weitere Ursache f&#252;r viele verpasste Chancen: W&#228;re ich damals der Bitte von Hans Wolf Muschallik gefolgt und h&#228;tte das ZI gegr&#252;ndet und geleitet, damit auch DOM<TextGroup><PlainText>I</PlainText></TextGroup>NI<TextGroup><PlainText>G I</PlainText></TextGroup>II, w&#228;re es nicht zum Zerw&#252;rfnis von Friedrich Wilhelm Schwartz und mir gekommen, nicht zur Ablehnung meiner bew&#228;hrten Methodik. Vermutlich w&#228;re sie heute noch im gesamten Gesundheitswesen lebendig. Als Leiter des ZI h&#228;tte ich andere Chancen gehabt, vielleicht mehr bewirken k&#246;nnen.</Pgraph><SubHeadline>6.3 DKD-Krise</SubHeadline><Pgraph>In der Krise der DKD verhandelte ein Drei-M&#228;nner-Gr<TextGroup><PlainText>e</PlainText></TextGroup>m<TextGroup><PlainText>i</PlainText></TextGroup>um mit potenziellen Investoren. Als Prokurist der AG geh&#246;rte ich dazu. Damals gab es vonseiten der Kassen das Angebot, aus der DKD eine Qualit&#228;tssicherungsinstitution zu machen. Das w&#228;re eine Chance gewesen. Sie wurde leider von den Kollegen abgelehnt. H&#228;tte man mit etwas Weitblick weiter verhandelt, h&#228;tte die DKD damals schon die Rolle &#252;bernehmen k&#246;nnen, die heute das IQWIG innehat. Und w&#228;re ich Chef des ZI geworden, h&#228;tte es s<TextGroup><PlainText>i</PlainText></TextGroup>cher keine Trennung von der DKD gegeben.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="7 Trauriges Fazit">
      <MainHeadline>7 Trauriges Fazit</MainHeadline><Pgraph>Versucht habe ich, aus meiner Erinnerung heraus verpasste Chancen aus der Pionierzeit zu identifizieren, die meiner Meinung nach die Entwicklung der Medizinischen Informatik in Deutschland beeinflusst haben, leider negativ. Sogar eigene Entscheidungen k&#246;nnten wesentlich dazu beigetragen haben.</Pgraph><Pgraph>Was von mir bleibt, sind ausgerechnet Produkte, die ich f&#252;r weniger wichtig halte: Der ICD-10-Diagnosenthesaurus und, schlimm genug, der Operationenschl&#252;ssel (OPS)<Superscript>10</Superscript>.</Pgraph><Pgraph>F&#252;r wichtig halte ich das BAIK-Modell mit dem Konzept der aktiven elektronischen Patientenakte mit allen Bausteinen: doppelte Sequenzbildung zur Identifikation (DUSP), Natural Language Generation (NLG, DUTAP), Klassifikation (IATROS) und Ber&#252;cksichtigung des Arzt-Interessen-Profils bei der Informationsanreicherung (MedIAS). Besonders gefreut hat mich, das BAIK-Modell auf den Titelseiten der beiden gleichlautenden Antr&#228;g<TextGroup><PlainText>e d</PlainText></TextGroup>es transatlantischen Gemeinschaftsprojektes MuC<TextGroup><PlainText>H</PlainText></TextGroup>MO<TextGroup><PlainText>R</PlainText></TextGroup>e an die NSF und die EU zu sehen.</Pgraph><Pgraph>Dar&#252;ber gibt meine BAIK-Webseite (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.baik.de">https:&#47;&#47;www.baik.de</Hyperlink>) mit dem BAIK-Buch Auskunft. Aber ich gebe mich keinen Illusionen hin: Wer studiert schon, was Altvordere gedacht, gemacht und dar&#252;ber geschrieben haben&#33; Trotzdem: Ich w&#252;rde mich freuen, wenn diese Ausf&#252;hrungen eine Diskussion anstie&#223;en.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="8 Anmerkungen">
      <MainHeadline>8 Anmerkungen</MainHeadline><Pgraph><Superscript>1</Superscript> Zum Beispiel Morris Collen mit EDV-gest&#252;tztem Automatic Multiphasic Health Testing (AMHT) (Kaiser Permanen<TextGroup><PlainText>t</PlainText></TextGroup>e) und Octo Barnett mit Computer Stored Ambulatory Record (COSTAR) (MGH).</Pgraph><Pgraph><Superscript>2</Superscript> Zum Beispiel Paul Hall mit der EDV-basierten Patientenakte J5 (Karolinska Sjukhuset).</Pgraph><Pgraph><Superscript>3</Superscript> Leider spricht die Erfahrung dagegen. Ich kenne praktisch keine Diskussion gemachter Erfahrungen. Viele Appelle, auch meine im BAIK-Buch, sind ungeh&#246;rt verhallt. Vielmehr wird &#8211; leider &#8211; immer wieder von vorne angefangen, als ob es nicht auch fr&#252;her schon gute Gedanken gegeben h&#228;tte.</Pgraph><Pgraph><Superscript>4</Superscript> Die TR440 stammt aus dem Hochschulrechenzentrum Kassel. Ich hatte mal ein Gutachten erstellt, ob sich eine unglaublich teure Arbeitsspeichererweiterung noch lohne, und habe mit dem FITG die Anlage vor dem Verschrotten gerettet. Sie diente 2008 im Film <Mark2>Der Baader Meinhof Komplex</Mark2> als Kulisse f&#252;r den Leiter des Bundeskriminalamtes, Horst Herold (gespielt von Bruno Ganz), bei der Erfindung der &#8222;Rasterfahndung&#8220;.</Pgraph><Pgraph><Superscript>5</Superscript> Dietz Mincal 621: Zuverl&#228;ssiger Minirechner mit sehr eigenwilliger Architektur. Der Arbeitsspeicher war nicht in Worte fester Wortl&#228;nge eingeteilt, sondern mit variablen Wortl&#228;ngen organisiert. Wir benutzten sp&#228;ter diese Rechner im Klinikum z.B. als sogenannte Remote Job Entry (RJE) Station f&#252;r die Kommunikation mit dem Hochschulrechenzentrum, aber auch schon im Vorhaben DIADEM (siehe 3.5).</Pgraph><Pgraph><Superscript>6</Superscript> Philips hat f&#252;r die P800 das so wichtige String-subscript f&#252;r Mumps verwirklicht mit einer Art ISAM-Datenspeicherung mit alphabetisch adressierten Ketten f&#252;r jede Hierarchiestufe. Die B&#42;-Baum-Organisation der Datenspeicherung wurde sp&#228;ter erstmals von DEC realisiert und machte Mumps unschlagbar f&#252;r alphabetisch adressierte sparse arrays, non-sql-Datenbanken. Zu Mumps siehe <Hyperlink href="https:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Mumps">https:&#47;&#47;de.wikipedia.org&#47;wiki&#47;Mumps</Hyperlink>.</Pgraph><Pgraph><Superscript>7</Superscript> Er verb&#252;ndete sich mit dem neuen &#228;rztlichen Direktor der DKD, Friedrich Schr&#246;pl. Auf dessen Initiative untersagte mir die GFF, im Namen der DKD Fortsetzungsantr&#228;ge beim BMFT zu stellen. Ich musste daf&#252;r einen neuen Tr&#228;ger suchen und fand ihn bei den St&#228;dtischen Kliniken Wiesbaden, den Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK).</Pgraph><Pgraph><Superscript>8</Superscript> Es war klar, dass Friedrich Wilhelm Schwartz DIPAS nicht als Erfolg sehen wollte, aber ich musste mich verteidigen. Als der Leiter des ZI verlangte, meine Darstellung zur&#252;ckzurufen, bot ich an, den Sachverst&#228;ndigen zu schreiben, er h&#228;tte von mir den R&#252;ckruf verlangt. Der R&#252;ckruf unterblieb.</Pgraph><Pgraph><Superscript>9</Superscript> Eine Ausnahme bildete der zentrale Auswertungsteil IATROS, der einerseits im Mumps, andererseits f&#252;r Bad Ems auch in Cobol programmiert wurde.</Pgraph><Pgraph><Superscript>10</Superscript> Auf meiner pers&#246;nlichen Webseite <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.wgiere.de">https:&#47;&#47;www.wgiere.de</Hyperlink> habe ich unter &#8222;Krisen, 3. OPS-Krise&#8220; viele Einzelheiten zu diesem leidigen Thema ausgef&#252;hrt. Sie schlie&#223;en mit der lapidaren Feststellung: &#8222;Ich hielt und halte den OPS-Kompromiss f&#252;r eine Missgeburt.&#8220;</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="9 Appendix">
      <MainHeadline>9 Appendix</MainHeadline><SubHeadline>9.1 Abk&#252;rzungen: Projekte und Institutionen</SubHeadline><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1">AEG: Allgemeine Elektrizit&#228;tsgesellschaft</ListItem><ListItem level="1">AGK: Arbeitsgruppe Klartextanalyse der GMDS</ListItem><ListItem level="1">AKAS: Arzt-Kommunikations- und Auskunfts-System</ListItem><ListItem level="1">BAIK: Befunddokumentation und Arztbriefschreibung im Krankenhaus, Bund-L&#228;nder-Vorhaben</ListItem><ListItem level="1">BMFT: Bundesministerium f&#252;r Forschung und Technologie</ListItem><ListItem level="1">DEPAK: Demonstrations-DV-Projekt f&#252;r das Allgemeine Krankenhaus</ListItem><ListItem level="1">DIADEM: Dokumentations- und Informationsverbesserung f&#252;r den Arzt mit Dezentralem EDV-Modul</ListItem><ListItem level="1">Dietz: Dietz Computer-Systeme KG, M&#252;lheim an der Ruhr</ListItem><ListItem level="1">DIMDI: Deutsches Institut f&#252;r Medizinische Dokumentation und Information (dem Gesundheitsministerium unterstellt), 2020 in das Bundesinstitut f&#252;r Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingegliedert</ListItem><ListItem level="1">DIPAS: Dokumentations- und Informationsverbesserung in der Praxis des Niedergelassenen Arztes durch EDV-Service</ListItem><ListItem level="1">DKD: Deutsche Klinik f&#252;r Diagnostik, Wiesbaden</ListItem><ListItem level="1">DMI: DMI GmbH &#38; Co. KG, M&#252;nster (Krankenhaus-Software- und Archivierungs-Firma (urspr&#252;nglich &#8222;Deutsches Mikrofilm Institut&#8220;)</ListItem><ListItem level="1">DOC: Doctors Office Computer (Produkt von TA)</ListItem><ListItem level="1">DOMINIG: DV-Einsatz zur L&#246;sung &#252;berbetrieblicher Organisations- und Managementaufgaben durch Integration des Normierten Informationsflusses zwischen verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens</ListItem><ListItem level="1">DUSP: Datenerfassungs- und Speicherungs-Programm</ListItem><ListItem level="1">DUTAP: Dekodierungs- und Text-Ausgabe-Programm</ListItem><ListItem level="1">DVmed: siehe SVK DVmed</ListItem><ListItem level="1">EDAP: Einf&#252;hrung der Datenverarbeitung in die &#196;rztliche Praxis</ListItem><ListItem level="1">EU: Europ&#228;ische Union</ListItem><ListItem level="1">FITG: F&#246;rderkreis Industrie- und Technikgeschichte e.V., Frankfurt a.M.</ListItem><ListItem level="1">GFF: Gesellschaft zur F&#246;rderung der Forschung an der Deutschen Klinik f&#252;r Diagnostik e.V., Wiesbaden</ListItem><ListItem level="1">GMDS: Gesellschaft f&#252;r Medizinische Dokumentation und Statistik. Heute: Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V.</ListItem><ListItem level="1">HSK: Dr. Horst Schmidt Kliniken, Wiesbaden</ListItem><ListItem level="1">HZD: Hessische Zentrale f&#252;r Datenverarbeitung, Wiesbaden</ListItem><ListItem level="1">IATROS: Informations-Aufbereitendes Text-Retrieval-Orientiertes System</ListItem><ListItem level="1">ID: Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH &#38; Co. KGaA, Berlin</ListItem><ListItem level="1">IQWIG: Institut f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, K&#246;ln und Berlin</ListItem><ListItem level="1">ISAM: Index-Sequential Access Method</ListItem><ListItem level="1">Kaiser Permanente: Kaiser Permanente Medical Group, Oakland, CA</ListItem><ListItem level="1">Karolinska: Karolinska Sjukhuset, Stockholm</ListItem><ListItem level="1">KBV: Kassen&#228;rztliche Bundesvereinigung, Berlin (fr&#252;her K&#246;ln)</ListItem><ListItem level="1">KiGSt: Kirchliche Gemeinschaftsstelle f&#252;r elektronische Datenverarbeitung, Frankfurt a.M. (seit 2023 ECKD, Kassel)</ListItem><ListItem level="1">KIS: Krankenhaus-Informations-System</ListItem><ListItem level="1">MI: Medizinische Informatik (fr&#252;her Datenverarbeitung in der Medizin)</ListItem><ListItem level="1">MCS: Medizinische Computersysteme GmbH, Eltville</ListItem><ListItem level="1">MGH: Massachusetts General Hospital, Boston, MS</ListItem><ListItem level="1">MuCHMORe: Multilingual Concept Hierarchies for Medical Information, Organisation and Retrieval (Transatlantisches Kooperationsprojekt der EU und NSF&#47;USA)</ListItem><ListItem level="1">Mumps: Massachusetts General Hospital Utility Multi-Programming System, 1966 von Octo Barnett entwickelt. 1993 Namens&#228;nderung auf M.</ListItem><ListItem level="1">NIH: National Institutes of Health, Bethesda, MD</ListItem><ListItem level="1">NLG: Natural Language Generation</ListItem><ListItem level="1">NSF: US National Science Foundation, Arlington, VA</ListItem><ListItem level="1">Philips R&#246;ntgenm&#252;ller: Unternehmensbereich Medizin der Firma Philips, Hamburg</ListItem><ListItem level="1">Siemens UBmed: Siemens-Unternehmensbereich Medizin, Erlangen</ListItem><ListItem level="1">SVK DVmed: Sachverst&#228;ndigenkreis Datenverarbeitung in der Medizin</ListItem><ListItem level="1">TA: Triumph-Adler, B&#252;roger&#228;te- und Computerfirma, N&#252;rnberg (seit 2011 TA Triumph-Adler GmbH)</ListItem><ListItem level="1">ZI: Zentralinstitut f&#252;r die kassen&#228;rztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland, K&#246;ln (sp&#228;ter Berlin)</ListItem><ListItem level="1">ZInfo: Zentrum der Medizinischen Informatik am Klinikum der J. W. Goethe-Universit&#228;t, Frankfurt a.M.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><SubHeadline>9.2 Personenindex</SubHeadline><Pgraph>Barnett, Octo (MGH)<LineBreak></LineBreak>Bertuleit, Helmuth (BMFT)<LineBreak></LineBreak>Brauer, Wilfried</Pgraph><Pgraph>Collen, Morris F. (Kaiser)</Pgraph><Pgraph>Diekmann, Fritz<LineBreak></LineBreak>Dietz, Peter</Pgraph><Pgraph>Freybott, Armin</Pgraph><Pgraph>Ganz, Bruno<LineBreak></LineBreak>Geiss, Erhard</Pgraph><Pgraph>Hall, Paul (Karolinska)<LineBreak></LineBreak>Haux, Reinhold<LineBreak></LineBreak>Herold, Horst</Pgraph><Pgraph>Kampe, Dieter (KiGSt)<LineBreak></LineBreak>Koller, Siegfried</Pgraph><Pgraph>Moore, Henry<LineBreak></LineBreak>Muschallik, Hans Wolf</Pgraph><Pgraph>Pirtkien, Rudolf</Pgraph><Pgraph>Schaefer, Otfried P.<LineBreak></LineBreak>Schneider, Berthold<LineBreak></LineBreak>Schr&#246;pl, Friedrich<LineBreak></LineBreak>Schuster, R. Werner<LineBreak></LineBreak>Schwartz, Friedrich Wilhelm</Pgraph><Pgraph>Wagner, Gustav<LineBreak></LineBreak>Wilde, Eckehard</Pgraph><SubHeadline>9.3 Zeittafel ausgew&#228;hlter eigener Projekte</SubHeadline><Pgraph>Manche Jahresangaben in der Zeittafel (s. Tabelle 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="table"/>) sind aus der Erinnerung gesch&#228;tzt, aber die Reihenfolge d&#252;rfte stimmen und mag zur groben Orientierung gen&#252;gen. Weiterf&#252;hrende Information zu den genannten Projekten finden sich unter <Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.baik.de">https:&#47;&#47;www.baik.de</Hyperlink>.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Danksagung">
      <MainHeadline>Danksagung</MainHeadline><Pgraph>Diese revidierte Fassung meines Entwurfs vom Ende letzten Jahres ist das Ergebnis ausgiebiger Beratungen mit dem Kollegen Reinhold Haux, dem ich f&#252;r seine prompte Reaktion auf meinen Hilferuf&#42;, eine ausf&#252;hrliche Videodiskussion und seine Korrekturvorschl&#228;ge von Herzen danke. Dankbar bin ich besonders auch dem Kollegen Bernd Graubner f&#252;r seine, wie seit jeher gewohnt, gr&#252;ndlichen und treffenden Korrekturvorschl&#228;ge. Dem MIBE-Team und der GMS-Redaktion danke ich aufrichtig f&#252;r die umsichtige, effektive und verst&#228;ndnisvolle Unterst&#252;tzung bei der Fertigstellung des Beitrags.</Pgraph><Pgraph>&#42; Die Skizze hatte ich nach einer schlaflosen Nacht erstellt und wusste nicht, was ich weiter damit tun sollte. Deswegen bat ich den gesch&#228;tzten Kollegen um Rat und Hilfe.</Pgraph></TextBlock>
    <TextBlock linked="yes" name="Interessenkonflikt">
      <MainHeadline>Interessenkonflikt</MainHeadline><Pgraph>Der Autor erkl&#228;rt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Tabelle 1: Zeittafel ausgew&#228;hlter eigener Projekte</Mark1></Pgraph></Caption>
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