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GMS Journal for Medical Education

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 2366-5017


Dies ist die deutsche Version des Artikels. Die englische Version finden Sie hier.
Forschungsarbeit
Interprofessionelle Ausbildung

[Anfänge des Wandels: Erste Evaluation einer interprofessionellen Lehrveranstaltung für Medizinstudierende und Pflegefachpersonen im Rahmen von INITIAL („INnovative InTerprofessIonAl Learning in primary care“): Eine Mixed-Methods-Evaluation]

 Melanie Mauch 1
Jessica Kauffmann 1
Marlene Berger 1
Cornelia Mahler 1
Nadine Röhrig 2
Hannah Fuhr 2
Friederike Schalhorn 2
Roland Koch 2
Olaf Fritze 3
Sylvia Schrempf 3
Heidrun Sturm 2

1 Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Gesundheitswissenschaften, Pflegewissenschaft, Tübingen, Deutschland
2 Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
3 Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen Institute for Medical Education (TIME), Tübingen, Deutschland

Zusammenfassung

Zielsetzung: Angesichts des Fachkräftemangels gewinnt die interprofessionelle Zusammenarbeit (Interprofessional Collaboration, IPC) zunehmend an Bedeutung. Interprofessionelle Ausbildung (Interprofessional Education, IPE) befähigt Gesundheitsfachpersonen dazu, diesen Herausforderungen besser zu begegnen. In dieser Studie wurde ein IPE-Seminar evaluiert, das im Wintersemester 2023 durchgeführt wurde.

Methode: Zur Erfassung von Einstellungsveränderungen der Studierenden gegenüber IPC kamen der „University of West of England Interprofessional Questionnaire“ (UWE-IP-D) sowie die „Interprofessional Socialization and Valuing Scale“ (ISVS-9A/9B) zum Einsatz. Die Erhebungen fanden vor und nach dem Seminar statt und wurden durch qualitative Rückmeldungen der Studierenden ergänzt.

Ergebnisse: Insgesamt 21 Studierende (7 Pflegestudierende, 14 Medizinstudierende; Durchschnittsalter 24,5 Jahre [Bereich 19–35 Jahre]) nahmen an beiden Erhebungen teil. Bereits die Eingangsbefragung zeigte positive Haltungen gegenüber Teamarbeit und interprofessionellem Lernen. Nach Seminarende zeigten sich Verbesserungen in den Skalen zu Kommunikation und Teamarbeit. Zusätzliche Fortschritte ergaben sich in den Bereichen interprofessionelle Sozialisation und Wertschätzung. Das qualitative Feedback identifizierte potenzielle Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse weisen auf positive Einstellungen gegenüber IPC hin. Limitiert wird die Studie durch die geringe Anzahl an Teilnehmenden, das Fehlen einer Kontrollgruppe sowie die kurze Dauer des Seminars (zwei Tage). Gleichwohl werden die Rückmeldungen der Studierenden in die Weiterentwicklung des INITIAL-Seminars und anderer IPE-Angebote einfließen.


Schlüsselwörter

Ausbildung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Teamarbeit Gesundheitssektor, Evaluation

Einleitung

Die zunehmende Prävalenz von Multimorbidität und ein steigender Mangel an ärztlichem und pflegerischem Personal, bedingt durch demografische Veränderungen, erhöhen den Druck auf die Primärversorgung als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem in ganz Europa [1], [2]. Primärversorgung muss auf komplexe, langfristige Bedürfnisse reagieren und zugleich die Kontinuität und den Zugang sicherstellen. Dennoch ist der Versorgungsprozess häufig fragmentiert, was sich nachteilig auf Qualität, Koordination und Behandlungsergebnisse auswirkt.

Interprofessionelle Zusammenarbeit (Interprofessional Collaboration, IPC) gilt als zentrale Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Sie ermöglicht geteilte Verantwortung, ganzheitliche Versorgungsplanung und effiziente Ressourcennutzung, insbesondere beim Management chronischer Erkrankungen, bei Übergängen nach Krankenhausaufenthalten sowie bei der Unterstützung von Patientinnen und Patienten ohne pflegende An- und Zugehörige oder bei Familien, die Entlastung benötigen. Es hat sich gezeigt, dass IPC wirksam klinische Ergebnisse verbessern, vermeidbare Krankenhausaufnahmen reduzieren und die Gesamtleistung des Gesundheitssystems steigern kann [3], [4], [5], [6]. Angesichts des steigenden Versorgungsbedarfs durch demografische Veränderungen und Personalmangel besteht ein zunehmender Konsens darüber, dass IPC zu einem integralen Bestandteil einer hochwertigen Primärversorgung werden muss [7], [8]. Die Umsetzung bleibt jedoch herausfordernd und wird häufig durch strukturelle Barrieren wie starre Berufsgrenzen, mangelnde gemeinsame Zeitfenster und unzureichende Kommunikationsinfrastruktur erschwert [3].

Interprofessionelle Ausbildung (Interprofessional Education, IPE) fördert IPC und spielt damit eine wichtige Rolle bei der Überwindung dieser Hindernisse. Indem IPE es Gesundheitsfachpersonen ermöglicht, miteinander, voneinander und übereinander zu lernen, stärkt sie gegenseitiges Verständnis, Rollenklarheit und kollaborative Kompetenzen [1]. Um IPC zu fördern ist deshalb eine Anpassung der Ausbildung mit mehr IPE entscheidend. Mulvale et al. schlagen vor, IPE in die Curricula zu integrieren, organisatorische Unterstützung bereitzustellen und standardisierte Kommunikationsinstrumente zu nutzen, um Behandlungsergebnisse zu verbessern und Kosten zu senken [9].

Die Relevanz von IPC zeigt sich besonders in der Primärversorgung, wo Teams auf vielfältige, unvorhersehbare und langfristige Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten reagieren müssen. Daher ist die Verankerung von IPE in diesem Kontext unverzichtbar. Auf die Primärversorgung ausgerichtete IPE-Initiativen wie gemeinsame Falldiskussionen, praxisnahe Einsätze in der Gemeinde oder die Simulation teambasierter Konsultationen haben sich als wirksam erwiesen bei der Förderung gemeinsamer Entscheidungsfindung und dem Abbau hierarchischer Barrieren [3], [10], [11], [12]. Sie bereiten künftige Fachpersonen zudem auf die Realität von interdisziplinärer Koordination in ambulanten Versorgungssituationen vor.

Internationale Forschung unterstreicht, dass IPE zu einer sichereren und wirksameren Primärversorgung beiträgt. Sie verbessert Teamarbeit und Rollenverständnis, stärkt das klinische Selbstvertrauen und unterstützt die Entwicklung inklusiver, patientenzentrierter Versorgungsangebote. Darüber hinaus kann IPE die Chancengleichheit fördern, indem allen Berufsgruppen der Zugang zu gemeinsamer Ausbildung ermöglicht wird. Auf diese Weise trägt sie dazu bei, vielfältige und reaktionsfähige Primärversorgungsteams aufzubauen, die in der Lage sind, den komplexen Bedürfnissen einer alternden und häufig unterversorgten Bevölkerung gerecht zu werden [3], [13], [14].

Die Eberhard-Karls-Universität Tübingen bietet sowohl den Studiengang Medizin als auch einen Bachelor of Science in Pflege an, der in Kooperation mit der Hochschule Esslingen durchgeführt wird. Nach sieben Semestern schließen Pflegestudierende mit der staatlichen Prüfung zur Pflegefachperson und einem akademischen Abschluss ab. Sie studieren in einem Umfeld, in dem IPC ein zentraler Bestandteil des Curriculums ist. Im Gegensatz dazu fehlt im Medizinstudium ein expliziter Schwerpunkt auf IPE, was eine potenzielle Lücke in der Vorbereitung von Medizinstudierenden auf die Realität der heutigen Gesundheitsversorgung darstellt. Das INITIAL-Seminar (INnovative InTerprofessionAL Learning in Primary Care) schließt diese Lücke, indem es interprofessionelles Verständnis und Zusammenarbeit fördert. Sein zentrales Ziel besteht darin, gemeinsam Perspektiven künftiger Gesundheitsfachpersonen zu erweitern und sie zu befähigen, ihre Arbeit kritisch zu reflektieren.

Ziel

Diese Prä-Post-Mixed-Methods-Pilotstudie evaluierte Veränderungen in den Einstellungen der Studierenden zum interprofessionellen Lernen, wobei sowohl ihre Perspektiven als auch ihre subjektiven Einschätzungen des Seminars erfasst wurden. Die zentrale Forschungsfrage lautete: „Verändert das INITIAL-Seminar die Einstellungen von Medizin- und Pflegestudierenden zum interprofessionellen Lernen, und welche potenziellen Implikationen ergeben sich daraus für ihre zukünftige berufliche Praxis?“

Bezugsrahmen

Die Konzeption und Durchführung des INITIAL-Seminars orientierten sich an den sechs Schritten zur Curriculumsentwicklung nach Kern et al. Dieses strukturierte Modell bietet einen systematischen Rahmen zur Ermittlung der Ausbildungsbedarfe der Zielgruppe, zur Definition von IPE-Zielen, zur Auswahl geeigneter Lehrstrategien und zur Planung von Evaluationsverfahren. Auf Grundlage einer problemzentrierten Bedarfsanalyse wurden IPE-Ziele abgeleitet, die sich an bekannten Barrieren der Zusammenarbeit in der Primärversorgung orientierten. Ausbildungsstrategien – wie Fallarbeit in Kleingruppen, Tandem-Teaching und strukturierte Reflexion – wurden ausgewählt, um diese Ziele zu erreichen. Rückmeldungen der Teilnehmenden sowie Evaluationsdaten dienen der Weiterentwicklung des Seminars im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung, wie sie das Modell vorsieht [15].

Methoden

Für dieses zweitägige Seminar verwendeten wir eine Mixed-Methods-Evaluation. Diese umfasste zwei strukturierte Fragebogenerhebungen zu den Zeitpunkten Prä- und Post-Seminar sowie eine qualitative Analyse von drei offenen Fragen.

Seminarablauf

INITIAL (INnovative InTerprofessionAL Learning in Primary Care) ermöglicht Medizin- und Pflegestudierenden, gemeinsam zu arbeiten und voneinander zu lernen. Das 2022 an der Universität Tübingen entwickelte Seminar legt den Schwerpunkt auf IPC-Themen, insbesondere bei komplexen multimorbiden Patientinnen und Patienten in der Primärversorgung. Während des gesamten Seminars arbeiten die Studierenden in kleinen interprofessionellen Gruppen. Das zweitägige Seminar (durchgeführt am 2. und 16. Dezember 2023) umfasste 16 Präsenz-Lehreinheiten (jeweils 45 Minuten) sowie vier Online-Lehreinheiten zur Klärung offener Fragen. Theoretische Vorträge zu interprofessionellen Theorien und IPC in Literatur und Studien sowie zu medizinischen und pflegerischen Inhalten (insbesondere Diabetes und diabetisches Fußulkus) wechselten sich mit interprofessioneller Gruppenarbeit ab. Die Vorträge wurden von Lehr-Tandems aus Ärztinnen und Pflegewissenschaftlerinnen gehalten.

Vor der ersten Gruppensitzung wurde ein interaktives Kennenlernspiel durchgeführt, um die Teilnehmenden miteinander bekannt zu machen. Die Studierenden arbeiteten in kleinen interprofessionellen Gruppen an einer Fallstudie zu einer älteren Patientin bzw. einem älteren Patienten mit Diabetes mellitus in komplexen sozialen und medizinischen Kontexten. Am zweiten Tag, nach der Diskussion über IPC in der Primärversorgung in Deutschland sowie über IPC in der Forschung, präsentierten die interprofessionellen Gruppen ihre gemeinsam erarbeiteten Versorgungspläne für diese Patientin bzw. diesen Patienten, die sowohl medizinische als auch pflegerische Aspekte umfassten.

Teilnehmende und Vorgehen

Pflegestudierende nahmen verpflichtend im Rahmen ihres Curriculums am INITIAL-Seminar teil, während Medizinstudierende es in ihrer klinischen Phase als Wahlpflichtfach belegten. Die Werbung für INITIAL erfolgte über Poster und das Intranet der Universität. Die Studierenden wurden über Inhalte und Zielsetzung der Studie informiert, sie erhielten ein Informationsblatt, Hinweise zum Datenschutz sowie ein Einverständnisformular, das sie vor Ausfüllen der elektronischen Evaluationsbögen unterschrieben. Der Zugang zu den Bögen erfolgte zu Beginn des Seminars über einen QR-Code. Die Teilnahme an der Evaluation war freiwillig und nicht an die Anwesenheit oder den erfolgreichen Abschluss des Seminars gebunden.

Fragebögen

Zwei Skalen des University of the West of England Interprofessional Questionnaire (UWE-IP-D) [16] wurden genutzt: Kommunikation und Teamarbeit (9 items) und interprofessionelles Lernen (9 items). Zusätzlich wurde die Kurzversion der Interprofessional Socialization and Valuing Scale (ISVS-9A und ISVS-9B) [17], [18] genutzt, um Veränderungen in den interprofessionellen Einstellungen zu erfassen. Die Nutzung beider Skalen erfolgte mit Genehmigung.

University of the West of England interprofessional questionnaire (UWE-IP-D)

Der UWE-IP-D wurde eingesetzt, um Veränderungen im Verständnis und in den Wahrnehmungen der Teilnehmenden hinsichtlich IPE und IPC zu erfassen, insbesondere in Bezug auf Kommunikation und Ausbildung. Der UWE-IP-Fragebogen erhebt, wie die Teilnehmenden die Bedeutung und Wirksamkeit von IPC sowie die Zusammenarbeit in der Ausbildung einschätzen.

Die Skala Kommunikation und Teamarbeit des UWE-IP erfasst die Qualität und Häufigkeit der Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitsfachpersonen. Sie umfasst Aspekte wie Verständlichkeit der Kommunikation, Bereitschaft zur Informationsweitergabe und Vertrauen in die Kommunikationsfähigkeiten der Teammitglieder. Die Items werden auf einer 4-stufigen Likert-Skala bewertet, mit den Antwortoptionen 1 (stimme voll zu), 2 (stimme zu), 3 (stimme nicht zu) und 4 (stimme überhaupt nicht zu). Die Einzelwerte werden zu einem Gesamtscore summiert, der zwischen 9 und 36 liegt. Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert: 9-20=positive, 21-25=neutrale und 26-36=negative Einstellungen gegenüber interprofessioneller Kommunikation und Teamarbeit.

Die Skala interprofessionelles Lernen erfasst, wie die Teilnehmenden den IPE-Prozess erleben. Dazu gehören die wahrgenommene Relevanz interprofessionellen Lernens, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in Ausbildungssituationen sowie das Verständnis der eigenen Rolle und der Rollen anderer Professionen im Ausbildungsprozess. Die Items wurden auf einer 5-stufigen Likert-Skala beantwortet, mit den Antwortoptionen 1 (stimme voll zu), 2 (stimme zu), 3 (neutral), 4 (stimme nicht zu) und 5 (stimme überhaupt nicht zu). Die Einzelwerte wurden zu einem Gesamtscore summiert, der zwischen 9 und 45 liegt. Die Interpretation des Gesamtscores wird wie folgt vorgenommen: Kategorisierung: 9-22=positive, 23-31=neutrale und 32-45=negative Einstellungen gegenüber interprofessionellem Lernen.

Interprofessional Socialization and Valuing Scale (ISVS)

Die deutsche 9-Item-Version (9A /9B) des ISVS [18] wurde eingesetzt, um die interprofessionelle Sozialisation zu erfassen, einschließlich der Anerkennung, Integration und praktischen Anwendung von Werten und Einstellungen gegenüber IPC in Versorgungskontexten zu den Zeitpunkten T0 und T1. Die Teilnehmenden beantworteten die Items auf einer 7-stufigen Likert-Skala mit den Antwortoptionen 1 (stimme überhaupt nicht zu), 2 (stimme nicht zu), 3 (stimme eher nicht zu), 4 (neutral), 5 (stimme eher zu), 6 (stimme zu), 7 (stimme voll zu) sowie 0 (keine Antwort). Der Mittelwert wurde nach standardisierten arithmetischen Verfahren berechnet. Dadurch war ein Vergleich der Antworten vor und nach dem Seminar möglich, um Einblicke in Veränderungen der interprofessionellen Einstellungen zu gewinnen.

Offene Fragen

Die qualitative Analyse umfasste die Auswertung offener Fragen im Fragebogen vor und nach dem Seminar, um die Erwartungen der Teilnehmenden (T0), ihre Erfahrungen während des Seminars sowie die Anwendbarkeit der gelernten Konzepte in der klinischen Praxis (T1) zu erfassen:

  • „Welche Erwartungen haben Sie an das Seminar?“ (T0)
  • „Wurden Ihre Erwartungen an das Seminar erfüllt?“ (T1)
  • „Take Home Message: Was nehmen Sie aus dem Seminar mit in Ihr nächstes klinisches Praktikum?“ (T1)
  • „Gibt es noch etwas, das Sie uns mitteilen möchten?“ (allgemeines Feedback) (T1)

Datenerhebung

Alle Seminarteilnehmenden wurden zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Die Datenerhebung erfolgte digital mit der Software Research Electronic Data Capture (REDCap), die vom Tübingen Institute of Medical Education (TIME) verwaltet wird. Die Datenbank wurde entwickelt, um longitudinale Daten zu interprofessionellen Entwicklungen an der Medizinischen Fakultät zu erfassen. REDCap bietet eine sichere Oberfläche, über die die Studierenden eine pseudonymisierte Befragung ausfüllen konnten. Die Fragebögen wurden zu zwei Zeitpunkten beantwortet: unmittelbar vor dem Seminar (T0) und unmittelbar nach dem Seminar (T1), jeweils zugänglich über QR-Codes. Dieses Prä-Post-Design ermöglichte die Erfassung von Veränderungen in Einstellungen und Wahrnehmungen infolge des Seminars.

Zum Zeitpunkt T0 gaben die Teilnehmenden soziodemografische Informationen an, darunter Alter, Geschlecht und Ausbildungshintergrund. Diese Informationen wurden genutzt, um die Studienpopulation zu beschreiben und potenzielle demografische Einflüsse auf die Ergebnisse zu analysieren. Zum Schutz der Privatsphäre wurden alle Antworten pseudonymisiert, indem eindeutige Codes vergeben wurden, die eine Verknüpfung der Daten über beide Zeitpunkte ermöglichten, ohne persönliche Identitäten offenzulegen. Die Daten wurden sicher im REDCap-System gespeichert, mit Zugriff ausschließlich für autorisiertes Personal. Das System entspricht den EU-Datenschutzrichtlinien und den institutionellen Forschungsethiken. Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission der Eberhard-Karls-Universität Tübingen geprüft und genehmigt (Referenznummer 638/2023B02). Ethische Aspekte umfassten die freiwillige Teilnahme und das Recht auf Rücktritt zu jeder Zeit ohne, dass daraus Nachteile entstehen. Diese wurden durch eine schriftliche Einverständniserklärung und ein begleitendes Informationsschreiben an alle Teilnehmenden sichergestellt.

Datenanalyse

Quantitative Analyse

Für die UWE-IP-D-Skalen wurden die Summenscores und für die ISVS-9A/9B die Mittelwerte zu den Zeitpunkten T0 und T1 berechnet. Aufgrund der geringen Stichprobengröße wurden die Werte deskriptiv analysiert, um Trends zu identifizieren.

Qualitative Analyse

Die offenen Antworten wurden von zwei Pflegewissenschaftlerinnen unabhängig voneinander nach der Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring kodiert und ausgewertet [19]. Es wurden drei Schritte durchgeführt: Paraphrasierung, Reduktion und Zusammenfassung. Unterschiede in der Kodierung wurden durch Diskussion gelöst, um eine konsistente Analyse sicherzustellen. Ziel der qualitativen Analyse war es, ein vertiefendes Verständnis der Lernprozesse der Studierenden zu gewinnen und Aspekte zu erfassen, die in den standardisierten Fragebögen nicht enthalten waren.

Ergebnisse

Charakteristika der Studierenden

Insgesamt nahmen 21 Studierende teil (14 Medizinstudierende und 7 Pflegestudierende). Weitere 7 Teilnehmende (ausschließlich Pflegestudierende) waren zeitweise abwesend und schlossen daher die Prä- und Post-Evaluation nicht ab. Das Durchschnittsalter betrug 24,5 Jahre. Die Pflegestudierenden befanden sich alle im 5. Semester, die Medizinstudierenden in den Semestern 6 bis 9. Die Geschlechtsverteilung lag bei 16 weiblichen (76,2%) und 5 männlichen (23,8%) Teilnehmenden. Einige Medizinstudierende verfügten über berufliche Vorerfahrungen, darunter Pflegeabschlüsse sowie Ausbildungen als Notfallsanitäterinnen/Notfallsanitäter und Medizinisch-Technische Assistentinnen/Assistenten (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]).

Tabelle 1: Charakteristika der Studierenden

Quantitative Ergebnisse

UWE-IP-D: In der Skala Kommunikation und Teamarbeit sanken die Summenscores aller Teilnehmenden von T0 zu T1, was auf eine positive Entwicklung hinweist. Auch in der Skala interprofessionelles Lernen gingen die Summenscores von T0 zu T1 zurück, was auf ein verbessertes Verständnis und eine gesteigerte Wertschätzung des interprofessionellen Lernens hindeutet. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Summenscores (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]).

Table 2: Veränderungen UWE-IP-D zu den Zeitpunkten T0 and T1

ISVS: Die Interprofessional Socialization and Valuing Scale (ISVS 9A/9B) zeigte einen Anstieg der Mittelwerte von T0 zu T1, was auf eine positivere Einstellung gegenüber interprofessioneller Zusammenarbeit hinweist. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Mittelwerte (siehe Tabelle 3 [Tab. 3]).

Tabelle 3: Mittelwert der Mittelwertscores ISVS 9A/9B bei T0 und T1

Offene Fragen

Die Freitextantworten der 21 Studierenden, die an der Evaluation teilnahmen, wurden analysiert. Für die offene Frage Erwartungen erfüllt ergaben sich vier Kategorien. Zwei dieser Kategorien bezogen sich auf organisatorische Aspekte:

  1. kürzere Vortragszeiten, und
  2. mehr Gruppenarbeit.

Das folgende Zitat spiegelt die Meinung einer Teilnehmerin bzw. eines Teilnehmers zur Gruppenarbeit wider: „Ich fand es ein wenig enttäuschend, dass es außer bei den Präsentationen nicht viel Zusammenarbeit in den Gruppen gab.“ (P38N).

Die beiden weiteren Kategorien bezogen sich auf inhaltliche Aspekte:

  1. mehr Fallstudien und
  2. Tipps zur Umsetzung von IPC und zum Abbau von Stereotypen.

„Ich hätte erwartet, dass mehr Fälle diskutiert werden und es auch mehr praktische Aufgaben gibt.“ (P28M). Die Teilnehmenden erwarteten einen stärkeren Fokus auf die Diskussion von Fallbeispielen und die Einbindung zusätzlicher praktischer Aufgaben. Dieses Feedback weist auf die Möglichkeit hin, Seminare durch mehr fallbasierte Diskussionen und praktische Aktivitäten zu bereichern.

Die Antworten zu den „Take-Home-Messages“ ließen sich drei Hauptkategorien zuordnen, die wie folgt beschrieben werden können. Kategorie 1 „mehr miteinander kommunizieren“ beschreibt das Bedürfnis der Studierenden nach verbesserter Kommunikation. Eine Teilnehmerin bzw. ein Teilnehmer merkte an: „Kommunikation ist wichtig, aber aufgrund fehlender Strukturen schwer umzusetzen“ (P21N). Die Kategorie „mehr voneinander lernen (Wissen)“ lässt sich am besten mit folgendem Zitat verdeutlichen: „[Ich habe gelernt], dass wir miteinander darüber sprechen, was die andere Person kann oder nicht kann“ (P24M). Die Kategorie „interprofessionelles Arbeiten verbessert die Versorgungsqualität“ und das Zitat „Dass wir alle das gleiche Ziel am besten durch Informationsaustausch und die Verbindung pflegerischer und medizinischer Aspekte erreichen. Im Mittelpunkt steht jedoch die Patientin bzw. der Patient“ (P11N) zeigen das Verständnis der Studierenden für die Bedeutung von IPC und den Austausch zwischen den Gesundheitsprofessionen.

Die Fragen „Erwartungen im Vorfeld“ und „Gibt es noch etwas, das Sie uns mitteilen möchten? (allgemeines Feedback)“ lieferten keine neuen Informationen, da die Antworten mit denen zu „Erwartungen erfüllt“ und „Take-Home-Messages“ übereinstimmten.

Diskussion

Die zentrale Frage, die dieser Evaluation zugrunde lag, lautete: „Führt die Teilnahme am INITIAL-Seminar zu Veränderungen in den Einstellungen von Medizin- und Pflegestudierenden gegenüber interprofessionellem Lernen? Welche potenziellen Implikationen ergeben sich daraus für ihre zukünftige berufliche Praxis?“ Die quantitativen Ergebnisse deuteten auf positive Entwicklungen in den Bereichen Kommunikation und Teamarbeit sowie auf eine größere Wertschätzung des interprofessionellen Lernens hin. Die qualitative Analyse zeigte zentrale Aspekte auf, die die Studierenden bevorzugen, wie kürzere Vortragszeiten, mehr Gruppenarbeit, zusätzliche Fallstudien und Hinweise zur Umsetzung von IPC. Die Ergebnisse legen nahe, dass das INITIAL-Seminar die Einstellungen der Studierenden zu IPC und Lernen verbessert hat und bestätigen damit die zentrale Forschungsfrage.

Studienpopulation und Charakteristika

Die Altersverteilung spiegelt eine vergleichsweise junge Gruppe zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn wider. Die Heterogenität der Hintergründe bereicherte die interdisziplinären Diskussionen und den Erfahrungsaustausch im Seminar. Die Präsenz von Studierenden in unterschiedlichen Ausbildungsphasen eröffnete eine breitere Perspektive auf IPC. Der höhere Anteil weiblicher Studierender entspricht der typischen Geschlechtsverteilung in den jeweiligen Fachrichtungen [20].

Quantitative Ergebnisse

Die deskriptive Analyse der quantitativen Ergebnisse zeigte Trends und Unterschiede zwischen den beiden Erhebungszeitpunkten. Ergebnisse im Bereich Kommunikation und Teamarbeit (UWE-IP-D) weisen auf eine Verbesserung der Einstellung zu Kommunikations- und Teamarbeitsfähigkeit der Teilnehmenden hin. Auch der Bereich interprofessionelles Lernen (UWE-IP-D) weist auf ein verbessertes Verständnis und eine gesteigerte Wertschätzung des interprofessionellen Lernens unter den Studierenden hin. Die Verbesserung bei den Ergebnissen der interprofessionellen Sozialisation und Wertschätzung (ISVS 9A/9B) unterstreicht die Bedeutung der sozialen Aspekte von IPE. Diese Ergebnisse stimmen mit denen von Berger et al. überein, die ein IPE-Seminar an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg evaluierten, an dem 132 Studierende im Grundstudium (103 weiblich, 29 männlich) aus verschiedenen Professionen, darunter Medizin und Pflege, teilnahmen. Der Kurs war ebenfalls als zweitägiges Blockseminar konzipiert, das Vorträge, Berichte von Patientinnen und Patienten und Fallarbeit in Kleingruppen kombinierte. Zur Evaluation des Kurses setzten die Autorinnen und Autoren den UWE-IP-D ein und stellten statistisch signifikante Verbesserungen in allen Subskalen fest, was darauf hindeutet, dass das Seminar die Einstellungen der Studierenden sowie ihre selbst eingeschätzten Kompetenzen in der interprofessionellen Zusammenarbeit positiv beeinflusste [21].

Qualitative Ergebnisse

Die qualitative Analyse liefert Einblicke in die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Studierenden. Die Antworten zeigen, dass die Studierenden praktische und interaktive Elemente besonders schätzten und sich mehr Möglichkeiten für Gruppenaktivitäten sowie fallbasierte Diskussionen aus der Praxis wünschten. Ähnliche Erwartungen berichteten Schwarzbeck et al., deren Teilnehmende vorschlugen, Fallstudien zu diskutieren und praktisches Training in Notfallversorgung sowie in der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten zu erhalten [22]. Bridges et al. setzten ein IPE-Seminar mit Studierenden im ersten Studienjahr (n=480) aus verschiedenen Gesundheitsprofessionen, darunter Medizin- und Pflegestudierende, um. Die Evaluation anhand von Nachbefragungen und Fokusgruppen zeigte positive Veränderungen in den Einstellungen der Studierenden gegenüber Zusammenarbeit, Teamarbeit und sozialer Verantwortung, machte jedoch zugleich den fortbestehenden Bedarf an strukturierter Reflexion und vertieftem Rollenverständnis innerhalb interprofessioneller Teams deutlich [23].

Daraus lässt sich schließen, dass IPE-Seminare im Allgemeinen einen hohen Anteil an Fallbeispielen und lebhaften Diskussionen zwischen den Professionen enthalten sollten. Die Studierenden schätzen Teamarbeit und Themen mit klinischer Relevanz. Die Beobachtungen der Studierenden bezüglich Kommunikation verdeutlichen deren Bedeutung für effektive Teamarbeit und die Versorgung von Patientinnen und Patienten, zeigen jedoch zugleich die Herausforderung ihrer Umsetzung aufgrund fehlender unterstützender Strukturen. Die Betonung der Kommunikation über individuelle Kompetenzen und Grenzen hebt hervor, dass wirksame IPC über das bloße Nebeneinanderarbeiten hinausgeht. Sie erfordert ein tiefes Verständnis der Fähigkeiten und Expertise jedes Teammitglieds. Zudem betonten die Studierenden, dass für eine optimale Versorgung die Integration pflegerischer und medizinischer Perspektiven entscheidend ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, über die Grenzen einzelner Disziplinen hinauszugehen und eine stärker integrierte Sichtweise auf die Versorgung einzunehmen. So kann die Förderung des interprofessionellen Austauschs durch ein umfassenderes Verständnis der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Bedürfnisse zu einer verbesserten Versorgungsqualität führen.

Die Ergebnisse unserer Evaluation stehen im Einklang mit der Übersichtsarbeit von Witt Sherman et al., die nahelegt, dass die Wirksamkeit der IPC im Gesundheitswesen durch Unterstützung seitens der Universitäten und die Einbindung der Lehrenden gefördert werden kann. Um IPE-Initiativen wirksam zu unterstützen, hebt das Review die Notwendigkeit einer strategischen Planung und Ressourcenallokation durch Universitäten hervor. Außerdem seien sowohl Top-down- als auch Bottom-up-Ansätze erforderlich sind, um eine Kultur der IPC zu schaffen und strukturelle, prozessuale und ergebnisbezogene Herausforderungen zu überwinden [24]. Wenn IPE-Initiativen in grundständige Curricula der Gesundheitswissenschaften eingeführt werden sollen, scheinen pragmatische Ansätze entscheidend zu sein. Solche Ansätze können helfen, institutionelle Barrieren zu überwinden und zu zeigen, dass IPE zu positiven Lernergebnissen führen kann. Das übergeordnete langfristige Ziel von IPE besteht darin, die IPC unter Gesundheitsfachpersonen zu stärken und dadurch die Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie die Versorgungsqualität zu verbessern. Für die Evaluation betonen die Autorinnen und Autoren die Bedeutung des Einsatzes von Mixed-Methods-Designs, um sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte von IPE-Ergebnissen zu erfassen [21].

Limitationen

Die sehr geringe Stichprobengröße von 21 Studierenden in einem Pilotsetting schränkt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein; zukünftige Forschung sollte größere und vielfältigere Gruppen einbeziehen. Die kurze Dauer des zweitägigen Seminars begrenzt die Möglichkeit, langfristige Effekte von IPE auf Einstellungen und Praxis zu erfassen, was auf den Bedarf an längerfristigen Interventionen hinweist bzw. eine längerfristige Nachverfolgung der Effekte. Ein Selektionsbias könnte die Ergebnisse beeinflusst haben: Für Medizinstudierende war die Teilnahme freiwillig, sodass vermutlich vor allem Personen mit bereits positiven Einstellungen zu IPC teilnahmen, während die Teilnahme für Pflegestudierende verpflichtend war und somit nicht unbedingt echtes Interesse widerspiegelt. Zudem wurde das Seminar zur Vermeidung von Terminüberschneidungen an Wochenenden durchgeführt, was zu einer erhöhten Belastung der teilnehmenden Studierenden führte. Für eine nachhaltige und breitere Implementierung sind Anpassungen im Medizincurriculum erforderlich. Solche Veränderungen würden jedoch ein grundlegendes und fachübergreifendes Umdenken in der Stundenplangestaltung erfordern, um eine integrierte IPE zu ermöglichen, ohne die Studierenden zusätzlich zu überlasten.

Das Fehlen einer Kontrollgruppe und die ausschließliche Nutzung von Selbstauskünften erschweren es, Veränderungen direkt auf das Seminar zurückzuführen, und könnten die Ergebnisse in Richtung sozial erwünschter Antworten verzerren. Schließlich könnte die Tiefe der Analyse, insbesondere im qualitativen Feedback, trotz des Einsatzes quantitativer und qualitativer Methoden noch ausgebaut werden, um tiefere Einblicke in interprofessionelle Lernerfahrungen zu gewinnen. Die Auseinandersetzung mit diesen Limitationen durch eine breitere Rekrutierung von Teilnehmenden, längere Studiendauern, die Einbeziehung von Kontrollgruppen und methodische Verfeinerungen ist entscheidend, um die IPE-Forschung und ihre Anwendung in der Ausbildung im Gesundheitswesen voranzubringen.

Implikationen und Schlussfolgerung

Die Ergebnisse dieser Mixed-Methods-Pilot-Evaluation zeigen, dass IPE im Kontext der Primärversorgung sowohl relevant ist als auch von Medizin- und Pflegestudierenden positiv aufgenommen wird. Das Seminar eröffnete einen Raum für den kollaborativen Austausch, in dem die Studierenden begannen, die Perspektiven, Kompetenzen und Grenzen der jeweils anderen Profession zu verstehen und wertzuschätzen. Die quantitativen Ergebnisse deuteten auf positive Entwicklungen in den interprofessionellen Einstellungen hin, insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Teamarbeit und Lernbereitschaft. Die qualitativen Rückmeldungen bestätigten, dass die Studierenden das Seminar als hilfreich und für die klinische Praxis anwendbar wahrnahmen. Gleichzeitig weisen die Daten auf Verbesserungsbedarf in Bezug auf Inhalte und Struktur hin. Mehrere Studierende äußerten den Wunsch nach mehr Zeit für fallbasierte Gruppenarbeit und weniger Vortragsanteilen. Andere regten an, IPC stärker durch praktische Aufgaben, strukturiertes Feedback und klarere Teamprozesse zu unterstützen. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass zukünftige Durchführungen des Seminars die interaktiven Elemente ausbauen, mehr Möglichkeiten zur reflektierenden Diskussion bieten und konkretere Beispiele interprofessioneller Praxis einbeziehen sollten. Darüber hinaus könnte eine stärkere Betonung der Umsetzung von IPC in realen ambulanten Versorgungssituationen den Studierenden helfen, ihre Seminarerfahrungen noch direkter mit ihren klinischen Routinen zu verknüpfen.

Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass strukturierte IPE-Interventionen auch in grundständige Curricula erfolgreich integriert werden können, selbst in kurzen Formaten. Um ihre Wirkung zu maximieren, ist jedoch eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf Grundlage des Studierenden-Feedbacks entscheidend. Dazu gehört, die Seminargestaltung enger an den Erwartungen und klinischen Bedürfnissen der Studierenden auszurichten und IPE sowohl in der Pflege- als auch in der Medizinerausbildung stärker zu verankern. Das INITIAL-Seminar bietet hierfür eine Grundlage und kann als Modell für die Weiterentwicklung einer primärversorgungsorientierten IPE an unserer Institution dienen.

Danksagung und Förderung

Wir danken den Studierenden, die am Seminar und an der anschließenden Evaluation teilgenommen haben. Ihr Engagement und ihre Beiträge waren für den Erfolg dieses Seminars entscheidend. Unser Dank gilt außerdem PROFILPlus der Medizinischen Fakultät Tübingen für die Finanzierung des Seminars (Projektnummer F.7720010.1).

ORCIDs der Autor*innen

Interessenkonflikt

Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


Literatur

[1] World Health Organization. Framework for action on interprofessional education and collaborative practice. Geneva: World Health Organization; 2010. Zugänglich unter/available from: http://apps.who.int/iris/handle/10665/70185
[2] World Health Organization. Global strategy on human resources for health: workforce 2030. Geneva: World Health Organization; 2016. Zugänglich unter/available from: https://www.who.int/publications/i/item/9789241511131
[3] Grant A, Kontak J, Jeffers E, Lawson B, MacKenzie A, Burge F, Boulos L, Lackie K, Gard Marshall E, Mireault A, Philpott S, Sampalli T, Sheppard-LeMoine D, Martin-Misener R. Barriers and enablers to implementing interprofessional primary care teams: a narrative review of the literature using the consolidated framework for implementation research. BMC Prim Care. 2024;25(1):25. DOI: 10.1186/s12875-023-02240-0
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