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GMS Journal for Medical Education

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 2366-5017


Dies ist die deutsche Version des Artikels. Die englische Version finden Sie hier.
Forschungsarbeit
Empathie

[Kölner Empathiestudie: Querschnittsanalyse des Empathieniveaus und dessen Determinanten bei deutschen Zahnmedizinstudierenden]

 Isabel Deeg 1
Constantin Justus Serwe 1
Nils Spiekermann 2
Evamarie Brock-Midding 2
Nicolas Frenzel Baudisch 2,3
Christoph Matthias Schoppmeier 1
Anna Greta Barbe 1
Michael Jochen Wicht 1

1 Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Köln, Deutschland
2 Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Köln, Deutschland
3 infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn, Deutschland

Zusammenfassung

Ziele: Empathie bildet die Grundlage patientenzentrierter Zahnmedizin, jedoch bestehen Wissenslücken hinsichtlich der Entwicklung von Empathie innerhalb der zahnmedizinischen Ausbildung. Ziel dieser Studie war es, das Empathieniveau deutscher Zahnmedizinstudierender zu erheben, einschließlich von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Studienjahr, Alter und späteren Berufswünschen.

Methoden: Die Querschnittsstudie wurde im Sommersemester 2023 mit 155 Zahnmedizinstudierenden der Universität zu Köln durchgeführt. Die Empathieniveaus wurden mit der Jefferson Scale of Empathy – Health Professions Students (JSE-HPS) Version erhoben (20 Fragen, 7-Punkte-Likert-Skala, Wertebereich 20–140 Punkte). Soziodemografische Daten wie Alter, Geschlecht, Studienjahr und Berufswünsche wurden für jede teilnehmende Person erfasst und analysiert.

Ergebnisse: Im Durchschnitt zeigten die Zahnmedizinstudierenden hohe Empathiewerte: 110,20±11,81 (Standardabweichung) (Minimum 68,00, Maximum 136,00). Signifikante Unterschiede zeigten sich zwischen den Geschlechtern: weibliche Studierende erzielten höhere Werte auf der JSE-HPS als ihre männlichen Kommilitonen (p<0,0001, Cohen’s d=0,92). Ein deutlicher Rückgang der Empathiewerte wurde bei männlichen Studierenden in den letzten beiden Studienjahren festgestellt (Jahr 3-4: p=0,005; Jahr 3-5: p=0,004). Zwischen Empathieniveau und Alter (p=0,074) oder späteren Berufswünschen (p=0,593) bestanden keine signifikanten Zusammenhänge.

Schlussfolgerungen: Die Untersuchung zeigte insgesamt hohe Empathiewerte unter deutschen Zahnmedizinstudierenden, wobei sich geschlechtsspezifische Unterschiede sowie ein signifikanter Rückgang der Empathiewerte bei männlichen Studierenden in den letzten beiden Studienjahren abzeichneten. Diese Befunde betonen die Notwendigkeit gezielter curricularer Maßnahmen, insbesondere in den späteren Ausbildungsabschnitten, um Empathie langfristig zu bewahren und weiterzuentwickeln.


Schlüsselwörter

Empathie, zahnmedizinische Ausbildung, Arzt-Patienten-Beziehung, patientenzentrierte Zahnmedizin

1. Einleitung

Partizipative Arzt-Patienten-Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für konkordante Therapieentscheidungen und führt zu besseren klinischen Ergebnissen sowie zu höherer Patientenzufriedenheit. Um eine partizipative Interaktion zwischen Ärzt*innen und Patient*innen zu ermöglichen, spielt die Empathie von Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Rolle [1]. Patient*innen erwarten von ihren Ärzt*innen, dass diese empathisch sind; im Gegenzug zeigen sie mehr Kooperationsbereitschaft, Zufriedenheit und Adhärenz, was sich positiv auf die Patient*innengesundheit auswirkt [2]. Auch die Ärzt*innen selbst profitieren von empathischer Patient*innenbehandlung. Empathische medizinische Versorgung führt zu höherer Arbeitszufriedenheit und hilft, psychische Erkrankungen wie Burnout zu vermeiden [3]. Ein Mangel an Empathie steht in Zusammenhang mit einer erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit in der medizinischen Versorgung. Depersonalisierung und emotionale Erschöpfung bei Ärztinnen und Ärzten waren dabei mit einem um 54% gesteigerten Risiko für Behandlungsfehler verbunden [4]. Empathiezentrierte Arzt-Patienten-Kommunikation ist auch für das Gesundheitssystem vorteilhaft, da sie mit einer niedriger frequenten Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, einer Reduktion unnötiger Praxisbesuche, weniger Überweisungen an andere Fachbereiche sowie einer geringeren Anzahl bildgebender und diagnostischer Verfahren verbunden ist [5], [6].

In der Zahnmedizin fördert Empathie das Vertrauen zwischen Zahnärzt*innen und Patient*innen, reduziert Ängste und stärkt die Patient*innenautonomie, indem sie ein respektvolles und unterstützendes Behandlungsumfeld schafft [7]. n den vergangenen zehn Jahren hat die moderne zahnmedizinische Ausbildung neben der Vermittlung klinischer Fertigkeiten zunehmend die Bedeutung einer patientenzentrierten Versorgung betont – mit einem besonderen Fokus auf die Förderung kommunikativer Kompetenzen und der Empathiefähigkeit der Studierenden [8]. Die weltweit berichteten Empathieniveaus von Zahnmedizinstudierenden sind jedoch heterogen. So erreichten polnische Zahnmedizinstudierende ihren Empathiehöchstwert im vierten Studienjahr; im Gegensatz dazu zeigten Erstsemester in britischen und US-amerikanischen Studien die höchsten Empathiewerte [9], [10], [11]. Vergleichende, Querschnittsstudien haben gezeigt, dass in den USA Studentinnen der Osteopathie medizinisch empathischer waren als ihre männlichen Kommilitonen und dass das Empathieniveau im Verlauf des Studiums signifikant abnahm [12]. Im Bereich der Zahnmedizin belegen Daten aus einem systematischen Review [13], dass einige Studien eine leicht, jedoch häufig nicht signifikante, höhere Empathie bei männlichen Zahnmedizinstudierenden im Vergleich zu weiblichen berichteten, während andere Untersuchungen das Gegenteil zeigten (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]) [11], [14], [15], [16], [17], [18], [19]. Die Mehrheit der medizinischen und zahnmedizinischen empirischen Erhebungen hat jedoch gezeigt, dass Frauen empathischer sind als Männer [13], [20].

Tabelle 1: Empathiewerte nach Geschlecht in internationalen Studien mit Zahnmedizinstudierenden

Mit der Einführung der neuen Zahnärztlichen Approbationsordnung (ZApprO) im Jahr 2020 wurden in Deutschland Maßnahmen innerhalb der zahnmedizinischen Ausbildung gezielt verstärkt, um die Entwicklung von Empathie zu fördern. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Vermittlung grundlegender Werte und Standards sowie auf der Berücksichtigung zentraler ethischer Prinzipien und Kernwerte der Zahnärztlichen und medizinischen Berufsausübung [21], [https://www.gesetze-im-internet.de/zappro/BJNR093310019.html]. Das tatsächliche Empathieniveau deutscher Zahnmedizinstudierender ist jedoch weitgehend unerforscht. Eine Studie aus dem Jahr 2022 an der Universität Frankfurt/Main, Deutschland, bei der die JSPE-Studierendenversion eingesetzt wurde, konnte keine geschlechtsspezifischen Unterschiede im Empathieniveau im zweiten und vierten Studienjahr feststellen. Umfassende Daten, die alle fünf Studienjahre berücksichtigen, fehlen jedoch bislang [22]. Solche Erkenntnisse sind entscheidend, um den zahnmedizinischen Lehrplan zielgerichtet zu gestalten und anzupassen, damit er die erforderlichen Kriterien erfüllt und sicherstellt, dass Studierende beim Abschluss ein hohes Maß an Empathie aufweisen und als professionell sowie empathisch geschulte Zahnärztinnen und Zahnärzte in die Berufspraxis eintreten.

Es wird die Hypothese aufgestellt, dass das Empathieniveau von Zahnmedizinstudierenden im Verlauf des Studiums abnimmt, was insbesondere auf die zunehmende Verlagerung der klinischen Ausbildung hin zu praktisch-operativen und technisch komplexen Behandlungen zurückzuführen ist [11]. Es ist daher von zentraler Bedeutung, zu erfassen, ob, wann und unter welchen Bedingungen (z. B. Geschlecht, Alter) sich die Empathieniveaus im Verlauf des Studiums verändern. Nur auf Grundlage dieses Wissens lassen sich gezielte Maßnahmen – wie etwa simulierte Rollenspiele oder Kommunikationstrainings [23] – effektiv und zum bestmöglichen Zeitpunkt in den Lehrplan integrieren.

Ziel der vorliegende Querschnittsstudie (Sommersemester 2023) war es, die Empathieniveaus von Zahnmedizinstudierenden der Studienjahre eins bis fünf sowie potenzielle Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Berufswünsche zu untersuchen.

2. Material und Methodik

Die Studie wurde von der zuständigen Ethikkommission genehmigt (22-1225-1; 31. Oktober 2022) und im Deutschen Register Klinischer Studien eingetragen (DRKS00032649). Die Durchführung erfolgte im Einklang mit den Prinzipien der Deklaration von Helsinki. Alle Teilnehmenden gaben vor ihrer Teilnahme eine schriftliche Einverständniserklärung ab.

2.1. Teilnehmende und Datenerhebung

Alle Teilnehmenden waren in den zehn Semestern des Studiengangs Zahnmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln eingeschrieben. Die Datenerhebung fand ab Juni 2023 statt. Insgesamt wurden 400 Studierende per E-Mail eingeladen, freiwillig an der Studie teilzunehmen und den Fragebogen auszufüllen. Die Erhebung erfolgte mithilfe des webbasierten Umfragetools SurveyMonkey® [24]. Sämtliche erhobenen Studiendaten wurden vor der Auswertung pseudonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich waren. Vor Beginn der Befragung erhielten die Teilnehmenden eine Studieninformation per E-Mail mit der Bitte um ihre Einverständniserklärung. Diese wurde online durch das Absenden der Einverständniserklärung und die Beantwortung des Fragebogens erteilt.

2.2. Fragebogendesign

Die Jefferson Scale of Empathy (JSE) ist ein zwanzig Fragen umfassender Fragebogen zur Erfassung von Empathie bei Gesundheitsfachkräften. Von den drei verfügbaren Versionen [25] wurde – entsprechend der Empfehlung der Thomas Jefferson University – die Version für Studierende der Gesundheitsberufe (JSE-HPS) ausgewählt, da sie sich am besten für die Studienpopulation eignete [26].

Der JSE-HPS-Fragebogen besteht aus zwei Teilen. Teil 1 besteht aus Fragen zum soziodemografischen Hintergrund der Teilnehmenden, darunter Alter, Geschlecht, Semester, angestrebte berufliche Fachrichtung sowie ethnische Parameter wie Geburtsort, Ort des Aufwachsens und Sprachkenntnisse (Muttersprache). Teil 2 umfasst zwanzig Fragen mit Antwortoptionen auf einer siebenstufigen Likert-Skala (1=stimme überhaupt nicht zu bis 7=stimme voll und ganz zu). Die Hälfte der Fragen (1, 3, 6, 7, 8, 11, 12, 14, 18, 19) wird dabei invers kodiert. Die zu erreichenden Punkte auf der JSE-HPS reichen von 20 bis 140, wobei höhere Werte ein höheres Maß an Empathie widerspiegeln [25]. Die Skala wurde ins Deutsche übersetzt, wobei das Rückübersetzungsverfahren nach Brislin angewendet wurde [27]. Der Fragebogen enthielt außerdem einen Informationsteil mit Hinweisen zum Datenschutz, zu Teilnahmebedingungen, Aufbau und Ziel der Studie.

2.3. Pilotstudie

Um eine validierte deutsche Version der JSE-HPS zu erstellen, wurde der englische Fragebogen zunächst von zwei deutschen Muttersprachler*innen ins Deutsche und anschließend von zwei englischen Muttersprachler*innen zurückübersetzt („back translation method“) [27]. Um mögliche sprachliche Unklarheiten zu identifizieren, die korrekte Interpretation der Fragen sicherzustellen und die benötigte Bearbeitungszeit zu überprüfen, wurde der Fragebogen im Rahmen einer Pilotstudie an 18 Zahnmediziner*innen der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln getestet [26], [27]. Die Teilnehmenden der Pilotstudie benötigten für die Beantwortung des deutschsprachigen JSE-HPS durchschnittlich etwa 10 Minuten. Es konnten keine Missverständnisse bei der Beantwortung der Fragen festgestellt werden (Cronbach’s α=0,60).

2.4. Statistische Analyse

Die statistischen Auswertungen erfolgten mit dem Softwarepaket IBM SPSS Statistics (IBM Corp. Released 2023. IBM SPSS Statistics for Macintosh, Version 29.0.1. Armonk, NY: IBM Corp.). In die finale Auswertung (per-protocol analysis) wurden ausschließlich Teilnehmende einbezogen, die den JSE-HPS-Fragebogen vollständig ausgefüllt hatten. Das Signifikanzniveau wurde auf α=0,05 (p<0,05) festgelegt. Die deskriptiven Statistiken umfassten Häufigkeiten (in %), zentrale Kennzahlen (Mittelwerte) sowie Streuungsmaße (Minimum, Maximum, Standardabweichung (SD)). Zur Analyse wurden Varianzanalysen (ANOVA), univariate lineare Regressionsanalysen und t-Tests für unabhängige Stichproben eingesetzt. Darüber hinaus wurde eine multivariate lineare Regressionsanalyse durchgeführt, um Faktoren zu identifizieren, die unabhängig mit den Empathiewerten korrelieren. Für die zehn negativ formulierten Fragen des JSE-HPS wurde eine Umkehrkodierung vorgenommen. Die Gesamtsumme ergab sich durch Summierung der Antworten aller zwanzig Fragen der JSE-HPS-Skala.

3. Ergebnisse

3.1. Rücklaufquote und Stichprobenbeschreibung

Insgesamt füllten n=192 Studierende den Fragebogen aus; 37 dieser Fragebögen wurden aufgrund fehlender Angaben nicht in die Auswertung einbezogen (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Somit lagen vollständige Datensätze für n=155 Studierende vor. Alle Teilnehmenden gaben ihr schriftliches Einverständnis durch das Absenden des ausgefüllten Fragebogens. Die Studierenden verteilten sich gleichmäßig auf alle Semester des Studiengangs.

Abbildung 1: Flussdiagramm

Von den 155 Teilnehmenden waren 104 (67,1%) weiblich, 50 (32,3%) männlich und eine Person (0,6%) ordnete sich der Kategorie „divers“ zu (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]). Auf die Frage nach den beruflichen Zukunftsplänen im zahnärztlichen Bereich gaben 43 Personen (27,74%) an, sich für ein operatives Fachgebiet (z. B. Oralchirurgie) zu interessieren, 71 (45,8%) bevorzugten ein kommunikations- und patientenorientiertes Fachgebiet (z.B. Präventivzahnmedizin), und 41 (26,5%) waren noch unentschlossen. Die Mehrheit der Teilnehmenden (n=96; 61,9%) war jünger als 24 Jahre – dem typischen Alter, in dem das deutsche Zahnmedizinstudium ohne Verzögerungen abgeschlossen wird.

Tabelle 2: Merkmale der Teilnehmenden (N=155)

3.2. JSE-Scores in Abhängigkeit von Studienjahr, Geschlecht, Alter und Berufswünschen

Der mittlere JSE-Gesamtwert betrug 110,20 (SD 11,81; Minimum 68,00; Maximum 136,00; Perzentilen: 5.=89,40; 25.=104,00; 50. (Median)=111,00; 75.=118,00; 95.=128,20). Die ANOVA zeigte einen Unterschied zwischen den fünf Studienjahren (p=0,009). Besonders deutlich zeigte sich dieser zwischen dem dritten und dem fünften Studienjahr (p=0,003) (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]). Zwischen den übrigen Studienjahren konnten keine signifikanten Unterschiede im Empathieniveau festgestellt werden. Die Regressionsanalyse zeigte einen Rückgang der Empathiewerte im Verlauf des Studiums (p=0,042).

Abbildung 2: Boxplot der Empathiewerte (Jefferson Scale of Empathy, JSE) nach Studienjahr; ein signifikanter Unterschied ist zwischen Studierenden des dritten und fünften Studienjahres erkennbar.

Der t-Test zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Studierenden (p<0,0001, Cohen’s d=0,92). Die univariate lineare Regressionsanalyse bestätigte einen Unterschied zugunsten der Studentinnen (p<0,0001). Im Verlauf der fünf Studienjahre zeigte die ANOVA keine signifikanten Veränderungen der JSE-Scores bei Studentinnen (p=0,632), während bei den männlichen Studierenden ein Rückgang festgestellt wurde (p=0,002). Die Post-hoc-Analyse ergab bei männlichen Studierenden Unterschiede zwischen dem dritten und vierten Studienjahr (p=0,005) sowie zwischen dem dritten und fünften Jahr (p=0,004); bei den Studentinnen waren hingegen keine signifikanten Unterschiede feststellbar.

Die univariate lineare Regressionsanalyse zeigte insgesamt einen Rückgang der JSE-Scores über die Studiendauer hinweg, der besonders bei den männlichen Studierenden ausgeprägt war (p=0,013). Im Gegensatz dazu zeigten Studentinnen über die fünf Studienjahre hinweg keine Veränderungen ihres Empathieniveaus (p=0,303).

Zwischen den Altersgruppen der Teilnehmenden bestanden keine signifikanten Unterschiede in den JSE-Scores (p=0,074), es zeigte sich jedoch ein positiver Trend mit zunehmendem Alter (p=0,217). Ebenso konnten keine signifikanten Unterschiede in den JSE-Scores in Abhängigkeit von den beruflichen Zukunftsplänen der Studierenden festgestellt werden (p=0,593).

4. Diskussion

Insgesamt zeigten Zahnmedizinstudierende in Köln ein hohes Maß an Empathie: Die Hälfte der Teilnehmenden erreichte Werte, die über dem berechneten Median von 111,00 Punkten lagen, was mit aktuellen Literaturangaben übereinstimmt [28]. Im Vergleich wurden leicht höhere mittlere JSE-Werte bei US-amerikanischen Zahnmedizinstudierenden festgestellt [11], während in Studien aus Saudi-Arabien [29], Nigeria [30], Pakistan [31], dem Vereinigten Königreich [10] sowie aus Polen und Kroatien [32] niedrigere mittlere Empathiewerte berichtet wurden (siehe Tabelle 3 [Tab. 3]). Diese Unterschiede lassen sich unter anderem durch kulturelle, religiöse und ethnische Faktoren erklären. So war zum Beispiel die Zahnmedizin in Saudi-Arabien traditionell jahrzehntelang männlich dominiert, während erst in den letzten Jahren der Anteil weiblicher Studierender gestiegen ist, da das Fach zunehmend als akzeptierte Studienrichtung für Frauen gilt [33]. In Europa und Nordamerika hingegen hat sich der Geschlechterunterschied unter zahnmedizinischen Absolvent*innen deutlich früher verringert bzw. eher zugunsten von weiblichen Studierenden entwickelt [34].

Tabelle 3: Vergleich der mittleren Empathiewerte (JSE) unter Zahnmedizinstudierenden verschiedener Länder.
Unterschiede in den Empathieniveaus im Kontext unterschiedlicher Bildungs- und Kultursysteme

Neuere empirische Daten aus den USA berichten höhere JSE-Scores bei afroamerikanischen (117,08±11,50) sowie hispanischen/latino/spanischen Studierenden (116,56±11,74) im Vergleich zu Studierenden, die sich als weiß/kaukasisch (115,34±12,08) oder asiatisch (114,32±12,88) identifizieren [12]. Diese Erkenntnisse können durch den sogenannten „wounded healer effect“ erklärt werden [35], der dazu führt, dass Personen, die selbst Diskriminierungserfahrungen (z. B. durch Rassismus) oder persönliche Krankheit erlitten haben eine ausgeprägtere Empathiefähigkeit entwickeln. Dies kann insbesondere bei kulturellen Minderheiten, die Diskriminierung erleben, zu einer gesteigerten Empathie gegenüber Patient*innen in Behandlungssituationen führen [12], [36].

Ein zentrales Ergebnis dieser Studie war der Rückgang der Empathiewerte zwischen dem dritten und fünften sowie zwischen dem dritten und vierten Studienjahr. Nach dem dritten Studienjahr beenden Studierende an der Universität zu Köln ihre theoretisch geprägte Vorklinik und beginnen mit der betreuten klinischen Behandlung von Patient*innen. Der beobachtete Rückgang könnte darauf hindeuten, dass der Übergang von theoretischer Lehre zu praktischer Patient*innenversorgung einen negativen Einfluss auf das Empathieniveau hat, je weiter die klinische Ausbildung fortschreitet. Ähnliche Veränderungen wurden bei US-amerikanischen Zahn- und Medizinstudierenden sowie in einem systematischen Review von Neumann et al. beschrieben [11], [37]. Eine mögliche Erklärung liegt in der Diskrepanz zwischen idealisierten Erwartungen vor dem ersten Patient*innenkontakt und den realen Erfahrungen in der klinischen Praxis. Studierende stehen dann oft vor der Herausforderung, emotionale Anforderungen mit der Fokussierung auf klinische Effizienz und technische Fertigkeiten in Einklang zu bringen [38]. So gaben beispielsweise finnische männliche Zahnmedizinstudierende an, sich hinsichtlich bevorstehender klinischer und technischer Behandlungen sicherer zu fühlen als ihre weiblichen Kommilitoninnen [39].

Darüber hinaus weisen Forschungsergebnisse auf den Einfluss von Lehrenden als Rollenvorbilder während der Ausbildung hin. Diese prägen – bewusst oder unbewusst – die Haltung der Studierenden gegenüber ihren Patient*innen. Der Lehrfokus auf klinische Effizienz kann dabei zu einer Vernachlässigung empathischer Kommunikation führen. Dies verdeutlicht die Relevanz einer universitären Ausbildung, in der Rollenvorbilder sowohl technische Kompetenz als auch empathische Fähigkeiten in gleichem Maße vermitteln [40]. Es zeigte sich weiterhin, dass Studentinnen über den gesamten Studienverlauf höhere Empathiewerte aufwiesen als ihre männlichen Kommilitonen und die JSE-Ergebnisse der Männer im Verlauf der fünf Jahre sogar abnahmen. Ähnliche Ergebnisse zeigten in Studien aus anderen Ländern [11], [12], [29]. Ein Hinweis auf geschlechterspezifische Unterschiede in der Empathie ergibt sich aus den Ergebnissen einer Studie, die zeigte, dass Frauen sensibler auf das Weinen von Säuglingen reagieren als Männer [41]. Diese erhöhte Empathiefähigkeit von Frauen als Versorgerinnen kann in der Patient*innenversorgung von Vorteil sein. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass Frauen in betreuenden Funktionen aufgrund von erhöhter Empathie ebenso stärker auf stressauslösende Faktoren, wie herausfordernde Arbeitsbedingungen, reagieren, was einen möglichen Nachteil darstellen kann [42].

Der in dieser Studie beobachtete Rückgang des Empathieniveaus zeigte sich vor allem bei männlichen Studierenden in den klinischen Studienjahren. Männliche Zahnmedizinstudierende zeigten in einer Übersichtsarbeit geringere emotionale Intelligenz und gaben eine niedrigere wahrgenommene Lebensqualität während des Studiums an [43]. Insgesamt wird die Belastung von Zahnmedizinstudierenden im Verlauf in den klinischen Jahren als höher empfunden, was durch ein gesteigertes Arbeitspensum und zeitlich mehr klinische Tätigkeit erklärt werden kann [45]. Steigende Stressniveaus könnten also bei männlichen Studierenden die wahrgenommene Lebensqualität und emotionale Intelligenz zusätzlich beeinträchtigen und somit zum Rückgang der JSE-Werte beitragen [44], [45].

Bezüglich des Alters zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den JSE-Scores; die meisten Teilnehmenden waren zwischen 18 und 30 Jahre alt. Es bestand jedoch eine Tendenz zu höheren Empathiewerten bei älteren Studierenden, was mit Erkenntnissen aus der medizinischen Ausbildung übereinstimmt [12]. Wahrscheinlicher als das Alter selbst ist, dass eine vorangegangene Berufserfahrung im medizinischen Bereich – und damit ein erhöhtes Eintrittsalter in das Zahnmedizinstudium – einen entscheidenden Einflussfaktor darstellt. Ergebnisse einer aktuellen Mixed-Methods-Studie mit Zahnmedizinstudierenden (unveröffentlichte Daten) sowie einer Studie mit Medizinstudierenden [46] stützen diese Annahme.

Diese Studie weist einige Limitationen auf. Lediglich 192 von 400 infrage kommenden Studierenden füllten den JSE-HPS-Fragebogen aus. Dies kann zu einer Selektionsverzerrung führen, da Studierende mit ohnehin höherer Empathie möglicherweise eher bereit waren, an der Befragung teilzunehmen. Die vergleichsweise niedrige Rücklaufquote wirft auch Fragen hinsichtlich der gewählten Rekrutierungsmethode auf. Da der Fragebogen per E-Mail verschickt wurde, hätte eine persönlichere Vorgehensweise – etwa die Verteilung während Lehrveranstaltungen – möglicherweise zu einer höheren Beteiligung geführt. Dies ist besonders relevant angesichts kleinerer Subgruppen, etwa der Studierenden im zweiten Jahr (N=17). Zukünftige Untersuchungen sollten daher mehrere Rekrutierungskanäle nutzen und zusätzliche Variablen wie Teilnahmebereitschaft oder aktuelle Arbeitsbelastung erfassen, um potenzielle Verzerrungen besser einschätzen zu können.

Da es sich um ein Querschnittsdesign (Sommersemester 2023) handelt, lassen sich keine kausalen Schlüsse zwischen den Studienjahren ziehen. Die beobachteten Unterschiede zwischen den Studienjahren könnten theoretisch auch auf individuelle Charakteristika der jeweiligen Kohorten zurückzuführen sein – beispielsweise auf einen höheren Anteil weniger empathischer männlicher Studierender in höheren Semestern. Ohne longitudinale Daten, die individuelle Entwicklungen über mehrere Zeitpunkte hinweg erfassen, bleibt der Einfluss der zahnmedizinischen Ausbildung auf die Empathieentwicklung spekulativ. Insgesamt zeigte sich im Studienverlauf ein Rückgang der Empathiewerte von 111,00 auf 104,14 Punkte. Eine mögliche Erklärung könnte die ungleiche Geschlechterverteilung in den Jahrgängen sein: Im ersten Jahr lag der Anteil weiblicher Teilnehmender bei 86 %, im fünften Jahr nur noch bei 43%. Da Frauen im Durchschnitt höhere Empathiewerte aufweisen, kann dies die Gesamtergebnisse beeinflussen.

Der beobachtete Rückgang spiegelt eine typische Entwicklung des Empathieniveaus wider, bei dem Studierende im Laufe der Ausbildung eine professionelle Distanz gegenüber ihren Patientinenn und Patienten entwickeln. Zahnärzt*innen konzentrieren sich zunehmend auf technische Aspekte wie radiologische Befunde oder Sondierungstiefen und entfernen sich dadurch emotional von Patient*innenanliegen – nicht aus Desinteresse, sondern als Anpassung an die klinische Realität. Geschlechtsspezifische soziale Prägungen sind eine mögliche Erklärung, warum Studentinnen ein höheres Empathieniveau beibehalten als ihre männlichen Kommilitonen.

Es ist zu berücksichtigen, dass die JSE-HPS lediglich eine Momentaufnahme des Empathieniveaus erfasst, die beispielsweise durch die individuelle Wahrnehmung momentane des Stresses im Studium beeinflusst sein kann. Empathie sollte daher nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ betrachtet werden.

Empathie spielt eine zentrale Rolle in der Ausbildung von Zahnmedizinstudierenden und in der Qualität ihrer zukünftigen Patient*innenversorgung. Sie ist keine bloße zwischenmenschliche Kompetenz, sondern ein zentraler Bestandteil patientenzentrierter Zahnmedizin und partizipativer Entscheidungsfindung. Empathische Studierende kommunizieren intensiver mit Patient*innen, verstehen deren Bedürfnisse und beziehen sie aktiver in Behandlungsentscheidungen ein. Eine moderne zahnärztliche Praxis, in der ganzheitliche, patientenzentrierte Ansätze im Vordergrund stehen, beinhaltet Empathie ebenso wie fachliche Kompetenz.

Interventionen zur Förderung von Empathie – etwa Rollenspiele, virtuelle Patient*innen-Simulationen, Kommunikationstrainings oder Methoden der narrativen Zahnmedizin – sollten nicht in den frühen vorklinischen Studienjahren, sondern bevorzugt in den späteren Studienabschnitten eingesetzt werden, wenn Empathiewerte typischerweise abnehmen. Solche Methoden ermöglichen es Studierenden, Patient*innenperspektiven einzunehmen, ihre eigene Kommunikation zu reflektieren und ihre Fähigkeiten in komplexen klinischen Situationen zu stärken.

Beispielsweise kann das Üben von Partizipativer Entscheidungsfindung Empathie fördern, indem Studierende lernen, Patient*innen aktiv einzubeziehen, ihre Präferenzen zu berücksichtigen und gemeinsam Behandlungsoptionen zu wählen – ein besonders wichtiger Aspekt in der Zahnmedizin, die häufig mehrere gleichwertige Therapiealternativen bietet. Zukünftige Forschung sollte sich daher nicht nur auf die Wirksamkeit und Ausgestaltung solcher Interventionen konzentrieren, sondern auch den optimalen Zeitpunkt ihrer Implementierung im Curriculum identifizieren.

Durch gezielte didaktische Maßnahmen und die Rolle von Vorbildern in der zahnmedizinischen Ausbildung können zukünftige Zahnärzt*innen ausgebildet werden, die nicht nur fachlich kompetent, sondern auch empathisch und mitfühlend handeln – mit positiven Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Patient*innen, Behandelnden und das gesamte Gesundheitssystem.

5. Zusammenfassung

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen insgesamt hohe Empathiewerte unter Kölner Zahnmedizinstudierenden. Es bestanden signifikante Geschlechtsunterschiede: Studentinnen wiesen höhere Empathiewerte auf als ihre männlichen Kommilitonen, bei denen insbesondere in den letzten beiden Studienjahren ein deutlicher Rückgang der Empathie zu beobachten war. Empathisches Verhalten in der zahnärztlichen Behandlung hat das Potenzial, Behandlungsergebnisse positiv zu beeinflussen.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollten zukünftige klinische Lehrinterventionen, die das Empathieniveau der Studierenden fördern, gezielt in den späteren Studienjahren implementiert werden, um einem Abfall des Empathieniveaus entgegenzuwirken. Es bleibt zu klären, inwieweit Maßnahmen zur Förderung der Empathie bei Zahnmedizinstudierenden von Patient*innen tatsächlich als Beitrag zu ihrem allgemeinen Wohlbefinden, ihrer Gesundheitskompetenz, Selbstwirksamkeit und verbesserten Behandlungsergebnissen wahrgenommen und gewürdigt werden.

Danksagung und Förderung

Das englische Originalmanuskript wurde von einer englischen Muttersprachlerin, Deborah Nock (Medical WriteAway, Norwich, UK), sprachlich geprüft. Für diese Arbeit erhielten die Autor*innen keine finanzielle Förderung. Die Open-Access-Finanzierung wurde im Rahmen von Projekt DEAL unterstützt und ermöglicht.

ORCIDs der Autor*innen

Interessenkonflikt

Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


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